Leserbriefe

„Ein nüchterner Pragmatiker“

Leser diskutieren den Vorschlag von Flughafenchef Hartmut Mehdorn, den Airport Tegel offen zu lassen

Endlich ist einmal ein nüchterner Pragmatiker und kein zeitfremder Weltverbesserer oder an die Wahlen denkender Politiker am Werk. Zwei entspannt betriebene, nicht überlastete Flughäfen würden allen betroffenen Anwohnern dienen, da die Belastungen nicht konzentriert, sondern verteilt würden. Außerdem wäre der Sicherheit damit gedient. Und es wäre geradezu sträflich, einen über Jahre stressbewährten, bezahlten Flughafen Tegel einfach plattzumachen. Schönefeld als notwendiges internationales Drehkreuz und Tegel als Charterflugplatz stünden unserer Hauptstadt gut zu Gesicht.

Willi Rode, per E-Mail

Mit seiner Aussage zur Offenhaltung Tegels hat Hartmut Mehdorn gleich am ersten Arbeitstag sein wahres Gesicht gezeigt. Was kümmern ihn Gesetze und Paragrafen? Jeder Bürger von Reinickendorf bis Treptow weiß, dass der BER nur unter der Bedingung der Schließung der beiden Flughäfen Tempelhof und Tegel gebaut werden durfte. Ein Herr Mehdorn, der bis vor Kurzem Vorstandsvorsitzender der Fluggesellschaft Air Berlin war, hat wohl noch nie etwas davon gehört. Matthias Platzeck ist der Meinung, das Flugwesen müsse man Herrn Mehdorn nicht erklären. Dabei hätte Mehdorn am ersten Arbeitstag zuerst die Gesetzeslage studieren sollen. Herr Wowereit, sichern Sie den Nordberlinern die Schließung Tegels zu! Irgendwann hat auch der Letzte kein Verständnis mehr für dieses Hickhack.

R. Hartmann, per E-Mail

Es ist gut, dass einer mal Klartext redet. Na klar brauchen wir Tegel. Das spart Geld. Dann könnten Luftwaffe, Regierungsflieger und Polizei dort bleiben und bräuchten keine teuren Extrabauten am BER. Und Tegel wäre als Ausweichflughafen – wenn wieder mal ein kleiner Privatflieger von der Piste des BER rutscht und diesen für einen halben Tag lahmlegt oder mal Nebel herrscht – wunderbar nutzbar. Oder wollen die Berliner und Brandenburger wirklich in dem Fall nach Leipzig umgeleitet werden?

Bernd Lange, Lichterfelde

Ich bin entsetzt über die Leichtgläubigkeit selbst der Anwohner des Flughafens Tegel, es würde sich beim Offenhalten lediglich um ein paar Geschäftsflieger handeln, die alle schön in der Zeit von 8 bis 21 Uhr fliegen. Solange es einer Flughafengesellschaft überlassen bleibt, wo sie die Flieger starten und landen lässt, werden die Airlines natürlich Tegel bevorzugen. Ist ja so schön stadtnah. Ich hoffe, das damalige Planfeststellungsverfahren schützt uns davor. Sonst bleibt es noch die nächsten 20 Jahre so: 20 Prozent Schönefeld, 80 Prozent Tegel und natürlich die Nachtflüge in Tegel, da würde sich Herr Platzeck doch freuen.

Eveline Heißing, Spandau

Tegel soll bleiben? Da gibt es nur eine einzige Antwort: Volksentscheid. Ich stimme schon jetzt mit Ja. Beim Fluglärm ist dann auch geteiltes Leid, halbes Leid angesagt.

Marianne Girbig, Mitte

Für wen soll Tegel offen bleiben? Wer soll es bezahlen, und zu wessen Lasten wird es gehen? Ein lautes Hurra, aber keine Antworten auf die Fragen, wie der BER bei nahezu verdoppelten Kosten wirtschaftlich – ohne Subventionen – betrieben werden kann, mit welchem Fracht- und Passagieraufkommen nach der geplanten Besteuerung des Kerosins zu rechnen ist und ob Politik auf Verlässlichkeit verzichten kann? Böte das Gelände des Flughafens Tegel nicht vielmehr die Chance, Hochschulen, Handel, Industrie und Wohnen zentrumsnah zu verwirklichen? Andere Großstädte dürften Berlin um diese Möglichkeiten beneiden!

Klaus Salomon, Reinickendorf

Endlich hat Berlin den Nachholbedarf erkannt

Zum Artikel: „Wettlauf um Kita-Ausbau“ vom 14. März

Immerhin wird ja jetzt von allen Seiten erkannt, dass Berlin auf dem Gebiet der Kinderbetreuung allerhand nachzuholen hat. Der Mangel an Plätzen kann nur durch schnelles Entgegenkommen von Trägern und Geldgebern behoben werden. Mangel verlangt außerdem mehr Selbstinitiative vonseiten der Eltern. Man sollte nicht darauf warten, ob irgendwelche Software irgendwann funktioniert, da hilft Beharrlichkeit, auch wenn man den Kita-Betreibern auf den Keks geht mit seiner dritten Nachfrage – das ist meine Erfahrung.

Claudia Blaudzuhn, Tiergarten

Es wäre ganz einfach, mehr Erzieherinnen bereitzustellen, wenn doppelt so viele Erzieherinnen-Schüler in Kitas beschäftigt werden dürften wie im Moment. Die Vorschrift besagt, dass eine Erzieherin nur eine einzige Auszubildende anleiten darf. Aber es wäre überhaupt kein Problem für sie, zwei Schülerinnen gleichzeitig in die Kita-Praxis und den Kita-Alltag einzuführen.

Franziska Gravenhorst, per E-Mail