Leserbriefe

„Mehr Kontrollen, härtere Strafen“

Leser zu dem „Pferdefleisch-Skandal“ und den zahlreich entdeckten falsch deklarierten Lebensmitteln

Es ist verwerflich, dass immer wieder Menschen gewissenlos Lebensmittel manipulieren, um Maximalgewinne zu erzielen. Hier müssen – wie von Bundesverbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) gefordert – Lebensmittelkontrolle, Polizei und Justiz mit aller Härte dagegen vorgehen und energisch durchgreifen. Nur die Zahl der hierfür zur Verfügung stehenden Beamten und Angestellten hat man über Jahre systematisch reduziert und so das Kontrollsystem kaputtgespart. Dadurch ist das Risiko, erwischt zu werden, für die Betrüger sehr gering. Wenn ein ausreichender Kontrollapparat zur Verfügung steht, kommen weniger Menschen auf betrügerische Ideen und können notfalls schnell zur Verantwortung gezogen werden.

Karl-Heinz Schulz, Rudow

Warum verschärfen unsere Politiker nicht die Gesetze für Lebensmittelvergehen? Eine Geldstrafe bringt doch nichts. Diese wird doch aus der Portokasse bezahlt. Eine Strafe, die was bringt, wäre, den Betrieb sofort zu schließen. Egal, ob verdorbene Ware hergestellt wird oder falsche Ware – wie hier aus Geldgier – angeboten wird. Und der Verantwortliche darf sich nie wieder in der Lebensmittelbranche selbstständig machen.

Klaus Göldner, Buckow

Gerade bei diesem Lebensmittelskandal liegt es nahe, nach Ross und Reiter in diesem Betrug offensichtlich großen Ausmaßes zu fragen. Die von den Discountern wegen der großen Konkurrenz geforderten Preise lassen den Produzenten immer weniger Spielraum, um ihre Produkte in hoher Qualität anbieten zu können. Für gutes Essen muss der Verbraucher auch bereit sein, einen angemessenen Betrag zu zahlen.

Bernd Schädlich, Lankwitz

Nach den Rückrufaktionen von Fertiggerichten werden Vermutungen laut, dass auch hierzulande Pferdefleisch anstelle von Rindfleisch enthalten sein könnte. Das Pferdefleisch, das bereits in England untersucht wurde, soll sogar schädlich für den Menschen sein. Dabei ist doch auch Fleisch anderer Tiere sehr häufig mit Antibiotika belastet, es enthält viel schädliches Cholesterin und gesättigte Fettsäuren. Alles in allem ist Fleisch immer ein Risikoprodukt für die Gesundheit. Wir selektieren Tiere in „Nutztiere“ und „Haustiere“ und Pferde laut EU-Klassifizierung in „Lebensmittelpferd“ und „Nichtlebensmittelpferd“. Das Tier wird zur Ware degradiert.

Elena Hübsch, per E-Mail

Mit Sicherheit ist es nicht in Ordnung, wenn auf den Verpackungen nicht ordentlich der Inhalt deklariert wird. Wenn aber von Ekel gesprochen wird, geht es in Richtung Hysterie. Bekanntlich gibt es viele Inhaltsstoffe, die – aus welchen Gründen auch immer – nicht angegeben werden. Letztlich wissen wir nicht wirklich, was unserem Körper so zugeführt wird, auch was Fleischanteile betrifft. Als Kind habe ich – allerdings wissentlich – sehr gerne Pferdebuletten gegessen.

A. Fechner, per E-Mail

Warum sich die deutsche Bevölkerung gleich vor Angst in die Hose macht, ist unerklärlich. Das Fleisch von Schweinen in Dunkelhaft, eingepfercht in zu engen Boxen, oder von mit Antibiotika vollgepumpten Rindern und Puten sollte dem Verbraucher mehr zu denken geben. Doch letztlich ist jede Falschdeklarierung Betrug am Verbraucher, der davor geschützt werden muss.

Thomas Hansen, per E-Mail

Die Ausweitung des Lebensmittelskandals kommt nicht überraschend. Denn der Fehler liegt bereits im System, das geradezu dazu verführt, gute Zutaten durch schlechte zu ersetzen. Deswegen ist ein grundlegendes Umdenken wie etwa in Dänemark erforderlich. Dort musste ein Discounter unlängst seine Fleischimporte aus Osteuropa einstellen, weil die Verbraucher sich lieber kontrollierte, einheimische Ware wünschten.

Rasmus P. Helt, per E-Mail

Unsinnige Demokratisierung der Kirche ist Irrlehre

Zum Artikel: „Ich oder Gott“ vom 18. Februar

Was sollen die einfallslosen Rufe nach Reformen in der Kirche, von Menschen eingebracht, die das Wesen der Kirche nicht erkannt haben und persönliche Annehmlichkeiten nach Menschenart davon erwarten. Papst Benedikt XVI. hat die bereits ins Säkulare abdriftende katholische Kirche wieder auf ein festes Fundament und die Wichtigkeit des Glaubens in den Mittelpunkt gestellt. Nicht dem Ich folgen, sondern Gott ist seine Devise. Alle Tendenzen zur unsinnigen Demokratisierung der Kirche sind Irrlehren und wenden sich gegen das Gottesbild, das uns durch Jesus Christus geoffenbart wurde. Benedikt XVI. ist ein Geschenk Gottes an die katholische Kirche und die Menschheit. Wehe den Mächten, die diese Wahrheiten wieder aufzuweichen versuchen.

Herbert Gaiser, per E-Mail