Leserbriefe

„Den guten Ruf verspielt“

Leser zum Verdacht gegen Bayern-Präsident Hoeneß, Steuern in Millionenhöhe hinterzogen zu haben

Wenn ich das richtig sehe, so hat Uli Hoeneß doch zumindest einen Teil seiner Steuern ordnungsgemäß in Deutschland abgeführt. Dies kann selbstverständlich keine Entschuldigung für sein Verhalten sein. Aber es ergibt sich doch die Frage, ob das Verhalten anderer prominenter Sportler nicht ein – zumindest moralisch – viel verwerflicheres Verhalten darstellt, weil sich diese Herren dem deutschen Fiskus ganz einfach dadurch entziehen, dass sie ihren ersten Wohnsitz in eine Steueroase verlegen und somit für Deutschland ganz legal als Steuerzahler verloren sind.

Rolf Pilgram, Schöneberg

Uli Hoeneß hat Jahrzehnte wie ein Heiliger Wasser gepredigt und im Geheimen doch Wein getrunken. Nun hat er wie ein Pharisäer und Scheinheiliger nicht nur seinen guten Ruf im Abseits verspielt, sondern auch sein Lebenswerk für immer zerstört. Ab jetzt gilt für den FC-Bayern-Chef der Satz aus dem Volksmund: „Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht und wenn er auch die Wahrheit spricht.“

Albert Alten, per E-Mail

Es wurde von der Presse so kolportiert, als wenn Uli Hoeneß nicht versteuertes Geld in der Schweiz angehäuft hat. Wahr ist, er hat die Beträge in der Schweiz zunächst ordentlich versteuert und dann wohl die Kapitalerträge nicht versteuert, also ein Zins vom Zinseszins. Man sollte die Kirche im Dorf lassen. Wenn Hoeneß jetzt diese Kapitalerträge nachversteuert und ein Bußgeld bezahlt, sollte die Sache erledigt sein.

Lutz-Peter Schmitz, Mitte

Hört und liest man aufmerksam, ist zu spüren, wie zur Entlastung von Uli Hoeneß seitens Medien und Politik mit immer abstruseren Argumenten versucht wird, das breite Publikum darauf vorzubereiten, dass der millionenfache Steuerbetrug ein kleiner, verzeihlicher Irrtum ist. Ja, es nur eine Unaufmerksamkeit war, wo doch Hoeneß so viel mit Bayern München, seiner Wurstfabrik und seiner Rolle als moralisches Vorbild in Deutschland beschäftigt ist. Es wird wohl höchstens wieder einen Deal geben, und Uli Hoeneß wird straffrei davonkommen. Getreu der alten Bauernregel, die Kleinen hängt man, die Großen lässt man laufen. Alle sind vor den Steuergesetzen gleich, bis auf die, die gleicher waren, sind und bleiben werden.

H. Galow, per E-Mail

Ärger über die Hundehalter nicht an den Tieren auslassen

Zum Artikel: „Hundehasser legt Wurststück mit Klinge aus“ vom 25. April

Wir mögen Hunde und alle anderen Tiere. Was wir nicht mögen, wenn Hundebesitzer die Hinterlassenschaften ihrer Vierbeiner zwar in die dafür vorgesehenen Plastiktüten verbringen, diese aber dann in die Natur (Parks und Kinderspielplätze) werfen und an Zäune hängen. Die Tiere können nichts dafür, die Halter schon. Wenn man sie daraufhin anspricht, bekommt man zu hören, „dafür zahlen wir ja Hundesteuer“, oder man wird angepöbelt. Alles schon erlebt. Dagegen kann man wohl wenig tun. Aber den Ärger über die Hundehalter an den Tieren auszulassen, diese sogar vergiften oder verletzen, geht gar nicht.

Helga Schulz, Zehlendorf

Besserer Schutz der Schwimmbecken im Winter sollte möglich sein

Zum Artikel: „Nur zwei Freibäder starten pünktlich in die Saison“ vom 26. April

Auch die Bäderbetriebe sind typisch Berlin, nichts wird rechtzeitig fertig, immer nur Probleme. Haben die Verantwortlichen mal über einen fachgerechten Frostschutz nachgedacht? Mit etwas technischer Fantasie sollte das möglich sein. Bekanntlich sind Fliesen und Kleber für ein Schwimmbecken für den Nassbetrieb gedacht und daher nicht frostsicher. Ein Entleeren und Abdecken der Becken und/oder das Temperieren des Wassers knapp über null Grad könnte Reparaturkosten vermeiden und würde ein früheres Öffnen der Freibäder ermöglichen. So aber liegen die Freibäder wie in den Jahren zuvor im Dornröschenschlaf, und schöne Frühlingstage gehen vorbei, ohne dass Einnahmen erzielt werden. Bleibt zu hoffen, dass der neue Bäderchef es besser kann.

Dipl.-Ing. Hans-Joachim Junge, Lankwitz

In Berlin wird alles kaputtgespart

Zum Artikel: „Unterricht an Musikschulen in Gefahr“ vom 25. April

Bei uns in Berlin wird alles kaputtgespart. Vor Jahren sind die bei uns ausgebildeten Polizisten abgewandert, dann die Lehrer. Jugendheime und Sportstätten werden geschlossen. Was noch?

Ursel Schulz, per E-Mail