Leserbriefe

„Gewaltbereitschaft ist nicht neu“

Leser über den Einsatz von Polizei und Staatsanwaltschaft bei Berliner Linksextremisten

Sie berichten über die scheinbar plötzliche Erkenntnis linksextremer Aktivitäten. Linksextreme Gewalttaten sind gewünscht. Wie ist sonst zu erklären, dass Rot-Grün und die SED-Nachfolgepartei Die Linke stets nur gegen Rechtsextremismus demonstrieren. Sinnvoller wäre es aber, gegen Extremismus überhaupt zu demonstrieren, womit man sich natürlich seiner eigenen Gewaltbereitschaft einen Riegel vorschöbe. Auch die statistischen Vergleiche hinken. Einem Heil Hitler und einer Hakenkreuzschmiererei steht eine linke Gewalttat (brennendes Auto) gegenüber. Es wäre wahrhaft wünschenswert, wenn dem Linksextremismus die gleiche oder wenigstens mehr Aufmerksamkeit als bisher geschenkt werden würde.

Harald G. A. Becker, per E-Mail

Liebe Leserinnen und Leser,

in dieser Rubrik fand sich ursprünglich auch ein Leserbrief von Frank Schwerdt. Der Brief war auf der Leserbriefseite der gedruckten Ausgabe erschienen, deren Inhalt auch über das Online-Printarchiv verfügbar ist. Bei der Veröffentlichung des Briefes war uns entgangen, dass es sich bei dem Absender um den stellvertretenden NPD-Vorsitzenden handelte.

Leserbriefe, die wir drucken, unterliegen einer Auswahl, da es nicht möglich ist, alle Leserbriefe zu drucken. Wir bemühen uns dabei nach all unseren Möglichkeiten darum, ein ausgewogenes Bild der Meinungen, die bei uns eingehen, wiederzugeben. Politisch extremen Absendern möchten wir aber kein Forum bieten.

Auf dem begrenzten Platz unserer gedruckten Seite hätten wir, wären wir uns des Absenders bewusst gewesen, einem anderen Leser sicher den Vorzug vor einem offen rechtsextremen Menschen gegeben, dessen Äußerungen immer vor seinem politischen Hintergrund zu sehen sind. Daher haben wir uns entschieden, den Brief zumindest von der digitalen Seite wieder herunterzunehmen und einem anderen Leser die Chance zu geben, an dieser Stelle seine Meinung zu veröffentlichen.

Die Redaktion der Berliner Morgenpost

Windenergie: Wer kanalisiert eigentlich diesen Wahnsinn?

Zum Artikel: „250.000 tote Fledermäuse durch Windräder“ vom 20. August 2013

Wen stören schon 250.000 tote Fledermäuse? Die Grünen offenbar nicht und auch nicht die Umweltverbände. Und über die zu Tausenden durch Windräder zerhackten Vögel wie u.a. Habicht, Storch und Kranich redet auch kaum jemand. Begeistern tut diese Metzelei allerdings Füchse und anderes Getier. Die finden einen reich gedeckten Tisch vor.

Irgendwie machen Windräder keine Freude mehr. Der Widerstand gegen die immer größer werdenden „Spargel“ wächst, weil die Windräder die Landschaft verschandeln, Dorfbewohner durch Schattenwurf und Lärm belästigen, es keine rechten Antworten auf Fragen der Entsorgung gibt, die Energiepreise steigen auch weil die Betreiber nette Subventionen erhalten. Ganz abgesehen davon, dass die Strom-Einspeisung Schwierigkeiten bereitet, weil das Leitungsnetz nicht engmaschig genug ist. Wer kanalisiert eigentlich diesen Wahnsinn?

Dietrich Pawlowski, per E-Mail

Flüchtlingsdrama: Kommunen sollten sich ein Beispiel an Palermo nehmen

Zum Artikel: „Wie viele Tote müssen wir noch bergen?“ vom 12. August

Mich wundert, dass die EU es anscheinend nicht für nötig hält, sich um die hauptsächlich in Italien und Griechenland ankommenden afrikanischen Flüchtlinge zu kümmern und sie adäquat auf einzelne EU-Länder zu verteilen. Stattdessen überlässt man das Problem der lokalen Verwaltung und den Bürgern vor Ort.

Auch deutsche Kommunen sollten sich mal an der im Artikel erwähnten sizilianischen Kleinstadt ein Beispiel nehmen, die Tausende von Flüchtlingen zu „Ehrenbürgern“ ernannte.

Auch für die in Berlin am Oranienplatz seit Monaten kampierenden und dahinvegetierenden Flüchtlinge wäre eine einigermaßen menschenwürdige Unterkunft angebracht. Man könnte sich auch mal ein Beispiel an Ländern wie Jordanien nehmen: Entsprechend der Einwohnerzahl hat dieses Land in kurzer Zeit in etwa so viele Flüchtlinge aus Syrien aufgenommen, als wenn die alte Bundesrepublik Deutschland die gesamte DDR aufgenommen hätte.

Detlef Moese, Charlottenburg

Weigerung, faire Renten zu zahlen, untergräbt das Vertrauen

Zum Artikel: „Wir sind schicksalhaft verbunden“ vom 14. August

Die Argumentation von Yakov Hadas-Handelsman führt in die richtige Richtung. Denn schon allein aufgrund der Tatsache, dass sehr viele Menschen in Israel deutsche Vorfahren haben, gibt es eine besondere Verbindung zwischen beiden Ländern. Die man nicht nur wegen der besonderen Geschichte als Belastung empfinden sollte, sondern auf der man auch gut für die Zukunft aufbauen kann. Wobei allerdings Deutschland einen ersten Schritt tun muss, da die bisherige Weigerung, ehemaligen Zwangsarbeitern faire Renten zu zahlen, das Vertrauen in einen verantwortungsvollen Umgang mit dem historischen Erbe nicht unerheblich untergräbt.

Rasmus Ph. Helt, per E-Mail

Gastronom kann das Abkassieren seiner Gäste verbieten

Zum Artikel: „Verbotsschilder gegen Straßenmusikanten“ vom 13. August

Für uns Lokalbetreiber ist die Problematik Straßenmusik ein heikles Thema. Gerade hier in Kreuzberg ist es oft nicht einfach, bei Mitleid des einen Gastes und der totalen Empörung des anderen der jeweiligen Situation gerecht zu werden. Man darf ja auch nicht vergessen, dass das Musizieren nur eine Form der Geldbeschaffung ist, der unsere Gäste ausgesetzt sind.

Dann gibt es noch die Rosen- und Zeitungsverkäufer, Spendensammler, Blinde oder Bettler mit kleinen Kindern. Es ist zwar richtig, dass wir Restaurantbetreiber relativ machtlos sind, das Musizieren außerhalb unserer Gastflächen zu unterbinden. Allerdings kann der Gastronom das Abkassieren seiner Gäste nach der Musikeinlage verbieten. Wenn dies konsequent getan wird, verliert das Ganze seinen ursprünglichen Sinn, und das Problem löst sich mit der Zeit von alleine. Bei uns hat jedenfalls die Zwangsbeschallung in diesem Jahr spürbar abgenommen.

Jochen Ziegenhals, per E-Mail