Leserbriefe

„Schaulaufen für Funktionäre“

Leser zu dem Votum der Bayern gegen Olympische Winterspiele und Berlins Interesse an Sommerspielen

Die Entscheidung der betroffenen bayerischen Gemeinden und Städte gegen eine Olympia-Bewerbung habe ich mit Genugtuung und Freude zur Kenntnis genommen, denn sie ist unter ökologischen Gesichtspunkten die einzig richtige. So viel Weitsichtigkeit und Verständnis hätte ich den Bayern nicht zugetraut. Nun soll aber bitte Berlin sich nicht wieder anschicken, mit einer erneuten Olympia-Bewerbung eine blamable Vorstellung zu präsentieren. Dass nun Klaus Wowereit wieder voranprescht und Berlin für 2024 ins Gespräch bringt, ist eine Unverschämtheit und Zumutung zugleich. Der Senat sollte sich nicht um große Sport-Events bewerben, wenn er noch nicht einmal in der Lage ist, vernünftige Sportstätten und Schwimmhallen für den Breitensport bereitzustellen.

Thomas Henschke, Reinickendorf

Die Bayern haben über die Bewerbung zu den Winterspielen 2022 entschieden – und sie abgelehnt. Und das ist gut so. Wir hatten doch so eine schöne Fußballweltmeisterschaft 2006. Lasst uns das wiederholen, rufen die Befürworter. Auch ökologisch und finanziell sei doch diesmal alles bestens geregelt. Und doch ist nichts geregelt. Das Nein aus München wird die Armen in den Favelas unterstützen, die, mehr als wir, das Geld statt für Sportstätten für Krankenhäuser, Straßen und eine bezahlbare Infrastruktur brauchen. Das Nein aus München sagt nichts darüber aus, dass wir alle die olympische Idee und den Fußball lieben, aber viel über die eigennützigen Sportfunktionäre. Die haben wir abgewählt.

Michael Maresch, München

Der Entscheid der Bayern gegen Olympia ist nur zu begrüßen und spiegelt ein deutschlandweites Denken wider. Außer den Funktionären, die ihr Schaulaufen brauchen, interessiert sich kaum einer dafür. Wir brauchen diese Großveranstaltungen nicht. Der Leistungssport, seine Förderung und die Begleitreisen der Funktionäre sollten ohnehin auf den Prüfstand gestellt werden. In Berlin sind wir von solchen unnötigen Veranstaltungen mehr als genug gebeutelt. Der Anfang zum Umdenken ist gemacht.

Christian Hahn, Friedenau

Das war ja wohl klar, dass sich jetzt die Chaos-Politiker aus Berlin um Olympia reißen werden. Eine gute Gelegenheit, das Tempelhofer Feld und Tegel für olympische Anlagen zu missbrauchen. Bis es dann so weit wäre, sind diese Damen und Herren sicher nicht mehr im Amt, und die Verantwortung für Baumängel, Mehrkosten und Stadtzerstörung können dann die aktuellen Verantwortlichen weit von sich weisen. Aber die gute Nachricht ist, es wird nichts passieren. Die Berliner lassen sich den Olympiagigantismus nicht aufs Auge drücken. Und ohne Großflughafen geht das Ganze ohnehin nicht.

Uwe Schmidt, per E-Mail

Auch ich bin für eine Bewerbung Berlins für die Olympischen Spiele 2024. Damit hätten wir dann endlich einen verbindlichen Termin für die Eröffnung des BER in Schönefeld.

Bernd Walter, Reinickendorf

Oft bringt schon Tarifwechsel beim eigenen Anbieter Ersparnisse

Zum Artikel: „Große Ersparnis bei der Stromrechnung“ vom 13. November

Möglicherweise kann man durch den Anbieterwechsel Geld sparen. Aber auch dieser Anbieter muss den Strom entweder selbst produzieren oder woanders kaufen. So mancher ist auch hereingefallen und vom Regen in die Traufe gekommen. Besser wäre, wenn wir unseren Lebensstil ändern würden. Ich habe in meinem Haushalt locker 30 bis 40 Prozent Energie einsparen können. Durch bewusste Nutzung von Auto und Heizung lässt sich auch in diesen Bereichen viel machen – wenn man will. Die Kinder müssten bereits in der Schule zum Energiesparen angehalten werden.

Christian Lukner, per E-Mail

Ich kann die ständigen Aufforderungen zum Anbieterwechsel – egal ob bei Strom oder Gas – nicht verstehen. In den Vergleichen werden immer die teuersten Basis-Tarife mit preiswerten Tarifen anderer Anbieter verglichen. Allein bei Vattenfall und Gasag gibt es viele unterschiedliche Tarife in verschiedenen Preisklassen. Schon da lässt sich viel Geld sparen, man muss nur die Tarifstruktur des eigenen Anbieters kennen. Also ist ein Anbieterwechsel nicht unbedingt nötig, sondern nur der Wechsel der Tarifart. Auch kann ich die Überlegung für intelligente Stromzähler nicht nachvollziehen. Ein vernünftiger Anbieter hat immer einen Vertrag mit monatlichen Abschlagszahlungen. Damit kann es keine böse Überraschung bei der Jahresabrechnung für den Kunden geben.

Lothar Otterstätter, Mariendorf