Leserbriefe

„Probleme sind zu befürchten“

Leser zum Unfall eines Kleinflugzeugs in Schönefeld, der Flugausfälle und Verspätungen zur Folge hatte

Der Flugunfall, der zu zahlreichen Flugausfällen in Schönefeld geführt hat, brachte mich ins Grübeln. Nach dem Willen der Berliner Politiker soll Tegel als Sparmaßnahme an dem Tag geschlossen werden, an dem der BER Schönefeld in Betrieb geht. Ich befürchte, dass es in der Anfangsphase zahlreiche Schwierigkeiten und Zwischenfälle geben wird, bis Routine eingekehrt ist. Aber dann steht Tegel als Ausweichflughafen nicht mehr zur Verfügung, auch Tempelhof nicht. Inzwischen hat unser Nachbarland Polen sehr viele kleine Flughäfen in Betrieb genommen oder aufgerüstet, und das in sehr kurzer Zeit. Diese könnten dann vielleicht als Ausweichflughäfen dienen.

Edelgard Richter, Wilmersdorf

Die Überschrift „Tausende Reisende sitzen stundenlang fest“ ist absolut grotesk, denn auf dem Schönefelder Flughafen kann man nicht sitzen. Peinlich, wenn man ausländische Besucher empfängt und sagen muss, dass es auf einem der derzeitigen Hauptstadtflughäfen keine Sitzplätze für Wartende und Besucher gibt. Ob sich das jemals ändert? Kosten würde es nur wenig, aber offenbar hat man selbst dieses wenige nicht mehr übrig.

Brigitte Ballheimer, per E-Mail

Mancherorts Abschied von preußischer Traufhöhe nehmen

Zum Artikel: „Hörsäle oder Hochhäuser“ vom 19.Februar

Die Lösung im Streit zwischen TU und dem Architektenbüro Kleihues lautet nicht Hörsäle oder Hochhäuser, sondern Hörsäle in Hochhäusern. Was spricht dagegen, in Berlin mal – zumindest an ein paar Orten in der Stadt – Abschied von der preußischen Traufhöhe zu nehmen und eine Skyline wachsen zu lassen? Warum können über einem Labor oder Hörsaal nicht Wohnungen, Hotels oder Büros untergebracht werden? Die Notwendigkeit, auch mal etwas höher zu bauen, wird sich in den kommenden Jahren wegen der immer geringer werdenden freien Flächen bei gleichzeitigem Bevölkerungswachstum mehr und mehr herausstellen. Natürlich sollte niemand inmitten eines Altbauquartiers Hochhäuser errichten, aber die Fläche hinterm Bahnhof Zoo, der Alexanderplatz oder der Südrand des einstigen Flughafens Tempelhof eignen sich hervorragend für eine Bebauung jenseits der Traufhöhe. Verschont uns nur bitte mit 100 Meter hohen Betonrechtecken, sondern plant einmal richtige, fantasievoll gestaltete, mehrere Hundert Meter hohe Wolkenkratzer. Eine echte Skyline eben.

Marco Rosenwick, Wilhelmsruh

Zurückgelassene Hundehaufen sind weiterhin das größte Problem

Zum Artikel: „‚Ich bin mit dem Bello-Dialog zufrieden“ vom 18.Februar

Nun wird also darüber verhandelt, ob die Hunde an der Leine gehen müssen und jede Oma einen Hundeführerschein braucht. Worüber sicher wieder nicht gesprochen wurde, ist über die Hundehaufen, die mittlerweile jede Straße zieren. Ich wohne in Altglienicke, einer gutbürgerlichen Gegend. Der Bohnsdorfer Weg, die Wegedornstraße oder Germanenstraße sind rechts und links des Gehwegs voll mit Hundekot. Nehmt endlich die Hundebesitzer in die Pflicht, stellt Mülleimer für die Entsorgung auf und kontrolliert das Ganze – mit empfindlichen Strafen bei Verstößen.

Rosemarie Mathiske, Altglienicke

Erkennbare Entwicklungen wurden und werden von der Politik ignoriert

Zum Artikel: „Frankfurt (Oder) leidet unter der steigenden Kriminalität“ vom 16. Februar

Mit dem Schengener Abkommen ist Europa auch zum Freiraum für mobile Kriminelle geworden. Vor diesen absehbaren Folgen haben Polizei und Sicherheitsexperten gewarnt. Bis heute haben sich diese Prophezeiungen im Grenzgebiet Frankfurt (Oder) in dramatischer Weise entwickelt. Obwohl sich die Kfz-Diebstähle seit dem Wegfall der Grenzkontrollen vervierfacht, Diebstahl und Einbrüche drastisch zugenommen haben, will Brandenburgs Innenminister keine neue Dimension der Kriminalität erkennen. Der Grund, die Kriminalität herunterzuspielen, liegt wohl in der Polizeistrukturreform, in deren Folge noch 1900 Stellen im Land Brandenburg abgebaut werden sollen. Mit einer nur noch halben Personalstärke von 50 Polizisten in Frankfurt und einem Polizeirevier, das nicht rund um die Uhr besetzt ist, mit zwei Streifenwagen pro Schicht, die kaum noch vom Bürger angefordert werden, weil sie ohnehin nicht mehr zeitnah kommen und Kriminalität nur noch verwaltet wird, weil auch Ermittlungen mangels Personal schnell eingestellt werden, kann dem Bürger keine ausreichende Sicherheit mehr glaubhaft vermittelt werden. Vertreter der Wirtschaft sehen schon verheerende Folgen für den Wirtschaftsstandort Frankfurt, mancher verzichtet sogar schon auf eine Fahrt dorthin.

Harry Döring, per E-Mail