Leserbriefe

„Endlich an einen Tisch setzen“

Leser zu dem erneuten Protest der angestellten Lehrer in Berlin und den Folgen für den Schulbetrieb

Keine Berufsgruppe streikt so viel wie die der angestellten Lehrer. Um alles und um nichts geht man auf die Straße. Ein völlig neues Berufsverständnis. Wenn das so weitergeht, kann man den Unterricht direkt dorthin verlegen, fallen doch viele Unterrichtsstunden sowieso aus. Und das direkt zu Beginn eines neuen Schuljahres, wo jeder weiß, dass es gerade am Anfang für das Lernen weniger gut ist. Warum wird alles auf dem Rücken der Schüler ausgetragen? Warum wird dieses Verhalten von der Senatsverwaltung geduldet?

Christian Luckner, per E-Mail

Der Arbeitskampf der Lehrer hat von außen betrachtet längst seine Berechtigung verloren. Die Höhe der Entgelte der Lehrkräfte mit voller Lehrbefähigung ist schon lange rechtlich gesichert. Das Angebot des Vorsitzenden der Tarifgemeinschaft deutscher Länder zur Wiederaufnahme von bundesweiten Verhandlungen – außerhalb der Tarifverhandlungen über die linearen Entgelterhöhungen für alle Tarifbeschäftigten bei den Bundesländern – ist aus unbekannten Gründen von den gewerkschaftlichen Tarifpartnern nicht angenommen worden. Der Senat schlägt vor, die Einstellungsvoraussetzungen (Studium, Studienabschluss, Vorbereitungsdienst) für die künftigen drei Lehrämter (Grundschule, ISS, Gymnasium) zu vereinheitlichen. Daraus folgt die Vereinheitlichung der Entgeltgruppen nach den Richtlinien für die Berliner Lehrämter. Für angestellte Lehrer wäre dies einheitlich die Endgruppe E 13. Warum auf dieser Grundlage nicht zwischen den Tarifpartnern, den beamtenrechtlichen Spitzenorganisationen und dem Senat verhandelt wird, ist die Frage. Berlins Lehrkräfte haben es verdient, dass sich die Sozialpartner endlich an einen Tisch setzen, um die Entgelt- und Besoldungsgrundlagen zukunftssicher zu regeln.

Joachim Jetschmann, per E-Mail

Aufenthaltsrecht muss gesetzlich neu geregelt werden

Zum Artikel: „Verfassungsschutz besorgt über deutsche Syrien-Kämpfer“ vom 23. September

Wie wird unsere Justiz gegen deutsche Dschihadisten, die derzeit in Syrien auch Verbrechen an unbewaffneten Zivilisten, insbesondere Christen, verüben, bei deren eventueller Rückkehr vorgehen? Müssen wir im Falle einer Verhaftung und anschließender Verurteilung mit Racheakten von hier lebenden Gesinnungsgenossen rechnen? Laut Verfassungsschutz leben derzeit etwa 42.000 radikale Islamisten in Deutschland. Das ist für uns Bürger ein inakzeptabler Zustand. Das Aufenthaltsrecht muss gesetzlich neu geregelt werden, damit Hassprediger und deren Sympathisanten, ob mit Migrationshintergrund oder auch deutsche Konvertiten, ausgewiesen werden können. Niemand hierzulande dürfte ein Interesse daran haben, dass sich Anschläge wie jetzt in Nairobi auch in Deutschland ereignen. Unsere Staatsschützer sollten daran denken, dass weiche Ziele wie Bahnhöfe, Züge und auch Einkaufszentren schlecht zu schützen sind. Allein schon deswegen müssen Präventivmaßnahmen entwickelt werden, die ein hartes Vorgehen und schnelles Ausweisen von Feinden unserer Demokratie erlauben.

Bernhard Adomeit, per E-Mail

Belastung durch verschiedene Abflugrouten minimieren

Zum Artikel: „Initiativen fordern neue Planung der BER-Flugrouten“ vom 21. September

Ein Bahnhof vor der Haustür? Eine Autobahnanschlussstelle in unmittelbarer Nähe? Restaurants und Kneipen an der Ecke? Direkte Flugverbindungen in alle Welt? Toll! Nur laut darf es nicht sein. Aber wohin sollen die Flieger vom BER denn starten? Blankenfelde? Nein! Lichtenrade? Zu laut! Müggelsee? Die armen Vögel! Wannsee? Um Gottes willen, der Reaktor! In einem dicht besiedelten Land wie Deutschland gibt es keinen Ort, an dem sich niemand gestört fühlt. Auch in Sperenberg wohnen Menschen. Man kann nur versuchen, die Belastung für die Betroffenen zu minimieren, indem man möglichst viele verschiedene Abflugrouten schafft und die Last verteilt.

Marco Rosenwick, Wilhelmsruh

Aus Kostengründen viele kleine Firmen beschäftigt

Zum Artikel: „Eine Tragödie in Schönefeld“ vom 20. September

Das, was jetzt beim Flughafen BER in Schönefeld zu beanstanden ist, haben sich die politisch Verantwortlichen selbst zuzuschreiben. Anstatt den Bau insgesamt einer Firma zu übertragen, wurden aus Kostengründen viele kleine Firmen mit dem Bau beauftragt. Man hatte gehofft, dadurch viel Geld sparen zu können. Jetzt weiß man, dass dies ein Trugschluss war.

Lothar Wirth, per E-Mail