Leserbriefe

„Keine Achtung vor Steuergeld“

Leser zu den Technikproblemen am BER und zu Matthias Platzecks Wende beim Nachtflugverbot

Es kann einem der Hut hochgehen wenn man täglich über neue, nicht funktionierende Selbstverständlichkeiten auf dem BER-Flughafen hört. Wenn nicht mal die Lichtschalter funktionieren und 24 Stunden für nichts das Licht an ist, muss man fragen, was für stümperhafte Firmen dort tätig waren beziehungsweise was für Nichtfachleute solche Firmen beauftragt haben. Die nicht funktionierende Schaltung der Beleuchtungsanlagen, genau wie die anderen 20.000 Mängel, sind ein eindeutiger Beweis, dass Politiker keine Achtung vor Steuergeldern haben. Deshalb ist es auch nicht verwunderlich, dass immer mehr Menschen politikverdrossen werden.

Wolfgang Priese, per E-Mail

Es kann doch nicht sein, dass Matthias Platzeck allmählich ein ganzes Projekt mit all seinen Randbedingungen in Frage stellt, obwohl die rechtlichen Voraussetzungen längst geklärt sind. Er scheint das Talent zu haben, die Flughafengesellschaft von innen heraus schwächen zu wollen. Seinen Worten nach vertritt er das Land Brandenburg. Wirklich ganz Brandenburg oder nur ein paar demonstrationsaffine Dorfgemeinden in der Nähe des BER? Es gibt nicht nur Gegner in Brandenburg, nur gehen die Befürworter selten auf die Straße. Berlin braucht einen internationalen Großflughafen, um wirtschaftlich weiter wachsen zu können und Brandenburg braucht Berlin, um wirtschaftlich bestehen zu können. Die Hauptstadtregion hält Brandenburg am Leben und nicht der Spargelanbau oder die Spreewaldgurken.

Kristopher Jurk, Spandau

Wenn Herr Platzeck alles neu verhandeln will, so sollten alle Beteiligten den Mut zu einer großen Lösung haben. Die könnte mit etwas Weitblick wie folgt aussehen: Tegel wird renoviert und bleibt dauerhaft offen. Damit hätte Berlin auch einen eigenen Flughafen. Die geplante Kapazitätserweiterung für den BER würde sich erübrigen und die Lärmbelästigung würde sich auf mehrere Regionen verteilen. Der BER wird so klein wie geplant zu Ende gebaut. Langfristig sollte doch ein Großflughafen in Sperenberg geplant werden, der ohne Einschränkungen betrieben werden kann.

Werner Block, Schmargendorf

Nicht nur in Berlin, sondern auch im restlichen Bundesgebiet kann man nur darüber den Kopf schütteln, warum Matthias Platzeck an der Spitze des Aufsichtsrates des BER installiert wurde, ohne jegliches Fachwissen nachzuweisen. Hier geht es um Milliarden von Euro und um Hunderte von Arbeitsplätzen, und da wird ein Mann an die Spitze gesetzt, der überhaupt nicht weiß, welchen Schaden er für das Land anrichtet.

Heinz Koßmann, Rudow

Flughäfen in den großen Metropolen haben kein Nachtflugverbot. Wie soll der BER zum Luftkreuz werden wenn der Flughafen zeitweise geschlossen ist? Um den Streit zu beenden mein Vorschlag: Berlin behält Tegel und baut ihn aus, dann kann Herr Platzeck machen was er will.

Dieter Thiel, per E-Mail

Forderungen könnten auf die Auswechselbank führen

Zum Artikel: „Vertragspoker um Herthas Ronny beginnt“ vom 27. Februar

„Reisende soll man nicht aufhalten“ heißt es und als treues Mitglied vom Berliner „Bald-Erstligisten“ schließe ich mich diesen Worten an, wenn es um die Gehaltsvorstellungen vom brasilianischen Zweitliga-Fußballzauberer Ronny geht. Im Sommer 2010 kam der kleine Bruder von Raffael vom portugiesischen Erstligisten Uniao Leiria zu Hertha BSC nach Berlin. Sowohl in der Aufstiegssaison 10/11 und in der Bundesliga-Abstiegssaison 11/12 war Ronny nur Ersatzspieler und konnte nur gelegentlich glänzen. Angeblich soll er aber dafür mit 700.000 Euro fürstlich entlohnt worden sein. Nun will er mehr als zwei Millionen Euro Gehalt pro Jahr haben, Hertha bietet wohl über eine Million Euro, heißt es in Medien. Dieses Angebot von Hertha reicht Ronny nicht aus. Sein Berater will für ihn und sich das Beste aus den Vertragsverhandlungen herausholen, das ist legitim. Aber es könnte sich als Bumerang erweisen, wenn Ronny Berlin verlassen sollte und dann wahrscheinlich bei Schalke 04 mit seinem Bruder auf der Auswechselbank Platz nimmt.

Andrej Woiczik, Buckow

Kirche braucht künftig mehr Transparenz

Zum Artikel: „Pontifikat des deutschen Papstes ist zu Ende“ vom 1. März

Der Rücktritt von Papst Benedikt wird hoffentlich kein Vakuum hinterlassen. Einen klaren Favoriten als Nachfolger gibt es nicht. Man wird sich neu organisieren und entscheiden müssen, von Transparenz und demokratischen Strukturen ist die Kirche jedoch noch weit entfernt.

Christian Lukner, per E-Mail