Leserbriefe

„Tüchtigkeit soll bestraft werden“

Leser zu den angekündigten Untersuchungen der EU-Kommission zur deutschen Exportstärke

Deutschland soll für seine Tüchtigkeit bestraft werden. Dieses Ansinnen der EU-Kommission grenzt an Irrsinn. Dabei haben die Leute dort nicht kapiert, dass der deutsche Exportüberschuss in nicht europäischen Ländern erzielt wurde und so indirekt sogar den bankrotten europäischen Ländern Nutzen bringt. Überhaupt maßt sich diese Ansammlung von unfähigen und teuer bezahlten Verwaltungsbeamten diktatorische Kompetenzen an. Dieses EU-Bürokratie-Monster, das sich zu einem hässlichen Albtraum entwickelt hat, darf so nicht weiter sein Unwesen treiben.

Herbert Gaiser, per E-Mail

Matthias Wissmann, der Präsident des Verbandes der Automobilindustrie, hat den Nagel auf den Kopf getroffen, wenn er sagt, dass der Exportüberschuss kein Ergebnis eines politischen Markteingriffs ist, sondern das Ergebnis einer Wettbewerbsfähigkeit. Insofern ist die von der EU-Kommission losgetretene Debatte um Deutschlands Exportüberschüsse eine unverhohlene Neiddebatte. Der EU-Kommission und deren Präsidenten Barroso hätte es gut zu Gesicht gestanden, erst nachzudenken und dann zu sprechen. Reglementierte Exportüberschüsse reduzieren die Wirtschaftskraft und Finanzstärke Deutschlands, und so fließt auch weniger Geld in die Brüsseler Kassen, um notorisch schwache Mitgliedsstaaten zu unterstützen.

Achim Sahr, per E-Mail

Besser ist regelmäßige Kontrolle des kriminellen Umfeldes

Zum Artikel: „Innensenator will Sperrzeiten für Prostitution“ vom 15. November

Da reibt man sich die Augen, wenn Berlins Innensenator Frank Henkel (CDU) plötzlich Handlungsbedarf erkennt. Das Problem ist nun nicht gerade neu, und man wird auch keine wirkliche Lösung dafür finden. Bisher hat es Berlin als eine der wenigen Großstädte verstanden, ohne Sperrbezirke auszukommen. Eine derartige Regelung würde nicht viel ändern, weil sofort andere Gegenden daran glauben müssten. Viel wichtiger wäre eine bessere Kontrolle des kriminellen Umfelds der Prostitution und des Zuhälterwesens. Doch dazu fehlt es bekanntlich an der personellen Stärke bei der Polizei. Und wer glaubt, dass durch mehr oder weniger hilflose Maßnahmen die Bordsteinschwalben verschwinden würden, der vergisst, dass dieses älteste Gewerbe der Welt nicht auszurotten ist.

Wolfgang Pickert, E-Mail

Die Zunahme der Prostitution hat moralisch-gesellschaftliche Ursachen, die es zu bedenken gilt. Die Einführung von Sperrzeiten wird die Prostitution nicht eindämmen, höchstens verlagern, auf andere Zeiten in andere Gegenden. Hier ist nämlich viel Geld im Spiel. Das älteste Gewerbe der Welt kann man nicht so einfach abschaffen, das Problem liegt ganz woanders, nämlich in der verkommenen Moral.

Christa Lucke, per E-Mail

Der Straßenstrich in Berlin weitet sich aus, und die CDU fordert Verbote. Das Prostitutionsgesetz von 2002, mit dem die damals rot-grüne Landesregierung vorgab, die Zwangsprostitution bekämpfen und den Prostituierten den Weg in die Sozialversicherung ebnen zu wollen, ist zur Lachnummer geworden. Die Fachleute der Polizei bestätigen die Ausweitung der Straßenprostitution – besonders auch durch den Zustrom aus Bulgarien und Rumänien – und bestätigen auch in dessen Umfeld Kriminalität, Ausbeutung, Menschenhandel, Gewalt und Drogen. Während eine Ausstellung mit weiblichen Aktbildern der Zensur zum Opfer fiel und sie zeitweise nicht in einer Volkshochschule ausgehängt werden durften, um die Gefühle der Muslime nicht zu verletzen, wird nicht nur den Anwohnern in der Öffentlichkeit der Straßenstrich – auch in der übelsten Form – zugemutet. Die SPD lehnt das geforderte Verbot ab und verlangt zur Betreuung der Prostituierten dagegen auch wieder, wie bei Problemschülern, den Einsatz von Sozialarbeitern. Dies ist schon eine merkwürdige Politik in dieser Stadt. Heute ist der Sozialarbeiter an den Schulen schon eine notwendige Instanz, wo ein Proteststurm von Eltern und Trägern an den Schulen einsetzt, wenn dort eine Kürzung der Mittel zur Verringerung des Angebots führt.

Harry Döring, per E-Mail

Potsdam sollte sich ein Beispiel am Britzer Garten nehmen

Zum Artikel: „Spaziergänger müssen zahlen“ vom 7. November

Ein Vorschlag zum Park Sanssouci. Wir haben hier den Britzer Garten, man zahlt Eintritt und bekommt dafür einen sauberen Park ohne Hundehaufen und ohne Fahrräder. Das wäre doch auch für Potsdam eine Lösung.

Susanne Schuster, per E-Mail