Leserbriefe

„Ein schöner, fairer Fußball“

Leser zum Champions-League-Finale im Londoner Wembley-Stadion und zum Sieg von Bayern München

Der arme Jogi Löw, nach diesem Spiel kann er sich nur noch schwerlich auf die Position des Außenseiters bei der WM in Brasilien herausreden. Und vor allem Oliver Bierhoff sollte seine Angsthasen-Position endlich aufgeben und die der Bayern, respektive die von Thomas Müller, übernehmen: „Jetzt wollen wir das blöde Ding endlich nach Hause bringen!“ Alle Welt schwärmt seit diesem tollen Sonnabend vom deutschen Fußball. Was bei der WM in Deutschland seinen Anfang nahm, könnte sich jetzt vom einmaligen Sommermärchen zu einer dauerhaften Gegebenheit entwickeln. In diesem Land wird – dank einer kontinuierlich verbesserten Nachwuchsarbeit – ein schöner, fairer und sogar erfolgreicher Fußball gespielt.

Walter Reuter, Alt-Tegel

Den Henkelpott haben sich die Gladiatoren des FC Bayern München verdientermaßen gegen die tapfer kämpfenden Borussen gesichert. Sie sind die selbstbewussten Helden und Champions eines neuen deutschen Fußballwunders in Europa. Sie wurden auf der Siegertribüne aber nicht von der Queen of England, Elizabeth II., geehrt und angestrahlt, sondern von Bundeskanzlerin Angela Merkel. Sie ist überall dort, wo es nach Siegen aussieht. Das hat sie dem SPD-Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück voraus, der als bekennender BVB-Fan zu den Verlierern des Abends gehört und deshalb ebenfalls von ihr getröstet und angelächelt werden muss.

Roland Klose, per E-Mail

Die wohlwollende Benotung der Dortmunder Offensive hat mich überrascht. Die Dortmunder Mannschaft hat in der gesamten zweiten Halbzeit keine einzige Torchance erspielt! Und das gegen eine keinesfalls sattelfeste Bayern-Abwehr (Boateng, Dante, auch Lahm)! Von sämtlichen „Standardsituationen“ (Eckbälle, direkte und indirekte Freistöße) ging keinerlei Gefahr für das Bayern-Tor aus. Und Lewandowski, mit den Gedanken vermutlich schon bei seinem neuen Verein, war fast ein Totalausfall. Insgesamt ist die Dortmunder Mannschaft nach der überzeugenden ersten halben Stunde – bis auf Weidenfeller – leider weit hinter ihren Möglichkeiten zurückgeblieben.

Wolf-Rüdiger Heilmann, Schöneberg

Ein schöner Sonnenstrahl zwischen den Skandalen

Zum Artikel: „Tee mit Helen Mirren, Ihrer Majestät“ vom 23. Mai

Es erscheint einem immer wieder wie ein kleines Wunder, wenn man zwischen Katastrophenmeldungen, Politikerskandalen und überflüssigen Statistiken einen Blick auf menschliche Wärme erhaschen kann. Ein solcher Sonnenstrahl ist der Artikel über das Treffen von „Queen“ Helen Mirren mit dem krebskranken Oliver. Ich möchte jeden Journalisten und Verleger bitten, mehr über das Füreinander und weniger über das Gegeneinander zu berichten.

Ralf Lüttsches, per E-Mail

Gesunde Ernährung muss bezahlbar sein

Zum Artikel: „Sarah Wiener nimmt Großmütter in die Pflicht“ vom 21. Mai

Im Prinzip hat Sarah Wiener ja recht, die Industrialisierung der Lebensmittel müsste eingeschränkt werden. Allerdings ist das auch wieder mit diesem missionarischen Fehlblick der gut verdienenden Köchin versetzt. Es wird wohl kaum jemand täglich mindestens drei Mal eine Kugel Eis verzehren, sondern das ist immer noch etwas Besonderes. Wir sind eine fünfköpfige Familie und zählen nicht zum Bereich Arm. Rechne ich eine Packung Eier für vier, ein Bio-Vollkornbrot für fünf und einen Liter Bio-Milch für einen Euro, habe ich täglich zehn Euro für Grundnahrungsmittel ausgegeben, ohne dass die benötigte Palette auch nur annähernd abgedeckt ist.

Andreas Maaß, per E-Mail

Kein Fortschritt ohne technische Entwicklungen

Zum Artikel: „De Maizière kommt wegen Drohnenaffäre nicht zur Ruhe“ vom 27. Mai

Wer glaubt, dass wir Menschen nur auf Waffen verzichten müssen, um den Frieden erhalten zu können, ist ein Träumer. Was dazu in der Diskussion um die Realisierung eines „mannlosen“ Fluggerätes vergessen wird, ist das Know-how im Umgang mit neuer Technik, die mit der Drohne entwickelt wird. Wir sollten uns bewusst werden, dass es heute ohne die Entwicklung von Weltraumraketen keine Handys gäbe.

Joachim Thürk, per E-Mail