Leserbriefe

„Seltsame Hektik“

Leser zu den Plänen des Senats, die Wasserbetriebe für 640 Millionen Euro vollständig zurückzukaufen

Als der Berliner Senat die Wasserwerke an Veolia und RWE verkauft hat, hat er den Erlös in den allgemeinen Haushalt gesteckt. Die Käufer setzten die Wasserpreise so fest, dass ihre Erwerbskosten wieder hereinkommen. Nun kauft der Senat die Wasserwerke wieder zurück und setzt solche Wasserpreise fest, dass seine Erwerbskosten wieder hereinkommen. So bezahlt der Bürger, der das Wasser benötigt wie die Luft zum Atmen, die Wasserbetriebe in diesen Jahren zweimal, obwohl sie ihm von Anfang an gehörten; hat er doch deren Aufbau von Anfang an mit seinen Wasserpreisen bezahlt. Dummheit oder listige Haushaltsführung? Der Dumme ist aber wieder einmal der Bürger.

Friedrich F. Zuther, Lichterfelde

Die jetzt an den Tag gelegte Hektik um den Wasserrückkauf kommt mir seltsam vor. Warum hat man die Volksabstimmung nicht abgewartet, die man doch extra noch erschwert hat? Der Rückkaufpreis ist hoch, aber sicherlich nicht utopisch. Es muss also noch andere Dinge und Gründe geben, die nicht publik werden dürfen. Es ist kein Geld für den Rückkauf da, das heißt, die Wasserkunden müssen all dies bezahlen, und das, obwohl jahrzehntelang kaum etwas in die Infrastruktur der Wasserbetriebe investiert wurde. Jetzt versucht man, Besitzern von Einfamilienhäusern einzureden, sie hätten defekte Rohre. Mit den so notwendigen Sanierungen will man zusätzlich zum Wasserentgelt abkassieren. Die Fotos, die man mir von meinem Rohr präsentiert hat, sollen Undichtigkeiten zeigen, es ist aber für mich als Laien absolut nichts erkennbar. Es handelt sich also um eine neue Geldbeschaffung auf unsere Kosten. So wird es immer weitergehen. Und wer da glaubt, dass der Wasserpreis nach dem Rückkauf künftig sinkt, wird sich noch wundern.

Regina Kröning, Spandau

Fehlende Substanz und mangelndes Know-how

Zum Artikel: „Wir wollen nicht immer die A-Karte“ vom 11. September

Die Kompetenzen der Deutschen Bahn liegen eher in den Alttechnologien von Diesellok und Schottergleisen als bei Hochgeschwindigkeitsverbindungen und Betonschwellern. Dass die deutsche Hauptstadt im Jahr 2013 auf eingleisiger Schotterstrecke mit uralter Antriebstechnologie der Baureihe 218 465-3 und noch älteren Reisezugwagen im Berufsverkehr angesteuert wird, weist auf die fehlende Substanz und das mangelnde Know-how des großen deutschen Transportunternehmens hin. Das soll nun bis 2020 alles besser werden? Als Unternehmer muss man Visionen haben, aber besser wäre es, die Schottergleisstrecken zu elektrifizieren, um das Streckennetz zu erweitern, die Stellwerke personell besser zu besetzen und sich zuverlässigere Zulieferer zu suchen.

Wilfried Graurock, Westend

Die Zubringerstraßen müssen dringend angepasst werden

Zum Artikel: „Abgehängt in Stahnsdorf“ vom 9. September

So wie in Velten ist die S-Bahn in Stahnsdorf und Kleinmachnow dringend notwendig. Ebenso sollte der Bau der L 77 vom Land Brandenburg in Angriff genommen werden. Wir haben eine schnell wachsende Bevölkerung, und es entstehen auch viele neue Arbeitsplätze. Der Bund, Brandenburg und die Bahn sind aufgefordert, Mittel notfalls aus anderen Projekten umzuschichten. Die Gemeinden zwischen Velten und Hennigsdorf wollen sogar die S-Bahn vorfinanzieren. Es wird Zeit, dass sich bei der Verbesserung der Infrastruktur etwas in Brandenburg bewegt. Es reicht nicht aus, wenn die B96a und die B 101 vierstreifig ausgebaut, die Zubringerstraßen aber nicht angepasst werden. Dringend wäre auch der Ausbau der Giesensdorfer Straße und der Osdorfer Straße zur B 101 mit einem vernünftigen Rad- und Fußweg.

Thomas Splittgerber, Lichterfelde

Auch in Mitte sollte etwas gegen Fahrradreste unternommen werden

Zum Artikel: „Besitzer sollen Schrottfahrräder entfernen“ vom 6. September

Seit Jahren gibt es im Berliner Straßenbild die hässlichen und zum Teil auch gefährlich abgestellten Schrottfahrräder. Darum ist es zu begrüßen, dass das Ordnungsamt Friedrichshain-Kreuzberg als erster Bezirk sich der vielen Schrottfahrräder annimmt. Vielleicht wacht nun auch der touristisch stark besuchte Bezirk Mitte langsam auf und kümmert sich um die vielen Fahrradreste. In Mitte werden vereinzelt gelbe Zettel an Schrottfahrrädern mit einer Fristangabe zur Beseitigung angebracht, aber wenn die Frist abgelaufen ist, werden die trotzdem vom Bezirk nicht entfernt.

Klaus Okrafka, per E-Mail