Leserbriefe

„Unzureichende Prävention“

Leser zu der seit Tagen angespannten Situation in den Hochwasserregionen entlang der Elbe

Erst wenn das Wasser überall zurückgegangen ist und die Schäden in ihrer Gesamtheit richtig beziffert werden können, wird die Frage gestellt werden, wer trägt dafür die Verantwortung? Die paar versprochenen Millionen Euro werden bei Weitem nicht reichen, hier geht es um Schäden in Milliardenhöhe. Die Verantwortlichen haben aus der Vergangenheit offensichtlich nichts gelernt. Man muss im Vorfeld die dringend notwendigen Maßnahmen ergreifen, dazu gehört die Erhöhung und Ausweitung der Deiche; zur Wiederherstellung der Flussauen muss man landwirtschaftliche Flächen zurückkaufen oder notfalls enteignen. Es kann nicht sein, dass der Steuerzahler alle paar Jahre für die Nachlässigkeiten der Verantwortlichen Milliarden Euro zur Schadensregulierung aufbringen muss.

Lothar Wirth, per E-Mail

Der Kampf gegen das Hochwasser ist wie ein Kampf gegen Windmühlen. Präventiv ist offensichtlich zu wenig getan worden, die Risikodiskussion in Deutschland konzentriert sich nur auf die Atomenergie. Schon jetzt hat das Jahrhunderthochwasser mehr Opfer gefordert, als es durch den Betrieb der deutschen Atomkraftwerke je gegeben hat. Die Politik muss umdenken und neue Prioritäten setzen.

Christian Lukner, per E-Mail

Kürzlich wurde im Rahmen der Hochwasserberichterstattung erwähnt, dass eine Schutzmaßnahme nicht ausgeführt werden konnte, weil irgendwelche Umweltaktivisten die Maßnahmen wegen angeblicher Gefährdung von Libellen verhindert haben. Man sollte diese Leute und diejenigen, die sich denen nicht energisch genug widersetzt haben, zur Rechenschaft ziehen und sie für den entstandenen Schaden haften lassen. Sämtliche sogenannte Umweltschutzorganisationen werden von profilneurotischen Leuten angeführt, die keine Ahnung haben, sich aber in Szene zu setzen verstehen. Deren Gefolgsleuten möchte ich nicht absprechen, dass sie Gutes wollen.

Harald G. A. Becker, per E-Mail

Die Lebensqualität der Berliner wurde unzulässig beschnitten

Zum Artikel: „ Berlin rollt und rollt“ vom 10. Juni

Nachdem erst vor einer Woche eine Fahrradsternfahrt unsere Stadt lahmgelegt hat, standen die Berliner am Sonntag bei schönstem Wetter erneut unter Hausarrest. Dabei diente der Velothon rein kommerziellen Interessen. Wer nicht in der Nähe eines S- oder U-Bahnhofes wohnte, war seiner Freiheit beraubt. 60 Buslinien und neun Straßenbahnlinien fielen aus, der Flughafen Tegel war nur mit dem Taxi auf Umwegen erreichbar. Auch die Bahnen waren da wenig hilfreich, denn die S25 und die U6 waren durch Bauarbeiten eingeschränkt. Der Sonntagsausflug fiel ins Wasser, die Großeltern mussten zu Hause bleiben, Behinderte und ahnungslose Touristen saßen in der Falle. Wer trägt die Kosten für die Polizeieinsätze und die Ausfälle der BVG? Die Lebensqualität der Berliner wurde zugunsten einer Minderheit mit Füßen getreten.

Hans-Joachim Junge, per E-Mail

Einstiges Flaggschiff ist längst zu Klamaukveranstaltung verkommen

Zum Artikel: „Raab stiehlt Lanz die Show“ v. 10.Juni

Es ist leider nicht mehr zu ignorieren: „Wetten, dass..?“, das Flaggschiff der deutschen Fernsehunterhaltung, ist längst zu einer billigen Klamaukveranstaltung verkommen. Man sollte nicht länger versuchen, durch weitere Sendungen einem schon toten Körper immer wieder neues Leben einhauchen zu wollen. Der Abschied von Thomas Gottschalk, der sich auch schon so recht und schlecht durch die letzten Sendungen quälte, wäre der richtige Zeitpunkt für das Ende der Show gewesen. Man sollte die Geduld des erwartungsfrohen Fernsehzuschauers nicht überstrapazieren. Wer zu später Stunde Wettkönig wird, ist dem längst schnurzegal.

Konrad Riethmüller, Tegel

Hinweise über zugängliche Bankautomaten fehlen leider

Zum Artikel: „Vor verschlossener Tür“ vom 2. Juni

Es wäre schön, wenn an den nächtlich geschlossenen Türen zu Bankautomaten auch ein deutlich sichtbarer Hinweis der Bank angebracht wäre, wo der nächste zugängliche Geldautomat zu finden ist. Auch wäre es ohnehin sinnvoll, alle Geldautomatenvorräume und Eingänge mit Videoüberwachung auszurüsten, damit Kriminelle die Geldautomaten nicht ungehindert manipulieren können, wie es vor Jahren beim Postamt 45 passiert ist, wo fast eine ganze Woche lang eine doppelte Tastatur zum Ausspähen geheimer Bankdaten montiert war.

Thomas Splittgerber, Lichterfelde