Leserbriefe

„Airport schnell ans Netz bringen“

Leser zu den Plänen von Flughafenchef Mehdorn für eine rasche Teilinbetriebnahme des BER in Schönefeld

Endlich hat mit Hartmut Mehdorn jemand am BER das Sagen, der die Probleme dort anpackt, anstatt nur zu jammern und kluge Reden zu halten. Aufarbeitung des Desasters ist sicherlich auch wichtig. Priorität aber sollte haben, den Flughafen so schnell wie möglich ans Netz zu bringen. Diskutiert und geklagt werden kann dann später. Berlin braucht diesen Flughafen. Die 20 Millionen Euro, die der Nichtbetrieb des BER monatlich kostet, ließen sich sinnvoller ausgeben. Warum also nicht vorübergehend ein provisorischer Betrieb mit wenigen Airlines am Nordpier. Tegel ist seit 20 Jahren ein Provisorium – und läuft!

Marco Rosenwick, Wilhelmsruh

Von Anfang an bemängele ich die Reduzierung der Start- und Landebahnen von einst sechs für die Metropole Berlin auf künftig nur noch zwei. Jeder kluge Mensch kann da die Probleme bei kleinsten Unregelmäßigkeiten erahnen. Nur anscheinend unsere Politiker nicht. Die werden dann hinterher eine Untersuchung einleiten und einen Arbeitskreis bilden, um den Schuldigen zu finden, der dann mit einer riesigen Abfindung in die Wüste geschickt wird. Jedes noch so kleine Detail in Sachen Umweltschutz wird gewissenhaft geprüft, eine Prüfung betreffend der wirklichen Durchführbarkeit dieses Großprojekts ist aber anscheinend unmöglich.

Lothar Otterstätter, Mariendorf

Natürlich ist der neue Flughafen fertig und man kann in alle Flugrichtungen starten, aber nur, wenn man seine Koffer selbst auf dem Flugfeld zum Flugzeug bringt und man draußen auf dem Vorfeld eincheckt. Wenn Flughafenchef Hartmut Mehdorn das Problem mit dem Brandschutz und der Abluft lösen kann, dann ist das genannte Prozedere auch im Flughafengebäude möglich, aber nur dann.

Lothar Wirth, per E-Mail

Nicht alle Aktionen, Positionen und Posen sind miteinander kompatibel

Zum Artikel: „Der Stilbruch der Kanzlerin“ vom 5. Juni

Der lesens- und bedenkenswerte Artikel von Hajo Schumacher spricht in der Tat einen gelegentlich übersehenen oder zumindest vernachlässigten, aber dennoch sehr wichtigen Aspekt bei der Beurteilung von politischen Mandatsträgern oder Kandidaten an: die Authentizität. Dies war bisher eine der großen Stärken von Angela Merkel (auch wenn ihr nicht jeder die arg inszenierten Jubelposen bei Fußballspielen abgenommen hat) und eine ausgesprochene Schwäche von Peer Steinbrück, seitdem er zum Kanzlerkandidaten avanciert ist. Nun droht bei der Kanzlerin ein Overkill, indem sie in dem Bestreben, alle Trümpfe, die das Amt ihr bietet, in extensiver Weise auszuspielen, offenbar übersieht, dass nicht alle Aktionen, Positionen und Posen miteinander kompatibel sind. Auch wenn es zur Zeit nicht danach aussieht – vielleicht wird der Wahlkampf ja doch noch lebendig und interessant.

W.-R. Heilmann, per E-Mail

Mit Denkmälern sollte ähnlich wie mit Straßennamen verfahren werden

Zum Artikel: „Denk mal an den deutschen Papst“ vom 28. Mai

Frank Steffel war schon als erfolgloser Bürgermeisterkandidat der CDU immer mal für eine – freundlich gesagt – seltsame Idee gut. Er scheint vergessen zu haben, dass Ratzinger nicht der Papst der Berliner, nicht der Deutschen, sondern nur der Katholiken war. Und selbstverständlich können Letztere auf dem Grundstück der St. Hedwigs-Kathedrale mit ihrem oder Sponsorengeld ein Denkmal aufstellen. Trotzdem bleibt ein bitterer Beigeschmack. Müssen Denkmäler für noch lebende Personen sein? Das Berliner Straßengesetz fordert eine fünfjährige Wartezeit nach dem Tod des zu Ehrenden. Vielleicht sollte man das bei Denkmälern ähnlich halten.

Ralf Drescher, Lichtenberg

Man will und kann es nicht glauben, dass so ein Vorschlag tatsächlich ernst gemeint sein soll. Ratzinger ein Denkmal in Berlin aufstellen, wofür bitte? Weder hat er die Missbrauchsskandale der katholischen Kirche in Angriff genommen, noch verkrustete und antiquierte Denkweisen reformiert. Nur weil einer eine Rede im Bundestag und eine Messe im Olympiastadion abhält, muss das nicht gleich mit einem Denkmal belohnt werden, zumal Berlin andere Prioritäten setzen muss angesichts maroder Schulen, Straßen und Polizeidienststellen. Dass dieser Vorschlag auch noch von einem Berliner CDU-Mitglied des Bundestages kommt, finde ich besonders anstößig. Frank Steffel sollte besser als alle anderen wissen, was Berlin wirklich braucht. Ein Denkmal für einen abgedankten Papst ganz sicher nicht.

Dagmar Kley, Spandau