Leserbriefe

„Gutes Konzept, lieblos präsentiert“

Leser zu der Debatte über die Zukunft des Tierparks und der 2014 geplanten Erhöhung der Eintrittspreise

Warum wird gerade jetzt darüber diskutiert, dass der Tierpark zu teuer ist? Wer Böses dabei denkt, vermutet dahinter Interessenten, die schöne Stadtvillen auf dem Gelände eines geschlossenen Tierparks errichten wollen. Am Geld kann es ja wohl nicht wirklich liegen, es ist ja – gemessen an den vielen nicht einsichtigen Ausgaben – in Berlin durchaus vorhanden. Andernfalls könnten Spenden aufgetrieben werden. Die Gegner des Tierparks sollten zunächst den Unterschied zwischen Tierpark und Zoo verstehen. Ein Park ist nun mal weitläufiger als ein Zoo, da er das Erlebnis der Tierbesichtigung mit Erholung im Park verbindet. Warum kann man nicht ein Konzept entwickeln, das beide Einrichtungen zu einer Einheit verbindet? Die Besucherzahlen könnten durch günstige Angebote erhöht werden und damit die Einnahmen steigen. Denkbar wäre auch ein Pendelbus zwischen Zoo und Tierpark, da viele Interessenten den Weg nach Friedrichsfelde scheuen.

Dr. Edith Broszinsky-Schwabe, per E-Mail

Wir fahren mindestens einmal im Jahr in den Tierpark. Den Zoo finden wir zu klein und zu eng. Uns interessiert gerade die Parklandschaft. Wir können uns stundenlang im Tierpark aufhalten und schaffen es trotzdem nicht, alles an einem Tag zu sehen. Dort sind auch viele Grünflächen, um ein Picknick zu machen. Ich bin aus Hohenschönhausen, mein Mann kommt aus Steglitz. Wir können schnell den Tierpark mit der U5 erreichen, ohne umzusteigen. Zum Zoo müssen wir umsteigen.

Herma Michl, Friedrichshain

Durch die Berichterstattung in der Berliner Morgenpost angeregt, haben meine Frau und ich den Tierpark besucht. Leider entsprach er nicht unseren Erwartungen. Er war teilweise ungepflegt, die Wege teilweise in schlechtem Zustand (Stolperfallen), die Ausschilderung der Wege zu den einzelnen Tiergehegen war teilweise mangelhaft. Die Schilder „Nicht für Besucher“ standen falsch oder waren irreführend.

Wegen der Weitläufigkeit des Geländes bedarf es einiger Zeit, von einem Gehege zum anderen zu kommen, was für Kinder besonders langweilig ist. Umso unverständlicher ist es, dass es verboten ist, Laufräder oder ähnliche Fortbewegungsmittel für Kinder mitzunehmen.

Sitzgelegenheiten könnte es gleichfalls mehr geben. Es ist schade, dass ein an sich großartiges Konzept so lieblos dargeboten wird. Der Tierpark hätte es verdient, in besserem Zustand präsentiert zu werden.

Harald G. A. Becker, per E-Mail

Höher, immer höher hinauf mit den Eintrittspreisen für Zoo und Tierpark? Weniger ist oft mehr. Die Preiserhöhung wird das Finanzdefizit des Tierparks nicht verringern. Es wäre mal einen Versuch wert, ein Jahr lang deutlich niedrigere Eintrittspreise zu verlangen. Ich kenne viele, die dann wieder in den Zoo gingen, anstatt es dem Kindergarten und der Schule zu überlassen, ihren Kindern diesen Ort zu zeigen.

Heide Binner, per E-Mail

Anstehende Sanierungsarbeiten sollen der maßgebliche Grund für die Erhöhung der Eintrittspreise im kommenden Jahr sein. Soll der Zoo so mehr oder weniger den Touristen überlassen werden, bei denen die Eintrittspreise keine allzu große Rolle spielen? Zumindest wird damit für viele Berliner der Zoo tabu sein. Zu erwarten, dass man mehr Einnahmen durch diese geplante Erhöhung erzielt, ist zweifelhaft. Eher wird das Gegenteil der Fall sein. Berlin hat im Gegensatz zu anderen Metropolen in Deutschland eine schlechtere Sozialstruktur, sodass ein Preisvergleich überflüssig ist.

Thomas Hansen, per E-Mail

Fehlendes Geld durch höhere Steuereinnahmen erwirtschaften

Zum Artikel: „Weniger Platz für Berlins Sportler: Bezirke schließen Plätze und Hallen“ vom 21. Juli

Die heutigen Probleme sind gravierenden Fehlern von gestern geschuldet. Berlins SPD-Fraktionschef Raed Saleh hat zwar erkannt: „In den Bezirken wird die eigentliche Arbeit vor Ort gemacht, in den Jugendämtern, den Bürgerämtern, den Gesundheitsdiensten. Da sollte es nach unserer Ansicht keine Kürzungen geben.“ Dennoch wird gerade zum Nachteil der Kinder und Jugendlichen gespart. Sportanlagen oder Jugendfreizeitheime verschwinden, die Förderung der Jugendarbeit wird beschnitten. Saleh: „Die Möglichkeiten sind begrenzt, weil das Geld fehlt. Wer irgendwo etwas draufsatteln will, muss sagen, wo er es hernehmen möchte.“ Man kann ja regelmäßig lesen, wie die Finanzämter seit Jahren über fehlendes Personal klagen und dass jeder Betriebsprüfer durchschnittlich mehr als eine Million Euro pro Jahr an Steuermehreinnahmen erbringt. Damit könnte das alles finanziert werden.

Olaf Hessemer, Konradshöhe