Leserbriefe

„Wir müssen aufmerksam sein“

Leser zum Bombenanschlag beim Boston-Marathon, bei dem es drei Tote und 176 Verletzte gegeben hat

Der Anschlag beim Marathon in Boston ist menschenverachtend. Wer den Tod von Menschen billigend in Kauf nimmt, handelt verwerflich ohne Rücksicht auf die Terrorfolgen und das Leid der betroffenen Opfer. Terroranschläge dürfen nie ein fortgesetztes Mittel der Politik sein. Nach dem Attentat von Boston sollten Polizei und Geheimdienst national und international alles daransetzen, um den Tätern auf die Spur zu kommen. Angst und Schrecken werden nach diesem grausamen Attentat leider noch für Jahre das Denken und Handeln der Einwohner von Boston bestimmen. Leider werden auch böse Erinnerungen an die Terroranschläge vom 11. September 2001 wieder wach, die diese Welt nicht zum Guten verändert haben.

Albert Alten, per E-Mail

Die Bombenanschläge auf unschuldige Menschen sind zu verurteilen. Jetzt müssen Konsequenzen gezogen werden. Solche Großveranstaltungen werden immer Ziel von Extremisten sein, die Böses im Sinn haben. Duldung von Gewaltbereitschaft und eine zu große Toleranz gegenüber bestimmten Gruppierungen dürfen nicht länger Maßstab der Sicherheitspolitik sein. Die Gesellschaft müsste sich dieses Themas mehr annehmen. Und auch in Filmen und Medien darf Gewalt nicht verherrlicht werden, wie dies leider teilweise heute geschieht.

Christian Lukner, per E-Mail

Allen Angehörigen der Toten gilt unsere Anteilnahme, den Verletzten wünschen wir gute Besserung. Den Veranstaltern in Boston sprechen wir Mut zu: „Macht trotzdem weiter.“ Den Terrorfahndern in Boston und weltweit ist ein schneller Erfolg zu wünschen, die Veranstalter ähnlicher Sportevents dürfen nicht vor dem Terror zurückschrecken. Als wir 1981 in Berlin mit dem City-Marathon begannen, waren wir wegen der linken studentischen Szene immer sehr wachsam. Trotzdem wurden wir 1993 von Chaoten wegen der Olympiabewerbung angegriffen. Berlin ist mit seiner Organisation gut aufgestellt, aber die Marathon-Distanz ist eine lange Strecke. Auch wir müssen weiter aufmerksam sein, als Organisatoren und als Bürger. Den Terroristen dürfen wir nur antworten: „Berlin läuft weiter.“

Helmut Scheel, per E-Mail

Überzogener Lobgesang auf zu erwartende Meisterschaft

Zum Artikel: „Hertha vergeht die Partylaune“ vom 13. April

Das Spiel gegen Ingolstadt hat einmal mehr gezeigt, dass Hertha mit dieser spielerischen Leistung in der Ersten Bundesliga von Anfang an gegen den Abstieg spielen wird. Der mehrfache Lobgesang auf die zu erwartende Meisterschaft in den Medien ist überzogen. Punkte sprechen nicht immer für Qualität. Wie will Hertha mit diesem Personal und seinen hohen Verbindlichkeiten in der nächsten Saison bestehen? Insofern kann ich mich kaum auf die kommende Saison freuen.

Frank Siegfried, Karow

Kein Platz für Wolkenkratzer am Alexanderplatz

Zum Artikel: „Braucht der Alexanderplatz Hochhäuser?“ vom 8. April

Der Alexanderplatz braucht auf keinen Fall Hochhäuser oder gar Wolkenkratzer. Der Alexanderplatz alleine ist nicht Berlin. Und Berlin ist nicht Manhattan. Berlin soll keine langweilige Provinzstadt sein, aber auch keine internationale Mischmascharchitektur beherbergen, in der sich personifizierte Denkmale als Fremdkörper etablieren, die von rücksichtsloser Renditemaximierung bestimmt werden. Investoren sind willkommen, jedoch mögen sie die Befindlichkeiten dieser leidgeprüften Stadt verstehen und nicht den Abriss vertrauter Substanzen und Gebäude mit betont emotionalem historischem Hintergrund in Erwägung ziehen. Die Turbulenzen der vergangenen 20 Jahre haben ausreichenden städtebaulichen Schaden angerichtet. Nun sollte es möglich sein, ein komplexes gestalterisches Gesamtkonzept mit berlintypischem Charakter zu kreieren, das die Kultur, Politik, Wirtschaft, Geschichte und Verkehr ausgewogen reflektiert, und die Berliner sind mit einzubeziehen.

H. Kunzelman, per E-Mail

Lapidares Entschuldigungsschreiben und zwei 58-Cent-Briefmarken

Zum Artikel: „Wenn der Postbote nicht mehr klingelt“ vom 11. April

Auch bei uns erfolgte mehr als drei Wochen lang keine Briefpostzustellung, obwohl wir seit mehr als 43 Jahren dieselbe Adresse haben. Briefsendungen an uns wurden mit dem Vermerk „Empfänger nicht ermittelbar“ zurückgeschickt. Nach telefonischer Beschwerde bei der Deutschen Post kam ein lapidares Entschuldigungsscheiben mit zwei 58-Cent-Briefmarken. Sehr ärgerlich.

Gisela und Hans-Joachim Fehmer, Wittenau