Leserbriefe

„Es wird sowieso nicht kontrolliert“

Leser zu den Plänen des Senats, Tierhalter zum Mitführen von Hundekotbeuteln zu verpflichten

In Berlin ist Liberalismus (freie Entfaltung des Individuums in Verantwortung) zu Libertinismus (Zügellosigkeit im Denken und Handeln) verkommen. Gesetze werden am laufenden Band erlassen, verachtet, nie kontrolliert beziehungsweise durchgesetzt. Fazit: Die Hunde setzen munter weiter ihre Haufen, die Herrchen schauen ihnen fasziniert dabei zu, und beide gehen danach gelassen ihrer Wege. Ein paar gefüllte Hundekotbeutel blähen sich zurzeit verschämt in der Sonne. Dann doch lieber Hundekot unverpackt.

Klaus Katzur, Zehlendorf

Was haben wir gelacht, als wir das gelesen haben. Ich schlage vor, diesen Vorschlag zum Mitführen von Hundekotbeuteln dahin zu entsorgen, wo er hingehört: ins Sommerloch.

Rainer Block, Großziethen

Was nützt die Einführung der Gassibeutel-Pflicht, wenn just besagtes Tütchen samt Inhalt dort verbleibt, wo ansonsten der Haufen ohne Beutelumhüllung liegen würde. Und wenn nicht da, dann eben dezent drapiert am Wegesrand, im Park, am Seeufer oder anderswo. Entsorgung sieht anders aus. Und mit der Gassibeutel-Pflicht ist das Problem mitnichten gelöst.

Gabriele Bratka, Zehlendorf

Ein märkischer Masterplan gehört auf die Tagesordnung

Zum Artikel: „Die Zukunft des Ministerpräsidenten“ vom 24. Juli

Gerade für eine Region wie Brandenburg sind weniger politische Personalien als vielmehr Inhalte wichtig. Es gibt kaum ein anderes Bundesland als Brandenburg, aus dem immer noch so viele junge Menschen wegziehen und in dem insbesondere in kleineren Ortschaften schnelle Internetverbindungen fehlen. Die sind aber für die Ansiedlung neuer Unternehmen aus mittlerweile fast allen Branchen zwingend notwendig. Deswegen gehört im Land Brandenburg mehr denn je ein märkischer Masterplan auf die Tagesordnung, mit klaren Plänen, wie man sich künftig gegen andere Bundesländer wirtschaftlich behaupten will.

Rasmus Ph. Helt, per E-Mail

Verwahrlosung ist ein beschämendes Bild für Berlin

Zum Artikel: „Mehr Gewalt in Parks“ vom 20. Juli

Kriminalität setzt sich immer dort fest und breitet sich aus, wo sich der Staat nicht wehrhaft genug zeigt. Und wo die Wehrhaftigkeit durch Stellenabbau der Sicherheitsbehörden weiterhin geschwächt bleibt, wird sich auch die Gewalt fortsetzen. Die Polizei und die Mitarbeiter der Ordnungsämter können die sich ausufernde Gewalt nicht unter Kontrolle halten und sie schließlich langfristig verringern, wenn sich bei den Straftätern die Erkenntnis durchsetzt, dass ihre Taten kaum abschreckend geahndet werden. Eine polizeiliche Dauerpräsenz an Kriminalitätsbrennpunkten wäre zwar selbst bei weitaus besserer Kräftelage der Polizei kaum möglich. Aber flexible Einsatzmaßnahmen und eine rasche Aburteilung durch Gerichte wären mit Sicherheit erfolgreich. Die Tatsache, dass der Görlitzer Park von der Drogenszene beherrscht wird, sich nach Einbruch der Dunkelheit niemand mehr in die Grünanlagen wagt und sich in den vergangenen Jahren die Anzahl der Dealer von einem Dutzend auf bis zu 100 erhöht hat, ist eine traurige Bilanz der Sicherheitslage in dieser Stadt. Doch der Schwerpunkt liegt nicht allein dort, sondern die Gewaltkriminalität breitet sich zunehmend aus, die Verwahrlosung ist ein ebenso beschämendes Bild für Berlin. Die Stadt leistet durch opportunes Anpassungsverhalten der Verwahrlosung von Parkanlagen noch Vorschub, indem trotz schlimmer Erfahrungen das Grillen immer noch erlaubt wird und will die Entscheidung über ein Grillverbot im Monbijoupark erst Ende des Jahres treffen. Die Aufstockung der Polizei mit nur 100 Beamten in den kommenden Jahren und die geplante „umfassende Reform“ der Berliner Polizei lässt einen für die Sicherheit in Berlin nichts Gutes ahnen.

Harry Döring, per E-Mail

Krömer-Shows sind keine Besuche auf einem Ponyhof

Zum Artikel: „,Spiegel‘-Journalist Matussek geht gegen Krömer-Sendung vor“ vom 21. Juli

Wenn man sich auf den Comedian Kurt Krömer einlässt, dann weiß man, was einen erwartet. Diese Shows sind kein Besuch auf einem Ponyhof, sondern das ganze Wundertüten-Programm. Man kann es mögen oder lassen, aber hinterher wie Matthias Matussek zu jammern, ist lächerlich. Kurt Krömer strapaziert die Toleranz und das Sich-Einlassen auf seinen schrägen Humor oft bis zum Anschlag.

Dagmar Kley, Spandau