Leserbriefe

„Programmatische Belanglosigkeit“

Leser zu den Chancen der Piratenpartei bei der Bundestagswahl im Herbst dieses Jahres

Die Piratenpartei ist ein politisches Auslaufmodell. Selbst bei der Generation Facebook, Twitter und Co. kann diese parteipolitische Eintagsfliege mit Internetthemen nicht mehr landen. Wie einst die Hamburger Schill-Partei oder manch andere Partei versinkt diese Splitterpartei im politischen Nichts und hinterlässt nicht einmal Spuren oder Fußnoten im Parteiensystem. Innere Zerrissenheit und programmatische Beliebig- und Belanglosigkeit sind keine Erfolg versprechenden Parameter, um Wählerstimmen zum Erreichen der Fünfprozenthürde bei Bundestagswahlen zu gewinnen. Auf Wiedersehen, Piraten!

Albert Alten, per E-Mail

Das Ergebnis des Piraten-Parteitags kann nur enttäuschen. Streitereien und Querelen bestimmen das Erscheinungsbild dieser Partei. Die neuen Leute an der Spitze sind unerfahren und leben anscheinend in einer irrealen Welt, wo nur das Digitale und Virtuelle zählt. Was soll der Bürger mit solch einem Programm, soweit man davon überhaupt sprechen kann, anfangen? Die Chance zu mehr Demokratie mithilfe der neuen Medien wurde vertan. Die Piraten verabschieden sich von der Online-Demokratie, die Partei hat kein Alleinstellungsmerkmal mehr.

Christoph Luban, per E-Mail

Politische Rahmenbedingungen für Kriminalitätsbekämpfung wichtig

Zum Artikel: „Eigentümer sollen für Einbruchschutz zahlen“ vom 16. Mai

Nach der jüngsten Kriminalstatistik ist die Zahl der Einbrüche in Deutschland massiv gestiegen. Und was machen die Politiker? Statt endlich die unsinnigen Personaleinsparungen bei der Polizei zu beenden, nehmen sie nun die Hauseigentümer in die Pflicht und wollen sogenannte Mindeststandards für den Einbruchschutz einführen. Was soll das? Es kann doch nicht sein, dass sich die Politiker immer mehr aus ihrer Verantwortung stehlen und alles auf den Bürger abwälzen. Für die steigende Kriminalität sind einzig und allein die politischen Rahmenbedingungen verantwortlich und nicht der einzelne Bürger.

Thomas Henschke, Reinickendorf

Schuld sind auch Hungerlöhne und zu wenig Überwachungspersonal

Zum Artikel: „Erstmals mehr als 500.000 ausländische Straftäter“ vom 14. Mai

Ein Teil der Menschen, die wenig oder gar kein Geld haben, egal, woher sie kommen, driftet in die Kriminalität ab. Die Politik hat daran eine gewisse Mitschuld, zum Teil wegen der teilweisen Hungerlöhne, die hierzulande gezahlt werden und von denen kaum jemand leben kann. Auf der anderen Seite wird unser Land kaputtgespart, indem immer mehr Stellen bei der Polizei und anderen Behörden gestrichen werden, nur um in naher Zukunft die geplante Schuldenbremse einzuhalten. Das wird sich eines Tages bitter rächen.

Lothar Wirth, per E-Mail

Preisdruck öffnete der Gentechnologie die Tür

Zum Artikel: „Kartoffel-Kartell schädigt Verbraucher und Bauern“ vom 12. Mai

Ich finde, dass die Kartoffeln in den Supermärkten und vor allem bei den Discountern teilweise viel zu billig angeboten werden, und habe meine Zweifel, ob die Kartoffelbauern daran überhaupt noch etwas verdienen können. Aber es wird so lange an der Preisschraube gedreht, bis wir keine normalen Kartoffeln mehr für unser Geld bekommen, sondern nur noch Gen-Kartoffeln. Ich will das aber nicht und bin auch gerne bereit, den notwendigen Preis für die Kartoffeln zu bezahlen, allerdings nicht an das erpresserische Kartell, sondern an die Bauern, die die Kartoffeln anbauen und ernten.

Regina Kröning, Spandau

Uns gegenseitig akzeptieren, wie wir sind

Zum Artikel: „Angela Merkel – Die frühen Jahre“ vom 12. Mai

Bevor man das Leben eines anderen Menschen beurteilen will, sollte man es doch wenigstens richtig kennen und bewerten können. Nur Tatsachen aufzureihen trifft wohl kaum den Kern der Sache. Ich denke, wir sind im realisierten wiedervereinigten Deutschland immer noch in der Phase des gegenseitigen Kennenlernens und erschrecken aus Unkenntnis einige Male, welche vermeintlichen Abgründe sich da bei dem anderen auftun. Ich denke aber auch, wenn wir uns alle in Ost, West, Nord, Süd richtig kennengelernt haben und wir uns auch so akzeptieren, wie wir sind, geben wir ein ganz passables gemeinsames Deutschland ab.

Bärbel Hartenstein, per E-Mail