Leserbriefe

„Das Preis-Karussell dreht sich“

Leser zum Abschluss der Tarifverhandlungen für die Beschäftigten im öffentlichen Dienst

Ich gönne jedem ein höheres Gehalt, damit die Preissteigerungen ausgeglichen werden. Doch ist es ein Irrglaube, dass man mit auch noch so maßhaltenden Lohn- und Gehaltssteigerungen die anderen Preissteigerungen ausgleichen könnte. Das müsste jedem Arbeitnehmer inzwischen längst klar geworden sein. Egal, um welche Berufsgruppe es sich dreht, ob öffentlicher Dienst, Metall- und Elektrobranche oder Einzelhandel, jegliche Gehaltsanhebungen bringen ein Mehrfaches an Preisanhebungen mit sich, da die jeweiligen Dienstgeber diese Erhöhungen weitergeben müssen. Das Preiskarussell dreht sich immer heftiger zum Nachteil der Konsumenten.

Alois Sepp, per E-Mail

Großzügige 2,65 Prozent werden dem öffentlichen Dienst für 2013 zugestanden. Zieht man die Inflationsrate von 1,5 Prozent ab, bleiben nur 1,15Prozent übrig. Das ist ein Witz. Dabei darf ich nicht an die Polizeibeamten denken, die teilweise unter lebensgefährlichen Einsätzen ihre Arbeit verrichten müssen. Eine Besoldungserhöhung für diese Gruppe, wie auch Feuerwehr, wird wieder verzögert gezahlt und mit Sicherheit geringer ausfallen. Wo bleibt die versprochene Gehaltsangleichung an die anderen Bundesländer?

Wolf-Dietrich Braun, per E-Mail

Dieser Tarifabschluss ist ein Skandal, und die Gewerkschaften haben sich zum wiederholten Mal über den Tisch ziehen lassen. Die öffentlichen Arbeitgeber sollten den Bogen nicht überspannen, wenn sie einerseits die Arbeitsverdichtung vorantreiben und andererseits die Gehälter immer wieder niedrig halten.

Thomas Henschke, Reinickendorf

Wenn Finanzsenator Nußbaum behauptet, er bemühe sich, die Berliner Beschäftigten wieder auf dem Niveau der anderen Länder bezahlen zu können, dann ist das nur die halbe Wahrheit. Seine Bemühungen für eine Angleichung der Beamtenbesoldung lassen nämlich sehr zu wünschen übrig. Während andere Bundesländer bereits erklärt haben, das ausgehandelte Tarifergebnis auf ihre Landesbeamten zu übertragen, plant Berlin lediglich eine Erhöhung von je zwei Prozent in 2013 und 2014. Damit wird der jetzt schon unerträgliche Besoldungsrückstand noch weiter steigen.

Jörg Bewersdorf, per E-Mail

Bei den Lehrern gab es keine Einigung bezüglich eines Tarifvertrages. Die GEW jammert und kündigt weitere Streiks an. Gleichzeitig unterstützt sie die Berliner Schulpolitik, die eine Verbeamtung der Lehrer ablehnt. Heuchlerisch. Die GEW-Personalräte stimmen jeder Einstellung aus anderen Bundesländern zu, und das sind Beamtenstellen. Es gibt einen Ausweg. Berlin muss endlich wieder alle Lehrer verbeamten. Und räumt auch endlich mit der Mär auf, dass verbeamtete Lehrer bessergestellt sind als Angestellte, sofern man stets die gleiche Ausgangslage berücksichtigt.

Ernst Mross, per E-Mail

Laubsauger machen mehr Lärm als Flugzeuge

Zum Artikel: „Kasupke“ vom 6. März

Kasupke hat mir beim Thema Laubsauger wieder voll aus dem Herzen gesprochen. Solange diese im Grunde nutzlosen (es gibt Harke und Besen), schädlichen (gegenüber Kleintieren), aber die Nachbarn extrem belästigenden Donnerbalken nicht verboten werden, ist es mit dem Umweltschutz nicht weit bestellt. Gut fand ich auch den Vergleich mit der Einflugschneise direkt über dem Kopf. Ich habe mich ohnehin gefragt, ob die vielen Menschen, die bisher gegen die neuen Flugrouten unterschrieben haben, bei ihren eigenen Lärmemissionen eine ähnliche Sensibilität an den Tag legen. Haben sie auf die Anschaffung eines Laubsaugers verzichtet? Einen Trost gibt es jedenfalls. Sind Laubsauger oder Rasenmäher an, hört man von Flugzeugen in 2000 Meter Höhe nichts mehr. Das kann ich aus eigenen Erfahrungen bestätigen, denn wir wurden nördlich von Berlin 1994 von veränderten Flugrouten von Tegel überrascht, ohne dass es darüber vorher Informationen, geschweige denn Diskussionen gab.

Reinhold Sonntag, Schönwalde-Glien

Für Actionfilme ist Bruce Willis zuständig

Zum Artikel: „Schweiger nuschelt alle in den Schatten“ vom 12. März

Til Schweiger mag ja ein ordentlicher Filmemacher sein, vom „Tatort“ sollte er besser die Finger lassen. Dieses unrealistische Totschießen, Blut ohne Ende, das hat in einer „Tatort“-Sendung nichts zu suchen. Wenn ich Actionfilme sehen will, sehe ich mir Bruce Willis oder Sylvester Stallone an. Ein „Tatort“ sollte sich immer an allen bereits gelaufenen Sendungen orientieren und in der Realität nachvollziehbar sein.

Manfred Pohle, Buckow