Leserbriefe

„Menschliches Versagen vermeiden“

Leser zu dem schweren Zugunglück in Spanien, bei dem 80 Menschen starben und 95 verletzt wurden

Das tragische Zugunglück in Spanien hat einen großen Vertrauensverlust in dieses Massenverkehrsmittel zur Folge. Eigentlich sollte die Signal- und Sicherungstechnik heute so weit entwickelt sein, dass derartige Unfälle – verursacht durch menschliches Versagen – ausgeschlossen werden.

Peter Ziegler, Karow

Ich finde es immer erschreckend, dass solche Unfälle aufgrund von menschlichem Versagen passieren können, obwohl der Mensch nur noch wenige Möglichkeiten hat, in solche technischen Vorgänge einzugreifen. Auch in Deutschland haben unsere Züge automatische Zugbeeinflussung, damit Computerprogramme eingreifen können, wenn der Mensch versagt. Wenn der Zug vorher 200 Stundenkilometer fahren darf, an der Kurve aber nur 80 Stundenkilometer, warum wird er nicht rechtzeitig automatisch abgebremst? Auch in Deutschland passieren häufig Unfälle, wo ich nicht verstehe, dass diese nicht durch diese automatischen Programme verhindert werden.

Gerhard Rassel, Friedenau

Fehlentscheidung in der historischen Mitte Berlins

Zum Artikel: „Neubau mit Nebenwirkungen“ vom 24. Juli

Die schlimmen Schäden, die am Marstall aufgetreten sind, sind mit allergrößter Wahrscheinlichkeit auf den Bau der misslungenen Rathausbrücke zurückzuführen. Wir hatten 2008 und 2009 mit genau diesen Argumenten auch vor dem Bau der Brücke und vor dem Entfernen des historischen Pfeilers in der Spree gewarnt. Aber alle Warnungen wurden als unbegründete Bürgermeinungen in den Wind geschrieben. Wir hatten auch argumentiert, dass der Brückenpfeiler eigentlich ein Denkmal ist und deshalb stehen bleiben müsse. Das wurde vom Landeskonservator weggewischt. Unsere Prophezeiung, dass die toten Winkel der fehlgeplanten Brücke zu Schmutz- und Pinkelecken verkommen werden, ist ebenso eingetreten. Klassischer Fall von Fehlplanung an so prominentem Ort, eine Schande. Bürgerbeteiligung ist ein Fremdwort. Das Baukollegium tagt nicht öffentlich. Der Steuerzahler zahlt und darf dann die Bauschäden und Hässlichkeiten besichtigen. Angesichts der umfangreichen Beschädigungen und Fehlentscheidungen in der historischen Mitte muss am Schinkelplatz schnellstens die Notbremse gezogen werden, wo weitere Schäden an der Friedrichswerderschen Kirche aufgrund einer geplanten Bebauung zu befürchten sind.

Annette Ahme, Kreuzberg

Härtere Strafen hätten eine abschreckende Wirkung

Zum Artikel: „Senat prüft Gassibeutel-Pflicht für Hundehalter“ vom 24. Juli

Haben denn unsere Umweltverwaltung und unsere Politiker nichts Besseres zu tun, als Regelungen zu treffen, deren Überwachung niemand gewährleisten kann? Die Ordnungskräfte sind jetzt schon an der Grenze ihrer Möglichkeiten und werden dafür auch noch bedroht. Den Vorschlag, aus den Einnahmen der Hundesteuer die Mitarbeiterzahl der Ordnungsämter zu erhöhen, halte ich für nicht durchsetzbar, da er zu Mindereinnahmen im Haushalt führt. Übrigens haben unsere Politiker in den 80er-Jahren eine Verdoppelung der Hundesteuer mit der Begründung durchgesetzt, dass die Hunde zu viel Kot hinterlassen. Wenn dafür also die Hundesteuer erhoben wird, warum muss der Hundebesitzer dann den Dreck auch noch beseitigen? Mir gefällt der Dreck auf den Gehwegen auch nicht. Wenn Herr Langenbrinck unsere Stadt sauberer machen will, soll er doch im Parlament beantragen, die Strafe für Verunreinigungen wie in New York auf 1000 Euro heraufzusetzen. Ich könnte mir schon vorstellen, dass eine derart hohe Strafe abschreckend wirkte. Allerdings müsste man dafür auch die Kontrollen wirklich durchführen. Schon bei den Radfahrern ist man nicht in der Lage, die Disziplin durch Erhöhung der Bußgelder zu erhöhen. Wie soll das dann bei einer Mitführpflicht von Hundebeuteln geschehen.

Bernhard Bluth, Waidmannslust

Betrug an Sportkameraden, Fans und Zuschauern

Zum Artikel: „Harting fordert fünf Jahre Sperre für Doper“ vom 24. Juli

Robert Harting spricht aus, was viele Sportfans denken und erhoffen, was aber die Sponsoren und die Politik in Bund und Ländern nicht hören wollen. Doping ist nicht nur vorsätzlicher Betrug an seinen Sportkameraden, an den Fans, am Verein, an Sponsoren, Zuschauern, an allen Sportinteressierten, es ist bei internationalen Einsätzen auch ein Betrug am Heimatland.

Wolfgang Priese, per E-Mail