Leserbriefe

„Metertief im Dopingsumpf“

Leser zu dem Geständnis von Berlins Ex-Radprofi Erik Zabel, in seiner aktiven Zeit gedopt zu haben

Das bisher funktionierende Verschleierungssystem des Dopings im Radsport wird immer durchsichtiger. Das Traurige daran ist, dass verschiedene Institutionen überhaupt kein Interesse daran haben, diese kriminellen Machenschaften aufzudecken. Klar ist auch, warum, der komplette Radsport an sich ist völlig versaut und steckt metertief im Dopingsumpf. Unter diesen Umständen darf es überhaupt keine Profi-Radsportveranstaltungen mehr geben. Die sogenannten Sportler kann man nur bestrafen, indem man die Verjährung auf Dopingvergehen auf mindestens 30 Jahre hochsetzt und ihnen ihre Gehälter und Prämien bei einer positiven A- beziehungsweise B-Probe wieder wegnimmt und sie außerdem damit rechnen müssen, bei einer Falschaussage ins Gefängnis zu wandern.

Lothar Wirth, per E-Mail

Hoffen solche Kriminellen wie Jan Ullrich und Erik Zabel eigentlich auf Mitleid? Ohne ihre Betrügereien wären sie wahrscheinlich noch nicht mal um den Henninger Turm gekommen. Wie muss sich der Sohn von Erik Zabel fühlen, wenn ihm von allen Seiten klargemacht wird, dass sein Vater nur durch Betrug ein so guter Radsportler war? Der Junge wird irgendwann begreifen, dass sein Vater unzählige Fans belogen und betrogen hat – und als unsauberer Sportler auch noch viel Geld verdient hat.

Ralf Lange, Mariendorf

Alter Zustand am Tauentzien sollte wiederhergestellt werden

Zum Artikel: „,Dem Kudamm fehlen Cafés und Restaurants‘“ vom 1. August

Es wäre interessant gewesen, wenn Klaus Wowereit sich mal zu dem stadtplanerisch so wichtigen Bereich der Tauentzienstraße geäußert hätte. Dort ist der Stadt und den beteiligten Bezirken Charlottenburg-Wilmersdorf und Schöneberg leider kein allzu großer architektonischer Wurf gelungen. Man kann sich nur wundern, wie Planer solch einen untragbaren, geschmacklosen Entwurf überhaupt zustande brachten, und die zuständige Verwaltung setzt das auch noch um. Mehr kann man sich wirklich nicht blamieren. Anstatt die alten Tiergartengitter mit den bunten und farbprächtigen Blüten als Farbtupfer im Mittelstreifen zu belassen, sind dort langweilige, militärisch in Reih und Glied gepflanzte Eiben mit einer teuren, chinesischen Badewannen-Graniteinfassung versehen worden. Die Wege dazwischen wurden mit langweiligen Mosaiksteinen gepflastert, überaus preiswert, doch leider nichtssagend. Besser wäre es, das alles wieder zu entfernen und das alte Tiergartengeländer einschließlich bequemer Bänke und bunter Pflanzen wiederherzustellen.

Thomas Hansen, per E-Mail

Das Berliner Ensemble ist der Olymp der hiesigen Sprechtheater

Zum Artikel: „Claus Peymann soll ins Hansa-Viertel“ vom 29. Juli

Wenn ein traditionsreiches Theater über Jahrzehnte an seinem angestammten Platz spielt, so kann man dies nicht sofort verändern, es ist ja auch ein Publikum vorhanden, und in diesem Falle in großer Menge. Außerdem kommen noch räumliche Aspekte hinzu: Im Berliner Ensemble (BE) kann man drei Vorstellungen zu gleicher Zeit spielen, wo gibt es diese Möglichkeit noch? Am Ende des Artikels kommt wieder der Punkt mit der Sommerbespielung durch Hochhuth zur Sprache. Hier scheint der Fall so zu sein, dass eine Absprache lange genug vorher bisher nie so recht stattgefunden hat. Wie die Dinge auch liegen und sich juristisch entwickeln mögen: Das BE ist derzeitig der Olymp unter den Sprechtheatern in Berlin. Dieser höchst beachtliche Zustand darf durch äußere Gegebenheiten nicht beeinträchtigt werden. Möge die Einsicht der verhandelnden Personen es so fügen, dass alles in schöner Weise erhalten werden kann.

Gotthold Müller, Chemnitz

Auch Experten sollten hin und wieder einmal gewechselt werden

Zum Artikel: „Expertin van Almsick und ARD verlängern Vertrag“ vom 1. August

Es ist gut, wenn einstige Spitzensportler als Experten bei Fernsehübertragungen die Zuschauer mit Sachverstand informieren. Als Zuschauer fragt man sich aber, ob da nicht auch mal diese Experten gewechselt werden können. Im Fall von Franziska van Almsick wäre das sicher angebracht. Ihre Kommentare bei den Übertragungen von den Schwimmwettbewerben der Olympischen Spiele 2012 aus London waren mitunter eine Zumutung und oft nicht mehr als unterhaltsames Geschwätz. Nun hat die ARD den Vertrag mit ihr bis 2016 verlängert. Da muss man sich fragen, nach welchen Kriterien die ARD ihre Experten auswählt.

Frank Petzsch, Prenzlauer Berg