Leserbriefe

„Man kann sich nur noch wundern“

Leser zu Machtkämpfen am Flughafen BER und der EU-Beschwerde wegen mangelhafter Umweltprüfung

Eigentlich wollte ich zum Flughafen BER nichts mehr schreiben. Es ist alles gesagt. Was man jetzt jedoch über Technikchef Amann und BER-Chef Mehdorn hört, zerreißt mich förmlich. Zwei alte Männer sind nicht in der Lage, zusammenzuarbeiten! Wo sind wir denn? Man sollte sie erinnern, ihre Arbeit zu machen, für die sie eingestellt worden sind. Was wir überhaupt nicht gebrauchen können, sind Personaldiskussionen, die am Ende den Steuerzahler nur wieder Geld kosten.

Norbert Jurk, Frohnau

Das haben wir doch schon einmal gemacht und damit den Bauablauf in ein noch größeres Chaos gestürzt: Wichtige und fachkundige Experten kurzerhand von ihren Aufgaben entbunden; in einer Situation, in welche uns unsere fachlich kompetenten Politiker geführt haben. In diesem Zusammenhang wäre es doch wirklich hilfreich, wenn das Problem mit dem „Licht am BER an- und ausschalten“ nun mal exakt geklärt werden würde. Dass diese Äußerungen von Herrn Amman Unwohlsein bei den verantwortlichen Politikern auslösen würden, war logisch. Und vielleicht hat Herr Mehdorn bei seinen Verhandlungen Erfolg und kann die genannte Fluggesellschaft überreden, vorzeitig in einem Teilbetrieb mitzuarbeiten. Man bräuchte nur Anreize geben, vielleicht Wegfall der Startgebühren oder einen Bonus für jeden Start. Langsam kann man sich nur noch wundern.

Klaus Kühnert, per E-Mail

Die Anwohnergemeinden des BER nutzen alle Möglichkeiten aus, gegen geplante Flugrouten vorzugehen. Zuerst wurde mit allen Mitteln gegen die Flugrouten über Wohngebiete gekämpft, und man möchte ein Nachtflugverbot ab 22 Uhr haben. Jetzt wurde von Anwohnern und Umweltbehörden erreicht, dass eine Umweltverträglichkeitsprüfung für die Festlegung der Flugrouten gemacht werden muss. Es sind die Lebensräume von Kranichen, Seeadlern, Schwänen und Sumpfhühner betroffen, auch das Trinkwasser, so die Argumentation. Ich glaube, man versucht mit allen Mitteln, eine Eröffnung des BER einige Jahre nach hinten zu schieben, am besten ganz zu verhindern. Die Gesundheit der Bewohner von Spandau, Reinickendorf und Pankow scheint egal zu sein.

J. Schaberg, Reinickendorf

Es ist bemerkenswert, dass sich die EU mehr Sorgen um die Kraniche macht als um die Menschen, die in der Einflugschneise vom BER und von Tegel leben. Für Juchtenkäfer, Kranich und Co. können offenbar Baustopps erzwungen und Baugenehmigungen verhindert werden. Deutschland hat nun das Europäische Umweltschutzgesetz verletzt? Noch im Januar hatte Bundesverkehrsminister Ramsauer betont, es gebe keine Versäumnisse. Nun legt die EU-Kommission aber strengere Maßstäbe an die Prüfung als die Bundesregierung. Hätte man seinerzeit die Umweltverträglichkeitsprüfung auch auf die jetzt kritischen Gebiete ausgedehnt, wäre das wahre Ausmaß der zu erwartenden Fluglärm- und Umweltbelastung offenbart worden und der Standort Schönefeld möglicherweise nicht mehr durchsetzbar gewesen.

Roger Morell, per E-Mail

Die Menschen müssen ihr Verhalten ändern

Zum Artikel: „Merkel verspricht Flutopfern 100 Millionen Euro Soforthilfe“ vom 5. Juni

Die Flutkatastrophen in Bayern, Thüringen und Sachsen sind nur ein Vorgeschmack auf die Veränderungen des Wetters und des Klimas, die uns in Zukunft erwarten. Mehrere „Jahrhundertfluten“ innerhalb kurzer Zeit! Offensichtlich hat der Mensch nicht viel dazugelernt in seinem Verhalten, sich an diese veränderten Bedingungen anzupassen. Es muss jetzt Schluss sein mit dem „Weiter wie bisher“! Die Bürger wollen beim Thema Klima stärker beteiligt werden.

Christian Lukner, per E-Mail

Das Leben in Berlin ist teurer als in der Mark

Zum Artikel: „Leben am Berliner Stadtrand teurer als Wohnen in der City“ vom 25. Mai

„Wer in der Hauptstadt günstig leben möchte, sollte den Stadtrand meiden und in die Innenstadt ziehen.“ Diese Senatsstudie stimmt so nicht, weil sie den Hauptfaktor für das billigere Leben im Umland außer Acht lässt. Es wird auf die Mobilitätskosten verwiesen, aber es wird verschwiegen, dass der Alltag in der Stadt teuer ist als auf dem Lande, weil er ständig zum Konsum verführt. Man muss auch nicht mit dem Auto fahren. Die billige Regionalbahn etwa braucht von Trebbin bis Südkreuz nur 20 Minuten. In der Mark stehen halbe Dörfer leer. Wer nicht das Geld für eine Stadtwohnung hat, sollte diese gesündere Alternative überdenken.

Horst Pillau, per E-Mail