Leserbriefe

„Mehr Qualität statt Quantität“

Leser zur gesunkenen Quote von jungen Menschen in Berlin, die die Schule ohne Abschluss verlassen

Endlich eine gute Nachricht für die Berliner Bildung – so sollte man meinen, wenn man der Statistik Glauben schenken könnte. Doch verbergen sich hier gleich mehrere Problematiken: Der vermeidliche Anstieg der Abiturienten ist vor allem auf den doppelten Abiturjahrgang zurückzuführen. Die Anzahl der Abschlüsse beim mittleren Schulabschluss, erweiterten und einfachen Hauptschulabschluss sind sogar rückläufig. Insbesondere bei den letztgenannten Abschlüssen stellen wir als Aufnahmeeinrichtung dieser Schüler fest, dass die Abschlusszeugnisse aus den Regelschulen vielfach ein sehr schlechtes Zensurenbild darstellen. Da Berlin sich dem Hauptschulabschluss verpflichtet hat, ist die Schwelle zum Erreichen eines Schulabschlusses sehr niedrig gesetzt. So sind Hauptschulabschlüsse mit Durchschnitten von 4,5 und schlechter keine Einzelfälle. Gilt es doch nur, die 10. Klasse durchzuhalten, um einen Abschluss zu erreichen. Beim Run auf die Ausbildungsplätze und beim Einstieg in eine Berufsschule bleiben diese Schüler allerdings genauso oft auf der Strecke wie die Schüler ohne Abschluss. So sollte mehr auf Qualität und nicht nur die Quantität gesetzt werden.

Brigitte Krause, per E-Mail

Da hat doch schlichtweg wieder einmal jemand die Bemessungsgrundlage geändert, um zu einem solchen Ergebnis zu kommen. Es verlassen zu viele nicht ausbildungsfähige Jugendliche die Schule. Wie vor einigen Tagen zu lesen war, liegt die nächste unsinnige Schulreform schon in der Schublade. Ich kenne aus eigener Anschauung nur die Grundschule, und wenn dort Schüler einer

6. Klasse nicht in der Lage sind, mir zu beantworten, wie viel zwölf minus acht ist, dann sagt das alles. Die Schuld der Lehrer ist das nicht. Raus mit dem Ballast aus den Schulplänen, und Grundfertigkeiten in Lesen, Schreiben, Rechnen lehren, das ist die Notwendigkeit!

Regina Kröning, Spandau

Behörden müssen gegen derartige Geschäftemacher durchgreifen

Zum Artikel: „Skandal um Pferdefleisch auch in Berlin“ vom 15. Februar

Da vergeht einem wirklich der Appetit. Die Serie der Lebensmittelskandale reißt nicht ab. Jetzt die Pferdefleisch-Lasagne. Hier sind kriminelle, profitgierige Geschäftemacher am Werk. Es wird höchste Zeit, dass die zuständigen Behörden endlich durchgreifen. So etwas ist dem Verbraucher einfach nicht mehr zuzumuten.

Christian Lukner, per E-Mail

Derartige Schiffe haben eher defensive Aufgaben zu erfüllen

Zum Artikel: „Saudis kaufen deutsche Patrouillenboote“ vom 11. Februar

Der Verkauf der Patrouillenboote ist ein Geschäft, nach dem sich unsere sämtlichen Verbündeten die Finger lecken würden, obwohl auch für sie die Menschenrechte einen hohen Rang haben. Gerade solche Schiffe haben aber einen eher defensiven Auftrag. Man kann über die Saudis denken, wie man will, aber gegenwärtig sind sie noch der stabilste Faktor im Nahen Osten. Zudem wird auch noch die Opposition bei uns lernen, dass man allein durch den Verkauf von Bio-Eiern weder unseren Hochtechnologiestandort noch unser teures Sozialsystem halten kann.

Klaus Jänicke, Steglitz

Mit Disco-Song ist kaum ein Blumentopf zu gewinnen

Zum Artikel: „Pop-Band Cascada tritt für Deutschland in Malmö an“ vom 15. Februar

Als Fan der einzigen europäischen Kulturveranstaltung, die jährlich einen guten Überblick über die Popmusik zwischen Hammerfest und Palermo gibt, war ich schon etwas entsetzt, dass Radiohörer beim deutschen Vorentscheid einer Gruppe wie LaBrassBanda den Vorzug gaben. Nur gut, dass die kompetentere Jury diese absehbare Blamage in Malmö vereitelt hat. Doch auch mit Cascada werden wir kaum einen Blumentopf gewinnen, denn dies ist ein langweiliger Disco-Song, so wie wir ihn schon tausendfach gehört haben.

Thomas Henschke, Reinickendorf

Lesen ist gute Alternative zum oft einseitigen Fernsehprogramm

Zum Artikel: „Hansi Hinterseer versteht die Absetzung seiner Show nicht“ vom 5. Februar

Ich bin zwar 73 Jahre alt, aber Hinterseers Sendung war mir immer zu süß. Trotzdem hat seine Sendung viele Zuschauer glücklich gemacht. Es wird den Brüskierten kein Ersatz geboten, denn an den unzähligen Koch- oder Rateshows können sich die wohl nicht erwärmen. Ich habe fürs Fernsehen einen Ersatz gefunden: Ich habe zu lesen begonnen, verschlinge historische Romane, ein Genre, in dem sich alles zum Besten fügt und bei dem man aber das Elend des Fernsehprogramms und das Politikerlatein vergessen kann.

Bernd Lehmann, Märkisches Viertel