Leserbriefe

„Endlich Entscheidung fällen“

Leser zu den Plänen von Flughafenchef Mehdorn zur BER-Teileröffnung und zum Weiterbetrieb von Tegel

Ich plädiere dafür, dass endlich eine Entscheidung über den Weiterbetrieb des Flughafens Tegel gefällt wird. Die verantwortlichen Politiker sollten einsehen, dass ihre sture Haltung nichts als Ärger und Kosten verursacht, denn Verträge kann man ändern, wie uns das Beispiel vom Ausstieg, Wiedereinstieg und Ausstieg vom Ausstieg bei der Atomenergie lehrt. So könnte man Schönefeld angemessen und lärmverträglich für die Anwohner ausbauen und Tegel beispielsweise für Geschäfts- und Privatflieger sowie Charterfluggesellschaften weiterhin offen halten. Die neuen Nutzungen des Flughafens Tegel, die sich die Politiker dafür immer wieder ausdenken und projektieren, sind nichts weiter als hochtrabende Hirngespinste und zerplatzende Seifenblasen, die uns Steuerzahler nur wieder viel Geld kosten.

Thomas Henschke, per E-Mail

Welch Wahnsinn: Da leistet sich Berlin gleich drei Flughäfen, aber alles Notlösungen. Der eine ist zu klein (Tegel), der neue funktioniert nicht (Schönefeld) und der bisherige in Schönefeld ist zu alt. Was ist eigentlich seit einem Jahr am Bau passiert? Viel Zeit ist verstrichen, doch die Brandschutzanlage funktioniert noch immer nicht. Schon aus Sicherheitsgründen kann man einen Flughafen nur ganz oder gar nicht in Betrieb nehmen. Von den zusätzlichen Lärm- und Umweltbelastungen ganz zu schweigen.

Chris Urban, per E-Mail

Soweit ich mich erinnern kann, hat Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit seinen Platz als BER-Aufsichtsratsvorsitzender aufgrund seiner Misserfolge freiwillig geräumt. Sich nun als vermeintlicher Profi für Flughafenfragen zu profilieren, ist unglaubhaft und nur noch peinlich. Schließlich hat Wowereit sein entscheidendes Mitspracherecht dort verwirkt. Was aus einem weiteren oder dauerhaften Betrieb des Flughafens Tegel wird, weiß heute sowieso niemand. Und ob oder wann der BER funktionsfähig eröffnet wird, steht ebenso in den Sternen. Solange hier weiter in allen Bereichen nur herumgewurstelt und unser Steuergeld verplempert wird, ist jede öffentliche Meinungsäußerung unserer Politiker wie das Deuten einer Glaskugel.

Michael Klages, Staaken

Bedacht werden sollte, dass nur eine kleine Minderheit gegen den Weiterbetrieb von Tegel ist. Auch die Mehrheit der Anwohner hat mit einem Weiterbetrieb kein Problem. Nach dem, was bisher publiziert wurde, kann der BER in der bestehenden Konzeption die Erwartungen und Zielvorgaben nicht erfüllen. Tegel unter diesen Umständen bis auf Weiteres offen zu halten, scheint mir nicht nur eine sachlich kluge Entscheidung zu sein. Auch die Belastungen für den Steuerzahler werden begrenzt. Ist es nicht auffällig, dass ausschließlich politische Experten gegen einen Weiterbetrieb von Tegel sind? Man fragt sich, welche Motive hierbei eine Rolle spielen mögen. Die Schließung von Tegel ist eine politische Fehlentscheidung, die Berichterstattung sollte dementsprechend sein.

Detlef Jaenicke, per E-Mail

Moderne Stadtplanung ist ständige Überprüfung der Verkehrssituation

Zum Artikel: „A100 – Deutschlands teuerste Autobahn“ vom 10. Mai

Was im Augenblick nicht gebraucht wird, ist die Verlängerung der A100 zum Treptower Park. Wäre doch die Konsequenz in der Zukunft, dass eine Autobahn zum Parkplatz wird, da bei hohem Verkehrsaufkommen schon heute der Britzer Tunnel gesperrt wird. Der Rückstau vor allem in den Morgenstunden geht bis zur Stubenrauchbrücke oder darüber hinaus. Um flüssigen Verkehr zu bekommen, ist es eher notwendig, die in Teilstücken (Britzer Tunnel, Ausfahrt Spandauer Straße) zurzeit vollkommen überlastete Stadtautobahn durch entsprechende Maßnahmen wie neue Autobahn-, Bundes- oder zumindest leistungsfähige Ausfallstraßen zu entlasten. Die zwangsberuhigte Karl-Marx-Straße und die Sonnenallee bündeln zwar den Verkehr auf die B 96, den Tempelhofer Damm, aber dort geht es in der Rushhour auch nicht weiter. Der ortskundige Fahrer benutzt weiterhin die eigentlich verkehrsberuhigten Durchfahrten. Moderne Stadtplanung in Bezug auf den Verkehr basiert nicht auf der Fortschreibung alter, eventuell überholter Planungen, sondern erfordert deren Überprüfung vor jeder größeren neuen Maßnahme. Mit der für den Weiterbau der A100 veranschlagten halben Milliarde Euro könnten viele Verbesserungen erreicht werden, die eine bessere Verkehrssituation erbringen als die Verlängerung der A100 zum Treptower Park. Ein mögliche Maßnahme wäre eine Stadtdurchfahrt nur für Anlieger. Wer nur durch Berlin durchreist, fährt über den Ring.

Ottmar Sliwka, per E-Mail