Leserbriefe

„Radfahrer strenger kontrollieren“

Leser zur Berichterstattung zum Morgenpost-Forum über die Zukunft des Verkehrs in Berlin

Viele Radfahrer glauben, dass ihnen die Straße gehört. Warum verbannen wir nicht gleich den gesamten motorisierten Verkehr aus Berlin, machen die Stadt zum Dorf und überlassen die Straßen den Radfahrern? Die können dann rasen und insbesondere folgenlos rote Ampeln missachten. Wenn sie sich dann gegenseitig verletzen, werden die Verkehrsrowdys vielleicht mal vernünftig. Dann kann es nicht mehr heißen: Der Autofahrer ist schuld.

Bernhard Adomeit, per E-Mail

Berlin ist ein Radfahrerparadies. Verglichen mit Amsterdam, Kopenhagen oder London dürfen in Berlin die Radler ohne Strafe über rote Ampeln, auf Gehwegen, in Fußgängerzonen, ohne Licht, einarmig mit Handy, betrunken oder bekifft fahren beziehungsweise rasen. Anders als die Polizei in den vorgenannten Städten übt die Berliner Polizei bei Fahrradrowdys Nachsicht. Im wahrsten Sinn des Wortes: Sie schaut den Radlern hilf- und tatenlos hinterher. Bei Autofahrern wurde vor Kurzem ein Blitzermarathon durchgeführt. Bei Radfahrern würde ein derartiger Kontrolltag endlich einmal zeigen, wie häufig diese gegen die Straßenverkehrsordnung verstoßen. Eine Gleichbehandlung der Auto- und Radfahrer in Bezug auf Kontrollen und die Höhe des Bußgeldes ist längst überfällig.

Melitta Pichler, per E-Mail

Der BER kostet jeden Tag so viel wie die Sozialarbeiter pro Jahr

Zum Artikel: „Schulen verlieren Sozialarbeiter“ vom 1. November

Da sagen unsere Politiker vor der Wahl, dass unsere Kinder die Zukunft sind – und nun wird gespart. Unser BER kostet uns jeden Tag mehr als eine Million Euro, also genau die Summe, die pro Jahr für Sozialarbeiter fehlt. Aber für die Kinder ist kein Geld da. Wenn sich da nicht grundsätzlich etwas ändert, wird die Politikverdrossenheit wohl noch weiter zunehmen.

Burkhard Peters, Königs Wusterhausen

Wichtig ist Kontrolle auf Einhaltung der vereinbarten Standards

Zum Artikel: „Das Gemüse ist etwas hart“ vom 31. Oktober

Nun sollen im Rahmen einer einheitlichen Musterausschreibung Caterer gefunden werden, die ab 1. Februar 2014 für die Berliner Grundschüler Mittagessen mit einem hohen Qualitätsstandard anbieten. Das derzeitige Verkosten der künftigen Essensangebote unter Einbeziehung der Schüler, Eltern und auch der Bildungssenatorin ist eine gute Sache. Gleichzeitig ist die Frage gestattet, ob der Senat künftig auch genügend Lebensmittelkontrolleure einsetzt, um die zugesagten Qualitätsstandards der Caterer zu überprüfen. Im Interesse einer gesunden Ernährung unserer Kinder können wir nur hoffen, dass diese Lebensmittel- und Hygienekontrollen einem strengen Reglement unterliegen.

Frank Petzsch, Prenzlauer Berg

Zukunftsbelastende Folgen von erschreckendem Ausmaß

Zum Artikel: „50.000 Problemkinder kosten den Staat 422 Millionen Euro“ vom 29. Oktober

Zunächst schockieren nicht die 422 Millionen Euro. Allein die Tatsache ist erschütternd, dass es im vergangenen Jahr 50.000 Problemkinder in dieser Stadt gab, die wegen Schwierigkeiten in ihren Familien fremde Hilfe und Beratung bekommen mussten. Ursachen sind insbesondere das Versagen der Eltern beim verantwortungsgerechten Handeln in den Familien, mangelnde Fähigkeit zur Erziehung, übertriebene Gewährung freiheitlichen Handelns in Schule und Beruf. Das Ergebnis überrascht vielleicht nur in der Größenordnung. Doch dass die Folgen zukunftsbelastend für unser Land sind, daran besteht schon lange kein Zweifel.

Harry Döring, per E-Mail

Privatpatienten bekommen Termine innerhalb einer Woche

Zum Artikel: „Kassenpatienten warten bis zu 50 Tage“ vom 28. Oktober

Über den Artikel musste ich schmunzeln. 50Tage längere Wartezeiten für einen Kassenpatienten sind inzwischen normal. Wenn ich als Kassenpatient zum Arzt gehen will, muss ich mir etwa zwei bis drei Monate vorher einen Termin besorgen. So verfahre ich schon seit Jahren. Bei manchen Ärzten, in meinem Fall der Hautarzt, haben Kassenpatienten inzwischen eine Wartezeit von zehn Monaten. Ich wollte jetzt für Januar einen Termin beim Hautarzt vereinbaren, doch der nächste Termin, der mir angeboten wurde, ist im August. Da eine Freundin denselben Hautarzt hat, weiß ich, dass sie als Privatpatient innerhalb einer Woche einen Termin bekommt und sich den aussuchen kann.

P. Lettau, per E-Mail