Leserbriefe

„Traditionen respektieren“

Leser zur Aktbilderausstellung einer Volkshochschule, die aus Rücksicht auf Muslime abgehängt wurde

In der Volkshochschule Marzahn-Hellersdorf stellt eine Berliner Malerin ihr Gesamtkunstwerk von 50 Werken aus, dieses beinhaltet sechs klassische Aktbilder, welche einfach abgehängt werden mit der Begründung, dass diese die Gefühle von Muslimen verletzen könnten, die in der VHS Integrationskurse besuchen. Bald wird es wohl so weit kommen, dass Currywurst-Buden verboten werden, da der Geruch von Currywurst, die aus Schweinefleisch besteht, den Geruchssinn unser muslimischen Mitbürger beleidigt. Vorauseilender Gehorsam führt dazu, dass Gräben bestehen bleiben beziehungsweise vertieft werden. Die Aussage trifft zu: Integration bedeute schließlich auch, sich mit der kulturellen Vielfalt des Gastlandes auseinanderzusetzen.

Jörn Schirrmeister, per E-Mail

Warum kann man nicht selbstbewusst die Wertmaßstäbe unsere westlich-christlichen Kultur vertreten und gleichzeitig die Ausdrucksformen anderer Kulturen respektieren – soweit sie den ethisch-moralischen und demokratischen Richtlinien unserer Kultur nicht zuwiderlaufen? Ein Kopftuch, freiwillig getragen, bedroht keine Freiheit, und Aktbilder zeigen nur, was auch unter jeder Burka zu sehen wäre. Oder kommt demnächst ein Übereifriger auf die Idee, jegliche bildliche Darstellung von Mensch und Tier übermalen zu wollen, weil sie im Islam verboten sind? Also: Wozu die unnötige Aufregung?

Heide Binner, per E-Mail

In einem Artikel berichten Sie über einen Abgeordneten, der die Feier zum Martinstag in Kitas aus Rücksicht auf muslimische Kinder in einen Sonne-Mond-Sterne-Tag abändern möchte. In einem anderen Fall wurden Aktbilder einer Ausstellung wieder entfernt, damit sich muslimische Besucher nicht in ihrer Religion verletzt fühlen. Wir leben in einem Land mit überwiegend christlicher Bevölkerung. Ich glaube kaum, dass muslimische Kinder Schaden nehmen, wenn man ihnen vom heiligen Martin erzählt. Und führende Museen der Welt sind stolz auf ihre Aktbilder und Statuen, und niemand würde dort auf die Idee kommen, diese zu entfernen.

Angelika Hotes, per E-Mail

Ist es schon wieder so weit, dass von staatlicher Seite entschieden wird, ob in der Volkshochschule gezeigte Aktbilder gut oder für Muslime verletzend sind? Es wird ja niemand gezwungen, die Ausstellung zu besuchen.

Manfred Zipp,Schöneberg

Wir sind ein christlicher Staat, der die Meinungsfreiheit schätzt und in seinem Demokratieverständnis verankert hat. Wir müssen uns nicht nach Menschen richten, die sich unser Land aussuchen, um hier die Freiheit leben zu können, die sie in ihrem Geburtsland nicht finden konnten. Wenn sie sich Deutschland als neue Heimat ausgesucht haben, wo sie wissen, dass unsere Kultur eine andere ist, dann muss diese von ihnen akzeptiert werden. Es gibt sicher viele Dinge in unserer Kultur, die Muslimen nicht passen.

Horst-D. Scholz, per E-Mail

Wo ist unser Selbstbewusstsein geblieben? Wenn im vorauseilenden Gehorsam Aktbilder, die nicht erst heute zur Kunst gehören, nicht gezeigt werden dürfen, weil Muslime sich daran stören könnten, dann fehlt mir dafür jedes Verständnis. Wer hier leben will, hat sich unseren Traditionen anzupassen – und nicht umgekehrt. Zu uns kann jeder gerne kommen und hier leben, aber Traditionen, die hier bestehen, müssen respektiert werden. Selbstverständlich respektieren wir im Ausland auch die dortigen Gepflogenheiten.

Peter Scholz, Panketal

Naturkatastrophen auch eine Folge der Überbevölkerung

Zum Artikel: „Taifun ‚Haiyan‘ auf den Philippinen“ vom 12. November

Der Grund für immer mehr verheerende Naturkatastrophen und das Elend der davon betroffenen Menschen ist die weltweit exponentiell steigende Überbevölkerung. Zu viele Menschen verursachen den enormen CO2-Ausstoß, der die Klimakatastrophe verursacht. Zudem werden weiterhin zu viele Menschen geboren, denen dann die Grundlagen für ein menschenwürdiges Leben fehlen. Der Mensch sollte endlich vernünftig genug sein, sein Bevölkerungswachstum einzudämmen. Wir sollten dafür sorgen, dass weltweit nicht noch mehr Kinder geboren werden, die dann hungern und aus ihren Heimatländern flüchten. Innerhalb von 44 Jahren hat sich die Weltbevölkerung verdoppelt. Bleibt es so, werden 2050 bereits 15 Milliarden Menschen auf der Erde leben – das ist die eigentliche Katastrophe, die verhindert werden muss.

Achim Wolf, per E-Mail