Leserbriefe

„Berlin braucht das ICC“

Leser zu den Plänen des Senats, das Internationale Congress Centrum zum Shoppingcenter umzubauen

Berlin als führende Tagungsmetropole innerhalb Deutschlands ist ein Verdienst unterschiedlichster Dienstleistungen – wie Hotels, Flug, Bahn, Gastronomie. Das bringt richtig Geld in die Kassen und produziert Arbeitsplätze. Wesentlich hat das weltweit bekannte und beliebte ICC dazu beigetragen. Es sollte alles darangesetzt werden, dieses auch als Zentrum für große und weltweite Tagungen zu erhalten. Noch mehr, nachdem bekannt wurde, dass die Asbestverseuchung sehr viel geringer ist als gedacht. Doch ein Shopping-Center mit Autobahnanschluss wird angedacht. Nicht würdig einer Stadt wie Berlin. Shopping gibt es doch wirklich genug.

Lothar Otterstätter, Mariendorf

Das ICC soll zum Shopping-Center umgebaut werden. Dazu noch ein rosa Anstrich und das Alexa II ist vollbracht. Im Prinzip keine so schlechte Idee, zumindest besser als der ruhmlose Weg der Deutschlandhalle. Doch im Zeitalter des Online-Handels auch eine wagemutige Idee. Warum installiert man im ICC nicht die Landeszentralbibliothek? Die Umbauten dürften ein Bruchteil der Neubaukosten ausmachen. Und so schlimm wie die kürzlich vorgestellten beiden ersten Preis des Wettbewerbs der Bibliothek ist das ICC beileibe nicht.

Thomas Hansen, Reinickendorf

Kinderärzte: Es wird nicht überall nur auf das Geld geschaut

Zum Artikel: „Berliner Kinderärzte halten Versorgung für ausreichend“ vom 21. Dezember

In dem Artikel wird über die Situation von Kindern berichtet, die über die Feiertage erkranken. Die Wartezeiten in den Notfallambulanzen sind oft erheblich, was sicherlich nicht nur daran liegt, dass Eltern ihre Kinder, die „gewöhnlich“ erkrankt sind (starke Erkältung, leichter Infekt) dort vorstellen. Da ich vor wenigen Tagen selbst einen Notfall im St. Joseph-Krankenhaus (Tempelhof) hatte, erhielt ich eine Information, die mir ungewöhnlich erscheint. Ein Kinderarzt im Ruhestand habe sich dort freiwillig und außerplanmäßig gemeldet, um die kranken Kinder am 26. Dezember zu versorgen. Damit sind die Wartezeiten deutlich gesunken. Ich finde es bemerkenswert, dass es auch Ausnahmen gibt und nicht nur auf den monetären Nutzen geachtet wird, auch wenn dieser Arzt sicherlich auch für den Dienst bezahlt wird.

Corinna Ehrhardt, per Mail

Jährliche Fahrpreiserhöhungen erst bei automatischer Lohnerhöhung

Zum Artikel: „Senat kritisiert Gratis-Tickets der BVG“ vom 22. Dezember

Eine jährliche automatische Anpassung der Fahrpreise der BVG sollte erst dann erwogen werden, wenn auch die Löhne automatisch jährlich angepasst werden. Zudem sollten erst vorrangig überzogene Vergünstigungen für BVG-Personal und deren Familienangehörige beispielsweise für Freifahrten, die über die Fahrpreise von den Kunden der BVG aufgebracht werden, abgeschafft werden, bevor über jährliche Fahrpreiserhöhungen nachgedacht wird.

Olaf Weiser, per E-Mail

Brandenburg braucht keine neue Jugendarrestanstalt

Zum Artikel: „Arrestanstalt kostet bereits vor Beginn 850.000 Euro“ vom 29. Dezember

Auf den Neubau einer Jugendarrestanstalt sollte Brandenburg verzichten und stattdessen das Angebot Berlins zur Mitnutzung der ständig nicht ausgelasteten Berliner Anstalt in Lichtenrade annehmen. Die Justizverantwortlichen könnten noch Anfang 2014 eine Verwaltungsvereinbarung über die Zusammenarbeit abschließen. Die Berliner Einrichtung hat ausreichend Belegungskapazitäten zur Aufnahme der Arrestanten aus Brandenburg.

Joachim Jetschmann, per E-Mail

Fußballvereinen die Genesung von Polizisten in Rechnung stellen

Zum Artikel: Kampfansage an Krawallmacher“ vom 29. Dezember

Über Krawallmacher während vor und nach den Fußballspielen wird schon lange und viel zu viel geredet, ändern tut sich nichts. Im Gegenteil vieles wird positiv dargestellt. Wer das Geschehen Woche für Woche verfolgt wird das bestätigen. Was nützt es, wenn es im Stadion „ruhiger“ zugeht, aber die An- und Abreise zu einer Katastrophe wird. Da hilft nur eins, die Innenminister von Bund und Ländern müssen härter durchgreifen und das Recht haben Polizeieinsätze und die Kosten der Genesung von Polizisten den Fußballvereinen in Rechnung zu stellen. Warum muss der Steuerzahler immer für die Schäden aufkommen?

Wolfgang Priese, per E-Mail