Leserbriefe

„Eine schallende Ohrfeige“

Leser zu dem Urteil des Bundesverfassungsgerichtes, dass das Ehegattensplitting auch für Homo-Ehen gilt

Das Urteil des Bundesverfassungsgerichts zum Ehegattensplitting für Homo-Ehen ist eine schallende Ohrfeige für die jetzige Bundesregierung und vor allen Dingen für die CDU von Kanzlerin Angela Merkel. Und es ist nicht das erste Mal, dass diese Bundesregierung vom Bundesverfassungsgericht gezwungen wird, die Lebenswirklichkeit in Deutschland zu akzeptieren. Es ist ein durchschaubares Schauspiel, das Angela Merkel hier spielt, denn das Zögern, Zaudern und Taktieren ist einzig und allein mit dem bevorstehenden Wahltermin zu begründen: Man wollte seine konservative Klientel nicht verschrecken. Doch so geht es nicht. Man kann nicht die Gesetzgebung immer und immer wieder vom Bundesverfassungsgericht wahrnehmen lassen, denn schon steht mit dem Adoptionsrecht für gleichgeschlechtliche Partnerschaften die nächste Entscheidung ins Haus. Will man sich auch hier wieder um die Entscheidung herumdrücken? Ich verstehe auch deshalb nicht die guten Umfragewerte von Angela Merkel.

Thomas Henschke,Waidmannslust

Ich stimme dem Kommentar von Hajo Schumacher darin zu, dass das grundsätzliche Ehegattensplitting abgeschafft werden sollte. Das stammt aus einer Zeit, als Paare, die heirateten, Kinder haben wollten. Das ist heute oftmals nicht mehr der Fall. Warum sollten sie dann steuerlich entlastet werden? Sobald Kinder da sind, dann meinetwegen doppelt und dreifach.

Ursula Nowatzki, per E-Mail

Nun hat das Bundesverfassungsgericht erneut in die Kompetenzen des Staates eingegriffen und für die im Grundgesetz verankerte staatliche Ordnung sorgen müssen. Bei allem Verständnis für kulturelle und gesellschaftliche Veränderungen in unserem Land, das Bundesverfassungsgericht hat mit seinem Urteil das Grundgesetz interpretiert und erzwingt die Anwendung seiner Interpretation. Die Politik hat sich jetzt nun nicht nur der Aufgabe zu stellen, homo- und heterosexuelle Paare mit eingetragener Lebenspartnerschaft im Steuerrecht gleichzustellen, sondern auch zu prüfen, ob das Grundgesetz geändert werden muss.

Roger Morell, per E-Mail

Eine homosexuelle Partnerschaft ist keine Ehe. Außerdem ist es in einer Demokratie nicht zulässig, dass einige Juristen über ethische Werte entscheiden. Aufgerufen sind jetzt die einzig dafür zuständigen Politiker, die Meinung einer vermeintlichen Mehrheit durchzusetzen.

Herbert Gaiser, per E-Mail

Wirksame konventionelle Therapien werden folgenreich verschleppt

Zum Artikel: „Homöopathie: Medizin oder Schein-Therapie?“ vom 7. Juni

Mittlerweile gibt es zahlreiche Studien und Metastudien, die der Homöopathie keinerlei Wirkung über den Placeboeffekt hinaus zuschreiben. Es wäre sinnvoll gewesen, darauf hinzuweisen, dass es schon aus physikalischen Gründen bei den als besonders wirksam bezeichneten Hochpotenzen keinerlei Wirkung geben kann. Diese Verdünnungen laufen in diversen Stufen, was dazu führt, dass bei der Stufe D23 kein einziges Molekül der Wirksubstanz mehr vorhanden sein kann. Es sollte damit klar sein, dass ein „Medikament“ D30 nichts weiter als nur Trägersubstanz enthält. Es gibt somit zwei Gründe, die gegen Homöopathie sprechen: die Physik und die Studien, die keinerlei Wirkung belegen. Das gilt natürlich nur für die Studien, die nach dem derzeitigen Goldstandard aufgebaut sind, nämlich doppelt verblindet und randomisiert. Die Gefahr der Homöopathie besteht insbesondere darin, dass Patienten homöopathisch behandelt werden und sich dadurch eine wirksame Therapie verzögert. Als Beispiel sei genannt, dass Kinder gegen Mittelohrentzündung homöopathisch behandelt wurden und dann schwere Gehörschäden davontrugen, weil die antibiotische Therapie zu spät einsetzte.

Karsten Reincke, Müggelheim

Offensichtlich fehlen kompetente Experten in den eigenen Reihen

Zum Artikel: „Steinbrück sichert sich Schröders Kanzlermacher“ vom 6. Juni

Die SPD hat etwa 477.000 Mitglieder, hat erfahrene Politiker in Landesministerien, Landesparlamenten und im Bundestag – und doch scheinen die Politiker nicht das Fachwissen und das Engagement zu besitzen, um in das Kompetenzteam von SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück berufen zu werden. Deshalb hat Steinbrück zwei Parteilose in sein Team berufen. Wie soll das bei einem offensichtlich derartigen Mangel an Fachkompetenz in den eigenen Reihen nur mit der SPD weitergehen?

Wolfgang Priese, per E-Mail