Leserbriefe

„SPD sollte sich nicht verweigern“

Leser zu dem Ergebnis der Bundestagswahl und den möglichen Optionen zur Regierungsbildung

Das Ergebnis der Bundestagswahl ist ein gutes Ergebnis für Deutschland und Europa, insbesondere für die verschuldeten EU-Staaten, sehen diese doch so, dass die Deutschen überwiegend die EU-Politik der Kanzlerin gutheißen.

Lutz-Peter Schmitz, per E-Mail

Die Wahlen sind gelaufen, die Karawane zieht weiter. Auf der Strecke geblieben sind die Lobbyisten-Knechte der Wendehalspartei FDP.

Thomas Hansen, Reinickendorf

Auch diese Wahl hat erneut gezeigt, dass es den Politikern weniger um Deutschland, sondern mehr um ihren Platz im Bundestag geht. Die FDP hat vier Jahre lang ihr Profil verteidigt, ohne etwas für Deutschland und ihre Wähler zu tun. Die SPD war beleidigt, weil sie die vorherige Wahl verloren hatte, und konnte nur andere schlechtmachen. Die Grünen machten die Regierung schlecht, hatten aber keine erkennbaren eigenen Ideen. Das Wahlergebnis zeigt, wie das bei den Wählern ankam. SPD und die CDU könnten gemeinsam etwas für das Land, für die Menschen und für soziale Gerechtigkeit tun. Ich fürchte, das bleibt ein Traum.

Eberhard Backhaus, Lichtenberg

Angela Merkel hat in ihrem Polarisierungswahn alles verschlungen, was ihrer Macht im Wege stand und steht jetzt als schwache Kanzlerin da, jederzeit einem möglichen Misstrauensvotum des linken Blocks ausgeliefert.

Michael Maresch, München

Nun muss die neue Regierung unter Führung der CDU beweisen, dass sie im wichtigsten Politikfeld, nämlich Europa, kompetent ist, was ich aber bezweifle. Ich prophezeie, dass in den nächsten Jahren massive soziale Unruhen in Südeuropa dazu führen werden, dass der Euro auseinanderbricht und auch Deutschland darunter zu leiden haben wird. Die CDU wird in der Wählergunst sinken. SPD und die Grünen täten deshalb gut daran, wenn sie sich einer Merkel-Regierung verweigern würden, sonst werden sie mit in diesen Abwärtsstrudel gezogen. Wir brauchen einen wirklichen Politikwechsel, der ist aber nur links von der Union möglich.

Thomas Henschke, Reinickendorf

Wenn die NRW-SPD sagt, man wolle kein Mehrheitsbeschaffer der Union sein, dann ist das nicht gerade verantwortungsbewusst. Zuerst das Land, dann die Partei. Selbstverständlich hat man auch in einer großen Koalition viele Möglichkeiten, Politik zu gestalten. Deutschland steht vor gewaltigen Aufgaben. Die SPD sollte sich daher nicht verweigern. Franz Müntefering hat recht, wenn er sagt: Opposition ist Mist.

Christoph Luban, per E-Mail

Die FDP hat als einzige Partei weniger Staat und mehr persönlichen Einsatz gefordert. Vermutlich haben sich viele Wähler von den Volksparteien Angst vor einem derart schlanken Staat machen lassen und wählten den fürsorglichen Staat mit Mindestlohn und guter Grundrente.

Ralf Drescher, Lichtenberg

Die SPD sollte von einer großen Koalition Abstand nehmen. Das hat ihr schon einmal nicht gutgetan. Außerdem verlöre sie ihren Markenkern, der nach wie vor in Deutschland dringend benötigt wird. Der SPD-Wähler würde sie dafür abstrafen. Das könnte dann irgendwann so enden wie bei der FDP. Man sollte CDU/CSU die Suppe selbst auslöffeln lassen, die sie Deutschland und Europa eingebrockt hat.

Lothar Wirth, per E-Mail

Obwohl die FDP verdient aus dem Bundestag ausgeschieden ist, ändert sich die Parteienlandschaft eher nicht. Der frische Wind, den ich mir durch die AfD gewünscht hätte, blieb aus. So kann man nur feststellen, dass der Großteil der Wähler mit der Politik der vergangenen Jahre offensichtlich äußerst zufrieden ist.

Michael Klages, Staaken

Tritt die SPD erneut als Juniorpartner und CDU-Mehrheitsbeschaffer in eine große Koalition ein, wird sie über kurz oder lang das gleiche Schicksal wie die FDP ereilen. Als 25-Prozent-Partei hat die SPD nämlich schon lange ihren Status als Volkspartei verloren. Auch bei dieser Bundestagswahl hat sich erneut gezeigt, dass die Sozialdemokraten als Hartz-IV-Erfinderpartei seit Jahren ein politisches Glaubwürdigkeitsproblem haben, wenn es um die soziale Gerechtigkeit hierzulande geht.

Albert Alten, per E-Mail

Wenn ich mir die Auftritte der Linken ansehe, so ist immer nur Gregor Gysi zu sehen. Wo aber haben die Linken Sahra Wagenknecht oder Klaus Ernst gelassen? Mit denen ist wohl kein Staat zu machen.

Bernd Kaczmarek, Tempelhof