Leserbriefe

„Bedeutung oft unbekannt“

Leser zum Reformationstag, der bislang lediglich in den neuen Bundesländern ein Feiertag ist

Der Reformationstag ist nur noch in den fünf neuen Bundesländern gesetzlicher Feiertag – also gerade dort, wo religiöse Themen in den Jahrzehnten davor ausgeblendet wurden. In den Umfragen weiß deutschlandweit kaum einer etwas über diesen Tag, ja, über die christlichen Feiertage an sich – leider auch wenig über die nationalen. Da leben und wissen viele Menschen mit Migrationshintergrund mehr über ihre Kultur, Religion und Geschichte. Das alles ist für mich wieder mal ein Anlass zu der Forderung, auch Ostern, Weihnachten oder Pfingsten als freie Tage zu streichen und nur denen freizugeben, die sich inhaltlich damit identifizieren.

Werner von Knoblauch, Schöneberg

Nicht, dass ich es all den fröhlichen Mecklen- und Brandenburgern nicht gönnen würde, den Reformationstag in unserer Stadt zu verleben. Es sind nur die belustigten Mitleidsblicke der shoppenden Massen, die alljährlich demütigen. Wir Berliner dürfen ja wieder einmal an einem vermeintlichen Feiertag malochen. Bleibt die Frage, wie viele unserer Brandenburger Besucher Volker Hassemer davon überzeugen könnte, einer Fusion mit Berlin zuzustimmen.

Herrmann Behrend, per E-Mail

Ich möchte mich bedanken für die Hinweise auf beliebte Streiche zu Halloween. Viele Jugendliche, die noch nicht wussten, womit sie ihre Mitmenschen ärgern können, erhielten somit noch gute Tipps, zumal Konsequenzen ja nicht zu befürchten sind. Ich war an der Bushaltestelle Alt-Mariendorf von massiven Eierwürfen betroffen. Die Klingelanlage unserer Wohnanlagen in Alt-Buckow wurden mit Zahnpasta verschmutzt. Es waren nicht kleinere Kinder, die sich etwas Süßes erhofften. Ich kann mich der Aussage von Kasupke nur anschließen, dass der 31. Oktober als Reformationstag und somit christlicher Feiertag völlig in den Hintergrund tritt und der aus den USA überschwappende Halloween-Wahnsinn die Überhand gewinnt.

Dagmar Seidel, per E-Mail

Häuptlinge vermehren sich, die Indianer werden schlecht bezahlt

Zum Artikel: „Schwarz-Rot schafft Jobs – für sich selbst“ vom 27. Oktober

Es ist zu befürchten, dass das neue Kabinett neben der Bundeskanzlerin von bisher 15 auf mindestens 18 Minister anwächst. Elf für die CDU/CSU, sieben für die SPD, also wenigstens drei Bundesministerien mit drei Ministern und drei bis sechs Staatssekretäre mehr als bisher. Die Angaben für ein Ministergehalt einschließlich Stellenzulage und die für einen Staatssekretär verniedlichen die tatsächlich entstehenden Mehrkosten. Denn Minister brauchen natürlich Referenten, Büroleiter, Sekretärinnen, ein Auto mit Chauffeuren, weitere Mitarbeiter, Abteilungsleiter sowie Büroräume und verursachen auch noch Umzugskosten für übernommene Aufgaben und vorhandene Bundesbedienstete. Hinzu kommen entsprechende Kosten für die Staatssekretäre. Das wird teuer. Während die Häuptlinge sich vermehren, werden die Gehälter der Indianer nicht angemessen angehoben. Man muss ja sparen.

Martin Gewies, Frohnau

Unzureichende Chancen, sich im Wirtschaftsleben zu verwirklichen

Zum Artikel: „Wirtschaft sucht verzweifelt junge Chefs“ vom 27. Oktober

Die Gründerstimmung ist kein Widerspruch zur schwierigen Nachfolgersuche vieler kleinerer Betriebe. Junge Menschen, wie man es gegenwärtig auch in Südeuropa sehr deutlich beobachten kann, setzen vermehrt eigene Ideen um, wenn sie im herkömmlichen Wirtschaftsleben nur noch eine unzureichende Chance sehen, sich selbst zu verwirklichen. Deswegen ist das Problem vor allem hausgemacht und ließe sich durch flachere Hierarchien in der Wirtschaftsverwaltung, verstärkte Ausbildung und Aufstiegsmöglichkeiten lösen.

Rasmus Ph. Helt, per E-Mail

Lebensqualität ist durch die Sommerzeit deutlich erhöht

Zum Artikel: „Am Sonntag endet die Sommerzeit“ vom 26. Oktober

Das Wichtigste haben alle Kritiker der Sommerzeit vergessen: Die schönen Abende, an denen wir noch um 21 Uhr draußen sitzen, die Sonnenstrahlen genießen und uns wohlfühlen. Ist es nicht schön, wenn man als arbeitender Mensch, abends noch ein paar Stunden Licht und Wärme hat und nicht im Dunklen oder in der Dämmerung nach Hause kommt? Die Lebensqualität ist durch die Sommerzeit deutlich erhöht. Allein aus diesem Grund, der über Monate anhält, muss die Sommerzeit bleiben.

Thomas Drüen, Charlottenburg