Leserbriefe

„Minister trägt die Verantwortung“

Leser zur Affäre um das gescheiterte Millionenprojekt Euro Hawk und Thomas de Maizière

Auch Herr de Maizière hat in seinem Amtseid geschworen, seine Kraft dem Wohle des deutschen Volkes zu widmen, vor allem Schaden von ihm zu wenden und seine Pflichten gewissenhaft zu erfüllen. Nun ist jedenfalls in seiner politischen Verantwortlichkeit dieses Volk um mindestens 600 Millionen Euro geschädigt, überdies die Bundeswehr in ihrem öffentlichen Ansehen schwer beschädigt worden. Angesichts der Darstellungen und Dementis, Wirrungen und Widersprüche sind Zweifel an einer gewissenhaften Erfüllung der Amtspflichten jedenfalls begründet. Er allein trägt die politische Verantwortung für die Entscheidungen seines Ministeriums – wer auch immer wie daran beteiligt war. Wenn Anstand, Ehre und Verantwortungsbewusstsein in dieser Demokratie einen Stellenwert behalten sollen, kann es nur ein Ergebnis geben – Herr Minister, treten sie zurück!

Hartmut Mießner, Steglitz-Zehlendorf

Das Drohnen-Desaster von Bundesverteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) mutiert im Bundestagswahljahr 2013 langsam zum Rohrkrepierer für Bundeskanzlerin Angela Merkel und ihre schwarz-gelbe Bundesregierung, weil der umstrittene Euro-Hawk (Euro-Habicht) bei einem seiner Inlandsaufklärungsflüge anscheinend Unglaubliches beobachtet hat. Während die Exporte von Hightech-Waffen wie dem Leo- und Fuchspanzer in menschenrechtsverletzende Wüstenstaaten förmlich explodieren, muss unsere Bundeswehr leider mit äußerst problematischen Gewehren arbeiten und kämpfen. Bei den Gewehren sollen unter anderem ungenügende Treffgenauigkeit und zu hoher Verschleiß aufgetreten sein. Und mit solchen Gewehren werden unsere Soldaten in den Krieg nach Afghanistan geschickt? Jetzt weiß ich endlich, wie viel ein Menschenleben den Generälen und dem Bundesverteidigungsminister wert ist. Herr de Maizière, wenn das stimmt, wird höchste Zeit für Sie zu gehen.

Roland Klose, per E-Mail

Ist Deutschland zu einem Narrenhaus verkommen? Da reiben sich unfähige Politiker im Bundestag über Wochen an der Frage auf, ob, wann, wo, warum und wieso der Verteidigungsminister Thomas de Maizière etwas gewusst oder nicht gewusst haben könnte oder hätte wissen können oder müssen. Die gleichen Politiker aber verschleudern unsere Steuergelder sinnlos an bankrotte Banken und Länder, ohne dass sie dafür bis heute bestraft wurden. Es ist kein Wunder, dass die Politikverdrossenheit in unserer Bevölkerung rapide zunimmt.

Herbert Gaiser, München

Freude über ein Denkmal für Benedikt XVI. in Berlin

Zum Artikel: „Denk mal an den deutschen Papst“ vom 28. Mai

Als gläubiger Katholik habe ich mich sehr gefreut, dass der ehemalige Papst Benedikt XVI. in Berlin geehrt werden soll. In einer Stadt, in der es selbst für die Vorbilder linker Minderheiten Gedenktafeln oder Statuen gibt, kann eine Erinnerung an den deutschen Papst sicher nicht schaden, dachte ich mir. Umso entsetzter war ich, als ich die Reaktionen hörte und las. Die Berliner schimpfen sich gern tolerant und weltoffen. Aber sobald jemand geehrt werden soll, mit dem sie sich nicht hundertprozentig identifizieren können, wird der Vorschlag sofort niedergemacht. Ich finde die Idee gut, eine große Persönlichkeit der deutschen Geschichte – den ersten Papst seit einigen Jahrhunderten – zu ehren. Es wäre weltoffen, diese Idee, wenn man sie schon nicht unterstützt, doch wenigstens zu tolerieren.

Erich Korbe, per E-Mail

Ich finde es gut, wenn in Berlin ein Denkmal für Herrn Ratzinger gebaut wird. Es kommt schließlich nicht oft vor, dass ein Deutscher Papst wird. Ich denke, dass Josef Ratzinger als Benedikt XVI. viel dazu beigetragen hat, dass sich die Menschen wieder mit dem Christentum (die Grundlage unserer Kultur) und besonders dem katholischen Glauben beschäftigt haben.

Thorben Finke, per E-Mail

Ratten werden durch Essensreste regelrecht angefüttert

Zum Artikel: „Hochgefährliches Rattengift bei Lidl in Berlin gefunden“ vom 14. Juni

Ratten sind überall, wir waren gezwungen, in unserer Wohnanlage schon vor einigen Jahren Rattenstopps einzubauen. Die Ratten wanderten bis in die oberen Etagen, begannen dort in Styroträgern Nester zu bauen. Durch das Einspülen von Essensresten werden die Viecher regelrecht gefüttert. Wenn die Menschen nicht so sorglos alle möglichen Abfälle in die Kanalisation werfen würden, wären die Probleme nicht so stark.

Arno Impe, per E-Mail