Leserbriefe

„Allein den Vermietern dienlich“

Leser zum Mietspiegel und zu der angespannten Situation auf dem Berliner Wohnungsmarkt

Bislang hatte ich immer den Eindruck, dass die jeweils neuen Mietspiegel einzig und allein den Vermietern dienlich sind. Die Begründungen für die stetig steigenden Forderungen erschienen mir bislang nie plausibel. Eher hatte ich den Eindruck, dass da in der Öffentlichkeit künstlich ein Klima geschaffen wird, um Teuerungen in Gang zu setzen. Etwa die angebliche Wohnungsnot oder der gern herangezogene Vergleich zu den Mieten in Hamburg oder München – dergleichen erweckt ja immer den Eindruck, dass es uns Berlinern viel zu gut gehe. Vom absolut nicht vergleichbaren Lohnniveau und der völlig anderen sozialen Situation spricht man geflissentlich nicht. Der neue Spiegel versucht erstmals diese Spirale aufzuhalten, zumindest für den Mieter erträglich zu machen. Das ist erfreulich und deutet darauf hin, dass auch die Politik erkannt hat, einer unheilvollen Entwicklung endlich vorzubeugen.

Lothar Czerwinski, Wedding

Nur wer es sich leisten kann, kann in den Luxushütten der Innenstadt wohnen. Der Rest der Bevölkerung wird an den Rand verfrachtet. Hinzu kommt, dass bei Neuvermietung exorbitante Mietsteigerungen zu verzeichnen sind, die sich ein Normalsterblicher kaum leisten kann. Hervorzuheben ist das Verhältnis der Miete zum Verdienst. Was nützt es einem, wenn das halbe Gehalt gleich zum Vermieter wechselt. Das Weihnachtsgeld, wenn überhaupt, ist schon für die Nebenkostenabrechnung reserviert. Berlins Bevölkerung ist nicht gerade auf Rosen gebettet, so löst es schon Befremden aus, wie mit den Steuergeldern verfahren wird. Es ist an der Zeit, den zukünftigen Luxusbauten (Kleingartenflächen, Tempelhofer Feld) entgegenzuwirken und endlich bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, speziell für Kleinfamilien.

Thomas Hansen, Reinickendorf

So einfach ist es mit der Suche nach einem Endlager nicht

Zum Artikel: „Herr Altmaier, Sie müssen liefern!“ vom 18. Mai

Der angekündigte Boykott der Umweltgruppen (Greenpeace, BUND und andere) im Zusammenhang mit einem Forum des Umweltministeriums, wo es um das neue Endlagersuchgesetz gehen soll, gibt nur einen Vorgeschmack auf das, was uns noch bevorsteht. Das Argument der Umweltgruppen, sie hätten keine Einflussmöglichkeiten, ist mehr als lächerlich und zeigt, dass es ihnen gar nicht um das Endlager geht, sondern um eine Verhinderung desselben. Am liebsten wäre diesen Leuten, der radioaktive Müll würde sich in „Luft“ auflösen. Auf solche verantwortungslosen Herrschaften kann man nun wirklich verzichten, sie repräsentieren schon gar nicht die Bevölkerung oder eine Mehrheitsmeinung.

Christian Lukner, per E-Mail

Geld im Ausland stammt nicht von Arbeitern und Angestellten

Zum Artikel: „Steuersünder zeigen sich selbst an: Sechs Millionen Euro mehr für Berlin“ vom 22. Mai

Man muss bei Steuerhinterziehung immer unterscheiden zwischen Schwarzarbeit im „Kleinen“, wie Haushaltshilfe, Renovierung usw., und nicht versteuertem Einkommen, sogenanntes Schwarzgeld im „Großen“. Beides ist auf jeden Fall nicht in Ordnung und muss bestraft werden. Aber die vielen Millionen und Milliarden Euro auf ausländischen Konten können nicht von Arbeitern und Angestellten stammen, denn die werden gleich bei der Auszahlung besteuert. Diese Summen stammen von Unternehmern und Selbstständigen, die selbst entscheiden, was sie angeben und was nicht, und das ist unsozial.

Lothar Wirth, per E-Mail

Nur gute Nachrichten für die Hauptstadt

Zum Artikel: „Berlin bekommt 2015 das Finale der Champions League“ vom 24. Mai

Das sind doch mal Nachrichten! Hertha steigt souverän auf, zwei deutsche Vereine spielen im Londoner Wembley-Stadion um die europäische Fußballvereinskrone, Deutschland wird laut einer BBC-Umfrage zum beliebtesten Land auf Erden gewählt, und das Olympiastadion bekommt das Champions-League-Finale 2015. Und wenn jetzt schon die WM in Brasilien stattfände, würde Löws Schwarz-Rot-Gold-Truppe mit großer Sicherheit den Titel holen. Aber so weit sind wir nicht. Jubeln darf man aber schon jetzt, denn die Vergabe des Spiels an Berlin ist ein riesiger Gewinn für die Stadt, die sich jetzt auch einen Namen als Sportstadt machen kann. Viele Touristen werden wieder in die Stadt kommen, davon profitieren nicht nur Gaststätten und Hotels, sondern alle Wirtschaftszweige. Bleibt nur noch ein Wunsch offen: Auf jeden Fall sollte es eine deutsche Mannschaft ins Finale schaffen.

Jochen Jahoda, Spandau