Leserbriefe

„Betreuungsgeld abwählen“

Leser zum Thema, dass Schulanfänger in Berlin besser Deutsch sprechen, wenn sie eine Kita besucht haben

Das ist wirklich ein entlarvender Artikel hinsichtlich des Betreuungsgeldes: 75Prozent der Berliner Kinder können nach dem Kita-Besuch sehr gut Deutsch sprechen, ohne Kita-Besuch sind es nur 27 Prozent. Was sagt uns das? Richtig, die von der Regierung beschlossene Betreuungsprämie für Kinder, die der Kita fernbleiben, schafft völlig falsche Anreize, gerade bei Migranten-Kindern. Das Betreuungsgeld ist ein Integrationsverhinderungsgeld. Wer Kinder aus Migranten-Familien und prekären Verhältnissen bei uns einbinden will, muss das Betreuungsgeld abwählen. Und hierzu ist am 22. September die passende Gelegenheit.

Dieter Biber, per E-Mail

Ihrem Bericht zufolge ist es umso unverständlicher, dass die CDU/CSU-FDP-Regierung das Betreuungsgeld beschlossen hat, obwohl klar festgestellt wurde, dass drei Viertel der Kinder, die eine Kita besucht haben, über sehr gute Deutschkenntnisse verfügen. Mit dem Betreuungsgeld geht die Regierung nur auf Stimmenfang. Was mit den Kindern später geschieht, die schlechte Deutschkenntnisse haben, ist ihr anscheinend egal. Die nicht vorhandenen Schulabschlüsse und Ausbildungsabbrüche sind programmiert.

Lothar Wirth, per E-Mail

Rolf Hochhuth ist eher Dokumentarist als Dramatiker

Zum Artikel: „Hochhuth reicht Klage gegen den Berliner Senat ein“ vom 22. Juli

Seit Monaten verfolge ich in der Presse die juristischen Rangeleien zwischen Rolf Hochhuth und dem Berliner Ensemble sowie dem Senat. Ich möchte den „Fall“ mal von einer etwas anderen Seite her beleuchten. Natürlich hat jeder Autor das Ansinnen, seine Stücke der (Theater-)Öffentlichkeit vorzustellen in Form von Aufführungen. Im Falle von Hochhuth möchte ich aber die These vertreten, dass er sich selbst mit seinem Œuvre ziemlich überschätzt, was die Qualität anbelangt. Sieht man sich die Stücke mal genauer an, so möchte ich den Autor nicht so sehr als einen Dramatiker, sondern als einen „Dokumentaristen mit bühnen-dramatischen Elementen“ bezeichnen. Im Grunde reiht er doch historische Fakten aneinander und verbindet sie mehr oder weniger geschickt. Wer für die Bühne schreiben will, muss aber noch etwas anderes anzubieten haben, eine oder mehrere Fabeln, verarbeitet zu einer tragfähigen Handlung mit mehreren guten Sprech-Partien. Vielleicht sollte Hochhuth mal nicht so sehr juristisch, sondern künstlerisch in sich gehen und sein Schaffen überprüfen.

Gotthold Müller (Kapellmeister und Musikwissenschaftler), Chemnitz

Es gibt auch sehr ehrliche und hilfsbereite Taxifahrer

Zum Artikel: „Wie illegale Taxifahrer in T egel Berlin-Touristen abzocken“ vom 16. Juli

Es kursieren ja viele üble Gerüchte über Taxifahrer in Berlin. Dies aber ist eine sehr erfreuliche Taxigeschichte. Im Frühjahr ließen wir uns mit einem Taxi zum Flughafen Tegel bringen, da wir in einen Kurzurlaub auf die Insel Malta flogen. Der Taxifahrer setzte uns am Terminal D ab. Die Abfertigung verlief schnell. Plötzlich suchte uns namentlich ein Flughafen-Angestellter und geleitete mich zurück durch die Kontrollen. Dort stand lächelnd unser Taxifahrer und übergab mir unser schwarzes Reiseportemonnaie. Es fiel mir anscheinend beim Bezahlen aus der Hosentasche und fiel am dunklen Fahrzeugboden nicht auf. Als Herr F. den Geldbeutel nach wohl einer Stunde fand, entdeckte er eine Visitenkarte im Geldbeutel. Sofort fuhr er zurück und ließ uns suchen. Er lehnte sogar eine Belohnung für die wertvolle Fundsache ab. Was für eine Freude! Es gibt also auch sehr ehrliche, hilfsbereite Berliner Taxifahrer.

Prof. Dr. Heinz-G. Greis, Charlottenburg

Angriffe der Linksextremen müssen ernst genommen werden

Zum Artikel: „Anschlagsliste der Autonomen“ vom 20. Juli

Die offenen und verdeckten Angriffe sogenannter Autonomer und anderer linksextremer Gruppen müssen sehr ernst genommen werden. Sie wollen ein Klima der Angst und Einschüchterung schaffen, damit sie ihre eigennützigen Ziele durchsetzen können. Ihr Interesse ist Verfall und Stillstand und nicht Aufwertung und wirtschaftliches Wachstum, auch wenn dies mit Sorgen um Mietsteigerungen und Ähnlichem kaschiert wird. Berlin braucht Investitionen. Doch das ist diesen Gruppen egal. Jeder, der investiert, wird bekämpft. Wir können diesen Gruppen nicht erlauben, die Entwicklung der Stadt weiter empfindlich zu stören.

Peter Reimann, Prenzlauer Berg