Leserbriefe

„Der Standort ist sehr attraktiv“

Leser über die Debatte zur möglichen Schließung des Tierparks und über die Eintrittspreise

Ich weiß, ich spreche ein großes Tabu an. Dennoch: Ich habe den Zoologischen Garten im Herzen der (damals) halben Stadt schon immer als unnatürlich empfunden. Durch die Gebäude ringsum sind weite Teile des Zoos verschattet, darunter leiden Tiere, Pflanzen und Menschen. Der Lärm von Bahn und Stadt schädigt die Tiere. Im Grunde hat und hatte der Zoo an diesem Standort nie eine wirklich lebendige, naturnahe und tierfreundliche Zukunft. Berlin sollte den Befreiungsschlag denken und einen einzigen Zoo am jetzigen Tierparkstandort dauerhaft pflegen. Der Standort Tierpark ist sehr attraktiv, nur wenige Minuten vom Alexanderplatz entfernt, aber nachhaltig ruhig und grün, und mit dem Schloss Friedrichsfelde in eine Attraktion sondergleichen. Dieser Befreiungsschlag aus der Zoo-Not heraus könnte Berlin einen Weg aus der derzeitigen alles erwürgenden Schuldenfalle aufzeigen: Gut angepackt könnte man die Grundstücke in viel Geld verwandeln und hier ein zweites Hansa-Viertel ansiedeln. Dringend nötig ist das Senken der Eintrittspreise. Ich würde sagen: Kinder sind kostenlos, Erwachsene in Begleitung von Kindern auch oder die Hälfte. Tut endlich wirklich was für die Familien. Dann ist es gleich voll im Zoo, egal, wo dieser ist!

Annette Ahme, per E-Mail

Ich habe die Tierparkdiskussion aufmerksam verfolgt, und die Argumentation hat meine Befürchtungen erfüllt. Die Diskussion ist typisch deutsch: Es geht um Ruhe und Entspannung und Tierartenschutz. Wer aber erhält einen Zoo/Tierpark neben dem Tourismus am Leben? Familien mit Kindern! Dann schauen wir mal: Großes Familienticket 32 Euro, großer Sohn plus 9 Euro, Oma kommt mit plus 12 Euro. Dazu ein Eis für jeden, und ich bin bei rund 70 Euro. Was bekomme ich dafür?

Einen Park, in dem auch Tiere sind, mit schlecht befestigten Wegen, kaum vorhandenen Spielplätzen, unattraktiven Gehegen, baufälligen Tierhäusern und einem überalterten Raubtierhaus. Dazu in der Umgebung eine Schnellstraße und Hochhausburgen. Was sollte mich also bewegen, 25 Kilometer zu fahren und eine solche Investition zu tätigen? Vielleicht hilft ja mal ein Blick nach Oranienburg-Germendorf. Ein ähnlicher, wenn von der Tierausstattung sicherlich nicht so qualitativ hoch besetzter Park, aber mit Bademöglichkeiten und günstigen Verpflegungspreisen. Bei gleicher Personenzahl kostet der Eintritt 20 Euro. Der komplett ausgelastete Parkplatz war mit internationalen, Berliner und Brandenburger Kennzeichen aus allen Landkreisen besetzt. Für so ein einfaches wie funktionierendes Konzept ist sich der „weltstädtische“ Berliner aber sicher wieder zu fein.

Andreas Maaß, per E-Mail

Mit großem Interesse habe ich die Zuschriften zum Thema „Tierpark“ gelesen. Hervorragend die Äußerungen von Dr. Walther, der die Bedeutung des Tierparks sehr gut erkannt hat. Während Herr Eschenbach, der von „Tierquälerei zur Volksbelustigung“ und „mit Bildung hat das Tierparkwesen nichts mehr zu tun“ spricht, sich mal sachkundig machen sollte. Wenn Karl „gezielte Wegführung“ wünscht, sollte er die Augen aufmachen. Überall sind große Tafeln und Hinweisschilder angebracht. Gegen die Begriffe „langweilig“ und „abgelegen“ verwahre ich mich. Mit der U-Bahn ist man aus dem Zentrum in 20 Minuten an Ort und Stelle. Und wenn schließlich Frau Kusserow die Medien anspricht, kann ich dem nur beipflichten. Nicht nur Negatives über den Tierpark schreiben. Eines ist Fakt: Der Tierpark als Bildungs- und Erholungsstätte muss erhalten bleiben!

Harro Zimmermann, per E-Mail

Mehr Polizisten in Parks und härtere Strafen für Vandalismus

Zum Artikel: „Berliner Polizei hilft Ordnungsamt bei den Park-Kontrollen“ vom 20. Juli

Fazit ist, dass im Görlitzer Park und auch bei den Angriffszielen der Autonomen, mehr Polizeipräsenz erforderlich ist. Das geht nur, wenn viel mehr Polizisten ausgebildet, beschäftigt und besser bezahlt werden. Für Krawallmacher und Verschmutzer der Berliner Parkanlagen müssen deutlich härtere Strafen verhängt werden. Das ist nicht nur mit höheren Geldstrafen zu erreichen, es müssen auch langfristige Strafen verhängt werden, wie die Beseitigung von Vandalismusschäden, Reinigungs- und Parkpflegearbeiten über Wochen, Monate oder sogar auch über Jahre. Nur dann werden die Berliner Ordnungsämter und die Polizei die Probleme langfristig in den Griff bekommen. Auch darf man nicht nach Tagen, wenn das Thema aus der Presse und der Öffentlichkeit verschwunden ist, mit der Präsenz und den eingeleiteten Maßnahmen aufhören.

Thomas Splittgerber, Lichterfelde