Leserbriefe

Rote Karte für Rapper

Leser zu Bushidos Song, der Gewaltfantasien und schwulenfeindliche Passagen enthält

Wer Integration nicht verstanden hat, Menschenrechte, Menschenwürde mit Füßen tritt, sollte den Integrations-Bambi wieder abgeben. Wer hier als Superstar dazu noch zu Mord und Gewalt aufruft, hat in unserer Gesellschaft mit den vielen Kulturen und deren Religionen, die für ein friedliches Zusammenleben aller eintreten, sein Recht auf Bleibe verloren. Parteiübergreifend muss die schweigende Mehrheit aufstehen und diesem Gangster-Rapper die Rote Karte zeigen. Die künstlerische Freiheit hat auch in unserer demokratischen Gesellschaft ihre Grenzen.

Richard-Michael Halberstadt, Ratsherr (CDU) der Stadt Münster

Die damalige Verleihung des Bambi-Integrationspreises für Bushido ist ein absoluter Skandal. Was hat eigentlich die Jury bewogen, den selbst ernannten „Gangsta-Rapper“, der für seine gewaltverherrlichenden Texte insbesondere gegen Frauen und Homosexuelle bekannt ist, mit diesem Preis zu ehren? Bushido hat mit seinen neuerlichen menschenverachtenden Hass-Songs die Grenzen der Meinungs- und Kunstfreiheit bei Weitem überschritten. Hier ist die Staatsanwaltschaft gefordert, dem Treiben ein Ende zu setzen. Darüber hinaus wäre der Burda-Verlag gut beraten, seine Entscheidung mit dem Integrationspreis zu revidieren, um nicht den Bock zum Gärtner zu machen.

Andreas Hehn, Spandau

Straßensperrungen sollten eingeschränkt werden

Zum Artikel: „Neues Online-Portal erleichtert Antrag auf Halteverbot“ vom 12. Juli

Das erleichterte Antragsverfahren ist leider eine zweischneidige Sache. Es geht ja immerhin um Sondernutzung öffentlichen Straßenlands und Belästigungen für Anwohner. Wenn der Nachbar umzieht, werden wir alle für ein eintägiges Halteverbot Verständnis haben. Aber wenn Baufirmen zwei Wochen lang an drei Gullydeckeln arbeiten und das Halteverbot für ihr Dixi-Klo, die Palette mit Zementsäcken und die privaten Autos nutzen, habe ich dafür kein Verständnis. Das Antragsverfahren mag erleichtert werden. Die Möglichkeiten, öffentliches Straßenland abzusperren, sollten eingeschränkt werden. Durch eine deutliche Erhöhung dieser Gebühren würden sich Baubetriebe sicher schnell beim Umfang des mit Beschlag belegten Areals einschränken. Baumaterial kann auch auf dem Baugrundstück gelagert werden.

Ralf Drescher, Lichtenberg

ICC wird wie die Deutschlandhalle kaputtgeredet

Zum Artikel: „Es gibt kaum noch Hoffnung für das Berliner ICC“ vom 12. Juli

Mit dem preisgekrönten ICC verfolgt der Senat dieselbe Methode wie bei der bereits beerdigten Deutschlandhalle. Erst verkommen lassen, null Investition, dann kaputtreden, danach totschweigen, schließlich abreißen. Vermutlich wird der niedrig kalkulierte Ersatzbau auf dem Gelände der einstigen Deutschlandhalle erheblich teurer als vorgerechnet. Typisch Berlin.

Dietrich Pawlowski, per E-Mail

Abwarten ist bei den Haasenburg-Heimen die falsche Strategie

Zum Artikel: „Ministerin gegen die sofortige Schließung der Haasenburg-Heime“ vom 14. Juli

Die Handlungsweise der Landesregierung ist ein Unding. Auch wenn vielleicht nichts bewiesen ist, kann man doch andere Strategien oder Vorgehensweisen wählen als die brandenburgische Landesregierung. Warum entwickelt man nicht ein „Ersatz“- oder „Folge“-Konzept mit den Jugendlichen? Würde man nicht immer im Zweifel für den Schutzbefohlenen votieren? Aus Vorsorge muss man zuerst die Jugendlichen schützen und ein neues Betreuungskonzept starten. Dann kann die Schuldfrage geklärt werden. Man sollte die Zeit eines Interregnums dafür nutzen und nicht sagen, wir warten ab.

Wolfgang Branoner, Nikolassee

Mehdorn hat recht mit Tegel als Zweitstandort

Zum Artikel: „Mehdorns Stolpersteine“ vom 13. Juli

Mehdorn liegt mit seinem Nachdenken über eine Erweiterung richtig und hat Grund für den Zweitstandort Tegel. Unsere Politiker hingegen ziehen jetzt schon beim Alleinstandort BER einen Strich, auch wenn das mit der Erweiterung dort bisher reines Bilderbuchdenken ist. Noch ist nicht klar, ob ein erweitertes Nachtflugverbot von den Anwohnern erzwungen und von der Flugindustrie nachteilig aufgenommen wird. Welchen Stellenwert die Einschränkungen am BER haben, ist noch offen. Ein zweiter Standort, politisch gewollt, ist aber möglich.

Jürgen Spiegel, Neukölln

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