Leserbriefe

„Setzt jetzt die Vernunft ein?“

Leser zum Weiterbetrieb des Flughafens Tegel nach der Eröffnung des BER in Schönefeld

Flugzeugexperten haben immer geraten, Tegel offen zu halten. Jetzt wird es endlich akut! Seit Jahren wissen wir, dass der neue Flughafen zu klein geraten ist, keiner hat auf die Warnungen gehört. Nun redet man schon über Erweiterung. Tegel ist fertig, voll funktionsfähig und kann zu einem Verkehrsflughafen herabgestuft werden und damit auch für den Notfall dienen. Das investierte Kapital geht damit nicht – wie bei Tempelhof – total verloren. Setzt jetzt die Vernunft ein? Es wäre schön!

Hermann Windler, per E-Mail

Wer wurde zum Weiterbetrieb vom Flughafen Tegel befragt? Vermutlich die Nutzer und nicht die Anwohner von Pankow, Reinickendorf und Spandau. 60Prozent der Berliner sind für die Offenhaltung von Tegel? Das sind die Bezirke, die nicht den Lärm von Tegel ertragen müssen.

Wolfgang Rauch, Spandau

Ich finde, dass man Tegel zumindest für Notfälle sowie den Einsatzdienst der Bundeswehr offen halten sollte. Außerdem sollte man zumindest eine Landebahn in Tegel als Experimentierfeld für solar- oder komplett elektrisch betriebene Flieger bereit halten, nicht zuletzt weil ja sowieso Forschungseinrichtungen für Elektromobilität ganz allgemein in Tegel geplant sind. Da bietet sich die lärm- und abgasfreie Solarfliegerei doch geradezu an.

Detlef Moese, Charlottenburg

Als lärmgeplagter Bewohner der Einflugschneise von Tegel finde ich, dass die Diskussion nur einseitig in die Richtung Offenhalten des Flughafens Tegel geht. Dabei wird der Lärmschutz der betroffenen Bewohner mit zweierlei Maß gehandhabt. Laut Senatsverwaltung für Stadtentwicklung gilt für den Flughafen Tegel das Lärmschutzgesetz aus dem Jahr 1971. Für den künftigen Flughafen BER gilt die Neufassung des Gesetzes vom 1. Juni 2007. Dabei sind schätzungsweise beim Betrieb des Flughafens Tegel 225.000 Menschen betroffen, beim BER wären es 65.000 Menschen. Ich frage mich, sind wir Menschen in Reinickendorf Menschen zweiter Klasse?

Dieter Schaper, Reinickendorf

In der Einflugschneise vom TXL wohnend, kann ich die Pilotengesichter der landenden Flugzeuge in Tegel mit dem Teleobjektiv der Kamera gut erkennen. Trotz der Nähe und der damit verbundenen Geräuschkulisse bin ich für den Erhalt der Flugplatzes. Er ist real notwendig und wird benötigt. Das Gejammere der Flugroutengegner am BER kann ich nicht mehr hören. Wer fliegen will, muss auch etwas Lärm in Kauf nehmen.

Wolf-Dietrich Braun, Spandau, per E-Mail

Den Tegel-Befürwortern ist hoffentlich bekannt, dass Tegel, bedingt durch nicht vorhandene Ausweichflächen der Start- und Landebahnen, für alle Anwohner ein nicht zu kalkulierendes Sicherheitsrisiko darstellt. Aufgrund des Sicherheitsrisikos und der nicht angewendeten Lärmschutzverordnung von 2007 muss Tegel ohne Wenn und Aber nach Öffnung des BER geschlossen werden.

Peter Ludwig, per E-Mail

East Side Gallery ist nur ein harmloser Betonwall

Zum Artikel: „Hoffnung für die Mauer“ vom 18. März

Ich kann das Geschrei um ein Versetzen der sogenannten East Side Gallery (muss es ein englischer Name sein?) nicht verstehen: Die Behauptung, es handele sich um ein authentisches Stück Mauer, beleidigt alle, die unter der richtigen Mauer litten. Jetzt steht dort ein harmloser Betonwall mit Malereien. Berlin braucht mutige Investoren. Und die Touristen werden weiterhin kommen.

Peter Ollick, per E-Mail

Regelmäßig 50 Kinder und mehr beaufsichtigt

Zum Artikel: „Personalnot an Grundschulen: Erzieher müssen Lehrer ersetzen“ vom 15. März

Mit der Einführung der Grundschulreform 2005 durfte ich als ehemalige Eingangsstufen- und Vorklassenleiterin an einer Grundschule weiterhin als Erzieherin in der verlässlichen Halbtagsgrundschule und im Hort arbeiten. Es kam regelmäßig vor, dass wir zu zweit in der 5. und 6.Stunde 50 und mehr Schüler beaufsichtigten. Gut, dass ich mich beruflich verändern konnte.

Christine Hoffmann, Steglitz

Erzieher dürfen nicht unterrichten. In der Praxis sieht das anders aus, das wissen alle, die in der Schule arbeiten, das weiß auch Frau Scheeres. Wenn die GEW allerdings glaubt, dass sie mit einem Streik der Erzieher diesen Missstand beheben kann, irrt sie sich. Die Forderung nach einer Ausstattung der Schulen mit Lehrkräften von 105Prozent muss immer wieder erhoben werden. Damit würde auch die Arbeit der Erzieher endlich so gewürdigt werden, wie sie es verdient.

Ernst Mross, per E-Mail