Leserbriefe

„Nichts als Augenwischerei“

Leser über die Maaßenstraße in Schöneberg, die zu Berlins erster Begegnungszone umgebaut werden soll

Was soll die teure Planspielerei einiger offenbar unterbeschäftigter Stadtplaner? Es ist doch nichts als Augenwischerei – seht, wie Fußgänger- und Radfahrerfreundlich wir sind –, wenn drei Straßen aufgehübscht werden und die Nebenstraßen dann die Last des Parkplatzmangels tragen sollen. Ohne Autos, die zuweilen abgestellt werden, gibt es nun mal keine lebendige Stadt, und alles Gute ist nie unter einen Hut zu kriegen. Hier fängt das Sparen schon bei der Unterlassung teurer Planspiele an! So einfach kann man den Haushalt entlasten.

Heide Binner, per E-Mail

Die Idee findet sicherlich Anklang bei den Anwohnern. Nichts dagegen zu sagen, dass wir ein wenig mediterranes Lebensgefühl in die Stadt zaubern, mehr auf Plätzen und Straßen flanieren können, die auch tatsächlich zum Verweilen einladen. Aus den abgebildeten Varianten ist das noch nicht so recht erkennbar. Und ob das ohne Parkplätze funktioniert, bin ich mir nicht sicher. Die Pläne sollten auf jeden Fall sehr bürgernah realisiert werden, um späteren Missmut über vergeudete Chancen und Geld zu vermeiden.

Gesine Kemphausen, Schöneberg

Ist den Planern dieser Begegnungszone eigentlich klar, dass wir das Jahr 2013 schreiben und das Auto zum täglichen Leben gehört? Nach den Plänen sollen alle Parkplätze offenbar ersatzlos gestrichen werden. Jeder Einkauf muss von den Anwohnern über längere Wege transportiert werden, für ältere Leute eine Horrorvorstellung. Jede Feuerwehr, jeder Möbelwagen, jeder Lieferwagen würde den gesamten Durchgangsverkehr lahmlegen. Bevor weitere Planungen in diese Richtung gehen, sollten sich die Verantwortlichen einmal die Schloßstraße in Steglitz am Sonnabend von 14 bis 18 Uhr ansehen. Eine Autospur in jede Richtung: verstopft. Radfahrweg: frei, nur manchmal bewegen sich ein paar Radfahrer über den Weg. Als Autofahrer kann man denen nur neidisch und entnervt nachstarren. Ich weiß nicht, für wen die Neuplanung einen Vorteil gebracht hat. Eine komplette Spur für Radfahrer? Die müssen doch nicht zu dritt nebeneinander fahren. Wie weltfremd kann man eigentlich sein?

Helga Zänker, Steglitz

Viele Daten sind heute durch das Internet allen bekannt

Zum Artikel: „Inkompetente Internetausdrucker“ vom 17. Juni

Unsere Datenschützer werden immer grotesker in ihren Forderungen nach noch mehr Datenschutz. Was soll das alles? Wenn es der Terrorismus-Früherkennung und die Verhinderung von terroristischen Anschlägen von links oder rechts dient, können sie die meisten meiner persönlichen Daten, E-Mails, Telefongespräche oder auch Bilder und Filmaufnahmen kontrollieren und verwenden. Ich habe keine kriminellen Geheimnisse oder sonst etwas zu verbergen. Viele Dinge sind bereits von uns allen bekannt, z. B. im Telefonbuch oder im Internet. Wenn es unserer Sicherheit dient, dann bitte. Ich denke, dass viele ehrliche Bürger meiner Meinung sind.

Wolfgang Schwaneberg, Charlottenburg

Nicht jeder profitiert vom gesetzlichen Mindestlohn

Zum Artikel: „Grünen-Programm: Nur ein Viertel der Mitglieder stimmt ab“ vom 13. Juni

Von einem gesetzlichen Mindestlohn von 8,50Euro die Stunde erhoffen sich viele Berufstätige, dass sie über mehr Geld verfügen. Ist das so? Viele Frauen arbeiten halbtags in einem Minijob. Oft als Kassiererin in Supermärkten, hierfür zahlt der Betrieb als Lohn bar 450 Euro im Monat. Nach dem Wahlprogramm von SPD und Bündnis 90/Die Grünen soll auch für diese Tätigkeit ein gesetzlicher Mindestlohn von 8,50 Euro gezahlt werden. Doch wird dieser Personenkreis künftig dann über mehr Geld verfügen? Nach Abzug von Renten-, Arbeitslosen- und Krankenversicherung verbleibt der Arbeitskraft ein monatliches Nettoeinkommen von 446,42 Euro. Ein gesetzlicher Mindestlohn wirkt sich für diese Arbeitskraft negativ aus, sie wird jeden Monat 3,58 Euro weniger bekommen.

Jürgen Hempel, per E-Mail

Menschen ohne Wohnungen sind eher zu bedauern

Zum Artikel: „Das Gesetz vernichtet unsere Existenz“ vom 12. Juni

Was sind das für Menschen, die die Wohnungsnot der Wohnungssuchenden nicht interessiert und stattdessen nur Angst um ihr eigenes Auskommen haben. Vorrang hat nicht ihre Existenz, sondern die der Menschen ohne Wohnung. Es wird höchste Zeit, ihr schändliches Treiben mit Wohnungen durch ein Gesetz zu verbieten. Sie sollten nicht bedauert werden.

Joan Stefanescu, per E-Mail