Leserbriefe

„In die eigene Falle getappt“

Leser zum Fall Uli Hoeneß, zu seiner Selbstanzeige wegen Steuerbetrugs und offenbaren Doppelmoral

Da ist Uli Hoeneß aufgrund seines Mundwerks in die eigene Falle getappt. Wer den Ehrenmann gibt, sollte auch einer sein. Da er die Selbstanzeige über seinen Steuerberater gestellt hat, wird dieser die Nachzahlung von etwa sechs Millionen Euro schon richtig berechnet haben. Ein Quäntchen Verständnis habe ich allerdings auch. Wie unsere nun wieder moralisierenden Politiker selbst am besten wissen, ist unser Steuersystem unübersichtlich und unausgewogen. Vieles wird doppelt besteuert, oder es sind gar Steuern Bemessungsgrundlage für weitere Steuern. Das ist den Volksvertretern wohl bekannt und hilft auch bei der regelmäßigen Erhöhung der eigenen Bezüge. Der „Besserverdiener“ darf dieses Land am Laufen halten, ohne eine Gegenleistung oder wenigstens Dank zu erhalten. Nein, im Gegenteil, ständig wird formuliert, dass er doch viel zu wenig beiträgt. Ist es doch einfacher, das Geld umzuverteilen, statt eine vernünftige Bildungs- und Arbeitsmarktpolitik zu erarbeiten.

Andreas Maaß, per E-Mail

Zuerst kauft Hoeneß die Bundesliga schwach und leer, um seine Mannschaft zumindest in Deutschland annähernd unschlagbar zu machen. Dann wundert er sich, dass keine andere Mannschaft in der Bundesliga den Bayern das Wasser reichen kann, und bietet der ach so schwachen Konkurrenz Gespräche an, die er dann wieder zurückzieht, als seine Steuerhinterziehung bekannt wird.

Lothar Wirth, per E-Mail

Erinnert man sich an die Worte von Uli Hoeneß in den Talkshows, so glaubte man, da spricht einer, der nur noch den lieben Gott über sich hat. Hofiert wurde er von Politikern und selbst der Kanzlerin. Alle wollten sich sonnen im warmen Strahl der Popularität des Uli Hoeneß mit seinem Hang als Kümmerer. Und nun das! Einer der im Licht gezeichnet wurde, das von einem Heiligenschein zu kommen schien, begeht ein Foul, das mit keinem Elfmeter geahndet werden kann. Der Fall Hoeneß beweist, wie richtig es war, dass Rot-Grün das Abkommen im Bundesrat hat scheitern lassen. Der von Bundesfinanzminister Schäuble ausgehandelte Vertrag musste das Gerechtigkeitsempfinden jedes ehrlichen Steuerzahlers verletzen. Hoeneß’ Handeln wäre rückwirkend legalisiert worden. Dass Schäuble nun nicht nur aus Betroffenheit schweigt, ist verständlich.

Roger Morell, per E-Mail

Treffer gelandet: Genauso sind Mädchen untereinander

Zum Artikel: „Jungs sind anders – Mädchen aber auch“ vom 20. April

Ich habe mich köstlich über die Elternkolumne im Magazin „Leben“ amüsiert. Während ich bei meinen beiden Kindern (Sohn, 23 Jahre, und Tochter, vier Jahre) immer noch versuche, die Unterschiede zwischen Jungen und Mädchen herauszukristallisieren, ist dort einfach der Treffer gelandet. Mädchen untereinander, na halleluja. In der Bekanntschaft geht es hin und her, Mädchen sind viel süßer, nee, Jungen viel einfacher zu händeln. Ich jedenfalls kann mich der Kolumne nur anschließen.

Ina Kühn, per E-Mail

Schöne Aussichten für weitere Planungen

Zum Artikel: „Architekt will Dach des Hauptbahnhofs verlängern“ vom 22. April

Nun zeigen sich „Planungsfehler“ beim Berliner Hauptbahnhof. Bei dessen Bau war der Mann verantwortlich, der es heute beim BER richten soll: schöne Aussichten. Hoffentlich wird ein grober „Planungsfehler“ nun auch mit behoben, nämlich die notwendige Verlängerung des Bahnhofsdachs, damit man nicht bei Regen in einem weiten Bereich nass wird. Die fehlenden Dachteile sind ja eingelagert und kosten ständig Geld.

Dr. Peter Ollick, per E-Mail

Statt dicke Gehälter nur Zucker und Bananen

Zum Artikel: „Was Investoren von Affen lernen können“ vom 19. April

Irgendwie hat man es geahnt: Affen sind die besseren Fondsmanager. Daher: Affen an die Börse! Fort mit den Bankern und deren dicken Gehältern! Zucker und Bananen tun es doch auch. Und: Neue Chance für den Tierpark Friedrichsfelde – Affen ins Finanzwesen und der Laden läuft.

Melitta Pichler, Moabit