Leserbriefe

„Sanieren statt schließen“

Leser zu den Plänen von Berlins Bäderchef Ole Bested Hensing, Standorte aufzugeben

Was hat der neue Berliner Bäderchef Ole Bested Hensing nur für ein sonderbares Konzept? Er sollte die für den Bau von Spaß- und Kombibädern angedachten bis zu 35 Millionen Euro lieber in die Senkung der Eintrittspreise und die Modernisierung der vorhandenen und von Schließung bedrohten Bäder stecken. Schwimmen ist mit eine der wichtigsten Aktivitäten, um die Gesundheit zu erhalten. Wie viele Kinder haben jetzt schon zu wenig Sport in der Schule. Wir brauchen die Bäder mit günstigen Eintrittspreisen und kurzen Wegen. Dann brauchen wir auch nicht so viele Therapien gegen Rückenschmerzen. Wir brauchen Führungskräfte, denen das Wort sozial noch geläufig ist.

Klaudia Spickermann, per E-Mail

Sollten weitere Bäder schließen, leidet die Attraktivität der Stadt erheblich darunter. Viele von denen, die jetzt noch schwimmen gehen, werden dann wegen des fehlenden Angebots ihre sportlichen Aktivitäten verringern oder ganz einstellen. Das kann nicht gewollt sein.

Bernd Schneider, Grünau

Ich möchte dem Bäderchef insofern zustimmen, dass viele Schwimmbäder unattraktiv sind. Schwimmhallen, in denen 50-Meter-Bahnen abgeteilt werden können und somit das unfallfreie Freistil- oder Rückenschwimmen möglich wäre, sind durch Vereine blockiert. Da kann der Arzt noch so viel reden, man möge doch in Rückenlage trainieren. Auch möchte nicht jeder Vereinsmitglied werden, um zu arbeitnehmerfreundlichen Feierabendzeiten regelmäßig seine Bahnen ziehen zu können. Für Berufstätige ist es kaum möglich, gegen 18 oder 19 Uhr eine Schwimmhalle in dieser Form zu nutzen. Auch die Eintrittsgelder der Freizeitschwimmer könnten die Bilanz der Schwimmbäder verbessern.

Meve Bachmann, per E-Mail

Statt Stuttgart 21 hätte man die Bahn auf Vordermann bringen sollen

Zum Artikel: „Sparvorgaben, Überstunden, hoher Krankenstand“ vom 13. August

Es wird langsam Zeit, dass die angeblich so guten Bahnmanager und Minister in Haftung genommen werden. Was sich in Mainz und wahrscheinlich bald in anderen Gegenden bei der Deutschen Bahn abspielt, ist der Super-GAU und der Offenbarungseid in Deutschland. Seit Jahren und Jahrzehnten wird auch die Bahn, somit das gesamte Streckennetz, mit Schienen, Gebäuden und Bediensteten, auf Verschleiß gefahren. Dafür sind Ex-Bahnchef Hartmut Mehdorn, Bahnchef Rüdiger Grube und Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) verantwortlich. Für die immensen Kosten der Großbaustelle Stuttgart 21 hätte man in ganz Deutschland die Bahn auf Vordermann bringen können. Aber das war politisch nicht gewollt.

Lothar Wirth, per E-Mail

Nicht nur bei der Bahn in Mainz sind Überstunden, Urlaub und hoher Krankenstand und viele unbesetzte Stellen am Ausfall von Zügen schuld. Es gibt weitere zahllose Beispiele wie bei der Berliner S-Bahn, die noch immer nicht alle verfügbaren S-Bahn-Züge auf die Strecke schickt. Nicht nur bei der Bahn, auch in der Berliner Verwaltung muss mehr Personal auf Dauer eingestellt werden, damit die immer häufiger auftretenden Engpässe reduziert werden.

Thomas Splittgerber, Lichterfelde

Senat muss sich entscheiden, wie viel Geld ihm der Tierpark wert ist

Zum Artikel: „Neuanfang im Zoo: Der Direktor muss gehen“ vom 8. August

Der Aufsichtsrat wird den im Juni 2014 auslaufenden Vertrag von Zoo- und Tierparkdirektor Bernhard Blaszkiewitz nicht verlängern. Es wird behauptet, Blaszkiewitz wäre das Haupthindernis für die Modernisierung des Tierparks. Das Gegenteil aber ist der Fall. Wer den Tierpark noch aus dem Jahr 1989 kannte, kann nur begeistert sein über seinen derzeitigen Zustand. Das ist das Ergebnis der guten Zusammenarbeit des Direktors Blaszkiewitz seit 1991 mit dem ehemaligen Kaufmännischen Geschäftsführer Hans-Peter Czupalla. Es geht nicht um Personen. Der Senat muss entscheiden, wie viel Geld ihm die Optimierung des Tierparks wert ist. Der Berliner Senat hat den Zuschuss von einst mehr als zwölf Millionen Euro auf jetzt noch 6,2 Millionen Euro pro Jahr gesenkt. Die als positive Beispiele genannten Zoos Hannover und Leipzig haben massive finanzielle Unterstützung bekommen. Die Eintrittspreise dort liegen deutlich über denen von Zoo und Tierpark. Wer aus dem Tierpark einen Freizeitpark machen will, muss konsequenterweise die Tiere abschaffen und Achterbahnen aufbauen und den Anspruch der wissenschaftlichen Tierhaltung komplett aufgeben. Damit würde Berlin dann einen Tiergarten von Weltrang verlieren.

Bodo Brandt, Stahnsdorf