Leserbriefe

„Planlose Energiewende“

Leser zum Stromversorger Vattenfall, der vorerst keinen Rückzug aus Deutschland plant

Steigende Stromkosten beeinträchtigen die Wettbewerbsfähigkeit. Die Stromversorgung im Zuge der Energiewende kann nur nach und nach umgesetzt werden angesichts der steigenden Preise beziehungsweise der Umlagen, die im Herbst bestimmt noch weiter anziehen werden. Hinzu kommen hohe Kosten für den Abriss der Kernkraftwerke und die Lösung der Endlagerfrage. Das alles treibt die Kosten in die Höhe, und wir müssen aufpassen, dass es nicht zu einer „Deindustrialisierung“ Deutschlands kommt. Insbesondere der Mittelstand leidet unter den steigenden Kosten für Energie. Man braucht gar nicht nach Asien zu gehen, bei unseren Nachbarn, zum Beispiel in Frankreich, ist der Strom etwa 30 Prozent billiger. Und das macht bei der Wettbewerbsfähigkeit schon einiges aus.

Christian Lukner, per E-Mail

Die Entscheidung von Vattenfall-Chef Tuomo Hatakka, keinen schnellen Rückzug aus Deutschland zu planen, ist zu bedauern. Der deutsche Energiemarkt ist durch die planlose Energiewende zu einer Investitionswüste geworden, wo nicht nur Braunkohle (noch) verfeuert wird, sondern jede Menge Kapital. Dieser kapitale Wahnsinn sollte schnellstens beendet werden.

Wolfgang Heller, per E-Mail

Gemeinden im Südwesten arbeiten bereits zusammen

Zum Artikel: „Erzbistum Berlin: Umstrukturierung in der Kritik“ vom 6. August

Es ist sicher richtig, dass der vom Erzbischof Kardinal Woelki angestoßene Prozess der Umstrukturierung des Erzbistums von vielen kritisch, von einigen teilweise auch mit Ängsten gesehen wird. Es gibt aber auch positive Erfahrungen hierzu, zum Beispiel im Südwesten Berlins. So haben sich bereits im Frühjahr dieses Jahres aus Anlass des Adventhirtenbriefes des Kardinals die Vorstände der Laiengremien (Pfarrgemeinderäte) der Nachbargemeinden Mater Dolorosa in Lankwitz und Vom Guten Hirten in Marienfelde über Bezirks- und Dekanatsgrenzen hinweg zu einem ersten Gespräch getroffen. Dabei wurde festgestellt, dass bereits eine gewachsene Struktur über die Gemeindegrenzen hinweg besteht und beide Gemeinden durch viele Institutionen auf ihrem Gemeindegebiet, zum Beispiel die St.-Alfons-Grundschule, das St.-Marien-Krankenhaus, Kitas, Hortinitiativen und Einrichtungen der Caritas, miteinander verbunden sind. Es bestehen aber auch bereits viele Kontakte der Gemeindemitglieder – vor allem der Jugendlichen – untereinander, Ökumene und Eine-Welt-Arbeit sind in beiden Gemeinden ein Schwerpunkt. Selbstverständlich wurde diese Entwicklung durch die Pfarrer positiv begleitet und gefördert. Dieses Beispiel zeigt, dass der Prozess der Umstrukturierung Erfolg zeigen kann, wenn sich alle einbringen.

Bernhard Wrona, Marienfelde

Höhere Preise treffen vor allem den Verbraucher

Zum Artikel: „Schlechte Ernte: Obst und Gemüse in Berlin werden deutlich teurer“ vom 7. August

Die Ernte aller landwirtschaftlichen Betriebe ist noch nicht erfolgt beziehungsweise abgeschlossen, und schon wird von Erhöhung der Preise gesprochen, immer mit der Begründung, das Wetter sei schuld. Es leugnet kein Mensch, dass der Winter länger war als in vergangenen Jahren. Dann kam ein feuchtes Frühjahr und in weiten Regionen das Hochwasser, wo die Flut viele Kulturen auf den Agrarflächen vernichtete. Der Staat, Bundes- und Landesregierungen, sollte sich um das Thema kümmern, denn jede Preiserhöhung hat Auswirkungen. Der Verbraucher überlegt genauer, was er wirklich benötigt. Die Essensqualität von den Großküchen für Schulen, Kitas, Krankenhäuser, Pflegeheime und Kantinen wird gemindert, oder die Preise steigen an. Es trifft voll die Endverbraucher.

Wolfgang Priese, per E-Mail

Glaubwürdigkeitslücke in der SPD-Spitze

Zum Artikel: „Ein Hoch für die Kanzlerin“ vom 3. August

Die Analyse über die Gründe für Angela Merkels gute Umfragewerte ist gut nachvollziehbar. Auch mir macht die vom Autor erkannte Glaubwürdigkeitslücke zwischen dem SPD-Kanzlerkandidaten und seiner Partei große Sorgen. Ich befürchte nämlich, dass die SPD-Spitze zwar bisher ein Bündnis miteinander ausgeschlossen hat, bei einer Mehrheit von SPD, Grünen und Linker gegenüber Union und FDP aber dann aller Wahrscheinlichkeit den stark angeschlagenen Wowereit aus dem Brennpunkt Berlin abzieht und zum Bundeskanzler kürt, weil Steinbrück bei seiner Ablehnung bleibt.

Norbert Gewies, Reinickendorf