Leserbriefe

„Klein-klein weiterwursteln“

Leser zur geplanten Teileröffnung des BER mit zehn Maschinen pro Tag und 1500 Passagieren

Neuer Aufsichtsratschef beim BER-Hauptstadtflughafen wird der Regierende Bürgermeister von Berlin und bereits gescheiterte ehemalige Aufsichtsratschef Klaus Wowereit (SPD). Wow, das Katz-und-Maus-Spiel des Duos Mehdorn-Wowereit geht in die nächste Runde. Kann Ex-Bahnchef Hartmut Mehdorn den mängelbeladenen BER-Hauptstadtflughafen im Frühjahr 2014 teileröffnen, oder macht er ihn nach dem Vorbild des Geisterbahnhofs in Mainz zum Berliner Geisterflughafen?

Roland Klose, per E-Mail

Anstatt erst mal an das Gesamtbauwerk zu denken, wird jetzt erst mal klein-klein weitergewurstelt. Eine Teileröffnung ist jetzt im Frühjahr 2014 angedacht. Angestrebt wird jetzt eine Inbetriebnahme mit 1500 Passagieren pro Tag. Obwohl noch nichts entschieden war, orderte man schon eine Gepäcklaufbahn. Man kann nur hoffen, dass die Testpassagiere von Condor und Germania eine robuste Natur beweisen und sich durch nichts schrecken lassen. Das zuständige Bauamt in Dahme-Spreewald äußert sich bis jetzt jedoch zurückhaltend.

Thomas Hansen, Reinickendorf

Nun geht die weltweite BER-Blamage ja in die nächste Runde. Einmal versagen reicht nicht. Nun ist der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit wieder Aufsichtsratschef, und Hartmut Mehdorn eröffnet den neuen Berliner Großflughafen klein-klein mit maximal 1500 Passagieren pro Tag. Jeder Dorfbahnhof hat mehr Reisende zu verbuchen.

Rolf Pilgram, Schöneberg

Welcher Teufel hat sie diesmal geritten – unsere Politiker aus Berlin und Brandenburg –, dem Vorschlag einer Teileröffnung zuzustimmen? Wie kommen die Passagiere dort hin und wieder zurück? Soll etwa die gesamte Infrastruktur wie S-Bahn, Busse, DB und Taxi für etwa 1500Passagiere ständig zur Verfügung stehen? Die Geschäftsführung und die Ingenieure und Bauleiter, aber auch die ausführenden Firmen sollten endlich ihre Arbeit machen und den BER auf den Weg bringen. Hoffentlich hinterlässt Herr Mehdorn nicht wieder ein Schlachtfeld wie bei der Bahn und Air Berlin.

Thomas Kramer, Marienfelde

Es scheint so zu sein, dass es in Deutschland keine Firma gibt, die in der Lage ist, die Installation eines Brandschutzes, einer Abluftanlage und eines Gepäckförderbandes zu gewährleisten. Vielleicht sollten sich die BER-Flughafenchefs im Ausland umhören.

Lothar Wirth, per E-Mail

Viel Geheimniskrämerei in der so gepriesenen Demokratie

Zum Artikel: „Vertretungsstunde bei Frau Merkel“ vom 14. August

Der Artikel fordert meine Frage heraus, was das mit der so gepriesenen Freiheit und Demokratie zu tun hat, wenn Schüler des Gymnasiums zur Geheimhaltung gezwungen werden? Warum musste der Inhalt der Schulstunde geheim gehalten, den Schülern Interviews verboten werden? In welcher Demokratie leben wir eigentlich? Der Satz im Artikel „Mit dem Unterrichtsthema wollte die Kanzlerin das Bewusstsein der Schüler für freiheitliche und demokratische Traditionen in der deutschen Geschichte stärken“ ist reine Provokation, zeigt aber deutlich, in welche Richtung das Denken der Schüler ausgerichtet werden soll. Oder wie „geschichtlich sattelfest“ war Frau Merkel als „Vertretungslehrerin“, dass niemand darüber reden darf?

Rolf Enge, per E-Mail

Bezahlung angestellter Lehrer bleibt eine Baustelle

Zum Artikel: „Die stille Gewinnerin“ vom 15. August

Bildungssenatorin Sandra Scheeres ist ein Glücksfall für die Berliner Schulverwaltung. Sie konnte fast alles umsetzen, was sie am Anfang versprochen hatte, und allen, die sie unterstützt haben, sei an dieser Stelle der Dank ausgesprochen. Die einzige Baustelle, die die Berliner Schulverwaltung dauerhaft lösen muss, ist die Bezahlung der angestellten Lehrer und Erzieher.

Thomas Splittgerber, Lichterfelde

Zum Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz möchte ich Folgendes sagen: Wenn ich die Höhe der Beträge lese, die ausgegeben werden, um fast noch Babys wegzugeben, werde ich sehr traurig. Zentrale Erkenntnisse der Entwicklungspsychologie und Bindungsforschung werden aufgrund der Forderungen der Wirtschaft zur Seite geschoben. Man verausgabt sich finanziell – und das Geld fehlt später woanders. Was ist mit den Jugendlichen, die Sinn und Halt in ihrem Leben finden sollen?

Almut Rosebrock, per E-Mail