Leserbriefe

„Kinder gehören zum Leben dazu“

Leser zu den Plänen von BundesfamilienministerinKristina Schröder, das Kindergeld zu erhöhen

Ich finde es wunderbar, wie viel finanzielle Unterstützung man in Deutschland für Kinder bekommt. Das war nicht immer so. Als vor fast 24 Jahren mein ältester Sohn auf die Welt kam, da gab es 50 Mark Kindergeld im Monat. Auch in vielen anderen Ländern dieser Erde bekommt man wenig oder überhaupt keine finanziellen Zuschüsse, wenn man sich dafür entscheidet, eine Familie zu gründen. Trotzdem werden beispielsweise in den USA, wo man keinerlei finanzielle Unterstützung erhält, prozentual viel mehr Kinder geboren als in Deutschland. Auch für mich persönlich war bei meinem Kinderwunsch, den ich mir dreifach erfüllt habe, eine finanzielle Unterstützung durch den Staat keine Entscheidungshilfe. Ich hätte auch drei Kinder, wenn es kein Kindergeld gäbe, denn für mich gehören Kinder elementar zum Leben dazu. Die Liebe zu Kindern kann man nicht mit Geld oder guten Worten in den Menschen wecken.

Christiane Berger, Marienfelde

Natürlich freut sich jede Familie über ein paar Euro mehr in der Haushaltskasse. Und da sind wir schon bei dem eigentlichen Problem. Niemand überlegt, ob das Kindergeld tatsächlich beim Kind ankommt. Das wägt doch jeder unabhängig von der Höhe jeden Monat für sich ab. Ob die Tochter nun neue Schuhe benötigt oder ob sie ins Theater oder Schwimmbad geht – die Entscheidung hängt doch von der Haltung der Eltern ab, wobei es ja nicht automatisch so ist, dass die Besserverdienenden auch mehr Geld für das Wohl ihrer Kinder ausgeben. Und dass Eltern Kinder wegen des Kindergeldes in die Welt setzen, wird immer vorkommen, leider. Gutscheine für Kultur und Bildung kommen da nicht an. Ich glaube, dass sich viele Paare gar nicht darüber im Klaren sind, was ein glückliches Leben für ihr Kind bedeutet. Dass es gesund und fröhlich heranwächst, hängt jedenfalls nicht von der Höhe des Kindergeldes ab, aber es ist wenigstens eine Form der Anerkennung für Menschen, die sich um unseren Nachwuchs und so um unsere Zukunft kümmern.

Gudrun Ehlers, Mahlsdorf

Dass Bundesfamilienministerin Kristina Schröder den Kinderfreibetrag und das Kindergeld erhöhen will, hört sich ja erst mal gut an. Solange es allerdings bei den bestehenden Leistungen für Familien hapert, sind solche Ankündigungen doch sehr unglaubwürdig. Im Berliner Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf müssen junge Mütter bis zu 18 Wochen auf das Elterngeld warten. 18 Wochen, das sind rund vier Monate. Alles, was Frau Schröder getan hat, war, dies in der Presse zu kritisieren. Unternommen hat sie nichts, obwohl das Elterngeld Bundesangelegenheit ist. Frau Schröder sollte sich erst mal um die Beseitigung solcher Zustände kümmern, bevor sie neue Versprechen vollmundig in der Presse ankündigt.

Frank Siebert, Wilmersdorf

Schilder für Badestelle sind kaum zu erkennen

Zum Artikel: „Jenseits des Freibades“ vom 22. Juni

Ein sehr schöner Bericht zum Beginn der Urlaubszeit. Zu der Badestelle am Tegeler See/Saatwinkel muss ich Folgendes bemängeln. Sie ist durch Schilder ausgewiesen, aber leider sind die durch Laubbäume kaum zu erkennen. Die Wasserqualität ist ausgewiesen gut. Nur baden und schwimmen ist nicht einfach. Bis weit ans Ufer wächst viel Schlingkraut. Für Kinder und Familien ist dies eine beliebte Badestelle, aber auch gefährlich. Wenn die Kinder einmal untertauchen, besteht die Gefahr, dass sie sich verfangen. Ich gehe regelmäßig früh schwimmen und fühle mich erst hinter den Bojen sicher.

Dieter Kukla, Haselhorst

Ausgaben für Karte sollten in Leistungen fließen

Zum Artikel: „Krankenkassen kritisieren zu teure Gesundheitskarte“ vom 23. Juni

Auch ich bin ein „Opfer“ dieser neuen Karte und werde regelmäßig von meiner Krankenversicherung drangsaliert, endlich die neue Karte zu bestellen. Doch was soll ich mit einer derartig teuren Karte, die keines der „Mehrwertversprechen“ – die ja durchaus auch nützlich sein könnten – einhält, anfangen? Was wäre eigentlich passiert, wenn man auf die Einführung dieser neuen Karte verzichtet und die aufgewandten 728 Millionen Euro der Gemeinschaft der Versicherten hätte zukommen lassen? Aus meiner Sicht ein weitaus größeres Zufriedenheitsgefühl der Betroffenen mit den Leistungen ihrer Kasse! Fragt sich letztendlich nur, ob der oder die Verantwortlichen endlich mal zur Rechenschaft gezogen werden, derartige Beträge ohne Sinn und Zweck zulasten der Einzahler verbraucht zu haben. Eine dermaßen sinnlose Ausgabe ist eigentlich durch nichts mehr zu rechtfertigen.

Wolfgang Koschmidra, per E-Mail