Leserbriefe

„Fahrschule auch für Radfahrer“

Leser zu den zahlreichen Unfällen in Berlin und den Plänen des Senats, das Radwegenetz auszubauen

Die Schuld an den Unfällen tragen Radfahrer und Pkw-/Lkw-Fahrer etwa jeder zur Hälfte. Also sind wohl beide gleich unvorsichtig. Wir sollten uns als Autofahrer immer bewusst sein: Wir haben mit unserem Fahrzeug das weitaus gefährlichere Gefährt. Deswegen haben wir auch mehr Verantwortung und Rücksicht zu nehmen.

Rasmus Giesel, per E-Mail

Wie weit will der Senat den Radfahrern noch entgegenkommen? Ein Großteil der Unfälle wird von den Radfahrern selbst verschuldet, weil sie meinen, sich nicht an die Verkehrsregeln halten zu müssen. Und das auch, weil ihnen gegenüber seit Jahren ein Kuschelkurs gefahren wird. Autofahrer werden dagegen immer als die Bösen hingestellt. Dabei verhalten sich die Autofahrer mehr als vorsichtig, weil sie die Unberechenbarkeit der Radfahrer kennen und als die Stärkeren einen Teil der Mitschuld bekommen. Radfahrer sollten genauso wie Autofahrer eine Fahrschulung absolvieren müssen, an deren Ende eine Art Führerschein steht. Und sie müssen stärker von der Polizei kontrolliert und bei Verstößen zur Kasse gebeten werden. Damit könnten bestimmt viele Unfälle vermieden werden.

Bernhard Mackowiak, Charlottenburg

Wann kommt endlich eine Verkehrserziehung für Radfahrer?

F. Salchegger, Spandau

Es gibt viele Radfahrer, die sich diszipliniert verhalten. Aber neulich Grunewaldstraße, Ecke Bayerischer Platz: Eine Gruppe Polizisten stand nach einem Unfall an dieser Ecke, als eine Radfahrerin auf dem Gehweg unverdrossen auf die Polizisten zufuhr. Die hielten sie an, und nach kurzer Zeit zückte die Radlerin ihr Portemonnaie, um ein Verwarnungsgeld zu bezahlen. Schadenfreude empfand ich nicht, eher Genugtuung, dass endlich mal eine Verkehrswidrigkeit geahndet wurde. Es fehlt offenbar vielen Radfahrern jegliches Unrechtsbewusstsein.

Dr. Wolfgang Babin, per E-Mail

Ich glaube ja, dass statistisch die aufgemalten Fahrradwege deswegen weniger Unfallhäufigkeit haben, weil kaum jemand drauf fährt. Ich habe es einmal getan – nie wieder! Man riskiert, von aufschlagenden Autotüren erschlagen zu werden, die Autos links von einem schneiden einen haarscharf, also fahre ich da nicht mit dem Rad. Außerdem sind die Radwege ständig zugeparkt. Mit Kindern fahre ich nur auf dem Gehweg, alles andere bedeutet Lebensgefahr. Wir brauchen dringend mehr Straßen nur für Fußgänger, Kinder, Radfahrer und Skater. Berlin hat so viele Straßen. Lasst uns jede zweite oder dritte zur Wohn- und Spielstraße umwidmen.

Annette Ahme, Kreuzberg

Auto- und Radfahrer sollten im Umgang miteinander entspannter werden und mehr Verständnis füreinander aufbringen. Beide haben in der Stadt ihre Existenzberechtigung. Wie im Paragraf 1 der STVO festgehalten, sollten Vorsicht und gegenseitige Rücksicht Richtschnur für das Verhalten im Straßenverkehr sein.

Peter Binder, Wittenau

Wenn man sieht, wie viele unbeholfene und unsichere Radfahrer unterwegs sind, und das auch noch ohne Helm, erstaunen die hohen Unfallzahlen nicht. Hinzu kommt, dass einige Radfahrer der Meinung sind, dass Verkehrsvorschriften nur für Kraftfahrzeuge gelten, nicht aber für Radfahrer. Eine strikte Benutzung der Fahrradwege, Helmpflicht und ein Umdenken der Radfahrer, die mangels Knautschzone nun einmal mehr gefährdet sind als die Autofahrer, und die konsequente Verfolgung der Verkehrsverstöße sind der einzige Weg, die Verkehrssicherheit zu erhöhen.

Dr. Klaus Pade, per E-Mail

Auch die Berliner Museen sollten täglich geöffnet haben

Zum Artikel: „Metropolitan Museum schafft Ruhetag ab“ vom 7. Juli

Kunstliebhaber in New York können nun täglich das berühmte Metropolitan Museum besuchen, nachdem bereits im Mai das Museum of Modern Art seinen Ruhetag – den Dienstag – abgeschafft hatte. Die Touristen, die nach New York reisen, sind zu beneiden. Die Touristen, die nach Berlin kommen, stehen am Montag meist vor verschlossenen Türen, wenn sie unsere Museen besuchen wollen. Will man am Montag in Berlin keine Touristen (Museumsbesucher) haben? Museen sind nicht nur Kultur-Bewahrer, sie sind auch Dienstleister. Die, die sich in Berlin für Kultur zuständig fühlen, sollten darüber nachdenken. Wird das künftige Humboldtforum (Berliner Stadtschloss), wenn es fertig ist, auch am Montag seine Türen geschlossen halten?

Prof. Dr. Volkmar Schneider, Lichtenrade