Leserbriefe

„Große Sorge, Macht zu verlieren“

Leser zur neuen Partei „Alternative für Deutschland" und den Reaktion aus der Politik auf die Gründung

Die Gründung einer Partei ein paar Monate vor einer Bundestagswahl lässt auf einen „Schnellschuss“ schließen. Zieht man die Sommerpause ab, bleiben ein paar Wochen, um den Wählern das Programm zu erklären, zum Beispiel was die Partei denn außer der Abschaffung des Euro sonst noch vorhat. Zurück zur alten Währung, vielleicht auch noch zurück zur Kernenergie? Reine Protestparteien, siehe Piraten, erzielen zwar einen kurzfristigen Erfolg, dieser wird aber nicht von Dauer sein.

Christoph Luban, per E-Mail

Die Kritik der etablierten Parteien ist aus ihrer Sicht verständlich. Besteht doch große Sorge darin, Wählerstimmen und damit Macht und Einfluss zu verlieren. Aus Sicht der EU-geplagten Bürger ist die neue Partei jedoch erst einmal eine Bereicherung der Parteienlandschaft und vielleicht sogar eine Alternative. Zumindest versprechen Programm und Besetzung Sachverständnis. Das Potenzial der Menschen in Deutschland, die mit dem Euro und der EU-Entwicklung nicht mehr einverstanden sind, ist sicherlich beachtenswert! Warum sollte eine Gemeinschaft hochgebildeter Professoren aus der Wirtschaft weniger Weitblick haben als unsere Politiker? Und wer glaubt eigentlich noch an den Sachverstand und wirtschaftlichen Weitblick bei den etablierten Parteien?

Michael Klages, Staaken

Die demokratischen Parteien in Deutschland hätten keinen Grund, wegen einer Partei, die gerade gegründet wurde, nervös zu werden, wenn die Meinung des Volkes mehr Gehör fände. Umfragen werden nicht ernst genommen, Zahlen zur Wahlbeteiligung finden keine Beachtung, Hauptsache, das Ergebnis nach den abgegebenen Stimmen liegt auf dem Tisch. Dass aber die Wahlbeteiligung ein Spiegelbild ist, wie die Wähler von den Parteien erreicht wurden, was sie von der Politik der jeweiligen Partei halten und wie tief der Frust beim Wähler sitzt, interessiert keine Partei. Und das ist ganz schlecht für Deutschland.

Wolfgang Priese, per E-Mail

Kaum hat sich die Partei Alternative für Deutschland (AfD) gegründet, verteilt Volker Beck von den Grünen abwertende Noten. Meinungsfreiheit, Streit um die besten Problemlösungen, die Entscheidung dem Wähler überlassen – nicht so für Herrn Beck. Welche Panik muss bereits bei ihm und seinen Parteifreunden eingesetzt haben!

Rudolf Zitzmann, Schmargendorf

Fantasievolle Begründungen für die vielen niedrigen Flüge

Zum Artikel: „900 Leerflüge zwischen Tegel und Schönefeld“ vom 16. April

Ich bin der Morgenpost dankbar, dass sie den Flughafen-Radar ausgewertet hat, denn die Flughafengesellschaft hat ja Angaben der Anlieger als unmöglich gewertet und uns als Lügner dargestellt. Die Leerflüge, die sehr niedrig stattfanden, ließen unsere Dächer zittern. Eine Vielzahl von Flügen fand außerhalb der erlaubten Zeiten statt. Die Begründungen dafür waren stets sehr fantasievoll. Wenn nur wieder die früheren alliierten Korridore genutzt werden könnten. Solange die bestanden, haben wir fast keinen Fluglärm gehört.

Regina Kröning, Spandau

Es gibt viele Hilfsangebote bei ungewollter Schwangerschaft

Zum Artikel: „Hellersdorfer Baby ist verdurstet: Mutter und Freund in Haft“ vom 16. April

Es ist an Grausamkeit nicht zu überbieten, sein Baby einfach seinem Schicksal zu überlassen und es nicht zu versorgen. Es gibt in Berlin viele Möglichkeiten, bei ungewollter Schwangerschaft einem neugeborenen Kind dazu zu verhelfen, dass es lebt. In was für einer Welt leben wir denn, wenn Kinder einfach wie Müll weggeworfen oder deren Bedürfnisse ignoriert werden? Leider gibt es immer wieder Menschen unter uns, die man trotz aller Hilfsangebote nicht erreicht. Wenn man fast täglich liest, wie Kinder aus verdreckten Wohnungen befreit werden, weil Essen fehlt und der Unrat sich stapelt, dann kann einem angst werden. Man fragt sich, was aus diesen armen Würmchen einmal werden soll bei diesem Start ins Leben.

Dagmar Kley, Spandau

Manfred Krug konnte als Darsteller überzeugen

Zum Artikel: „Bundesverdienstkreuz für Manfred Krug“ vom 16. April

Manfred Krug erhält das Bundesverdienstkreuz, Gratulation. Klaus Wowereit sprach von einer kantigen und widerstandsfähigen Persönlichkeit, schlicht eine diplomatische Umschreibung für einen schwierigen Menschen. Was soll’s. Krug ist ein begnadeter Schriftsteller und ein sehr guter Darsteller, der allein auch durch seine körperliche Präsenz überzeugte.

Thomas Hansen, Reinickendorf