Leserbriefe

„Es geht nur um weitere Abzocke“

Leser zu Plänen der Stadtentwicklungsverwaltung, die Einführung weiterer Parkzonen zu prüfen

Der Senat verhält sich in Sachen Parken wie mittelalterliche Wegelagerer. Vor Jahren wurde der öffentlich nutzbare Parkraum immer stärker eingeschränkt, angeblich, um mehr Fläche für Radler, Spaziergänger und spielende Kinder zu schaffen. Immer wieder kann man im Amtsblatt lesen, dass öffentliche Verkehrsflächen eingezogen werden. In Köpenick wurde vor Jahren ein großer öffentlicher Parkplatz an der Wendenschloßstraße vom Bezirksamt Treptow-Köpenick aufgegeben und an privat verkauft. Dort steht nun ein Lidl-Einkaufsmarkt, die Anwohner drängeln sich mit ihren Autos auf den wenigen verbliebenen Stellplätzen. Die Berufspendler sollen verdrängt werden, indem das Gut Parken teurer gemacht wird. Wozu? Damit Menschen, die jeden Tag zur Arbeit fahren, diskriminiert werden. Wer sein Auto beruflich oder für die Fahrt zur Arbeit nutzt, sollte gegenüber allen Spaßfahrern mindestens fiskalisch noch stärker bevorzugt werden.

Ralf Drescher, Lichtenberg

Wenn man die Argumentation der Verantwortlichen liest, ist man nur noch fassungslos. Es geht hier doch eindeutig nur um weitere Abzocke der Bürger. In keiner der bereits vorhandenen Parkraumzonen hat sich die Parkplatzsituation wirklich verändert. Zu Stoßzeiten sucht man nach wie vor nach einer Parklücke, ansonsten muss man weitere Wege laufen. Immerhin gibt man ja zu, dass der Senat durch diesen Unsinn Mehreinnahmen in Millionenhöhe hat. Aber wo, bitteschön, bleibt dieses Geld? Mit Sicherheit wird es nicht für den Straßenunterhalt eingesetzt. Dafür fallen aber weitere Parkplätze weg, es gibt weniger Fahrspuren und mehr Radwege, die der Radfahrer natürlich nicht benutzen muss. Und jetzt kommt vielleicht auch noch eine Radfahrerautobahn. Wo sind wir nur gelandet? Der Senat will dörfliche Idylle und Ruhe und gleichzeitig Weltstadt sein. Das geht nun mal nicht zusammen.

Manfred Stein, per E-Mail

Zahlreiche Radwege werden von den Radfahrern kaum angenommen

Zum Artikel: „Mit dem Elektrorad auf die Autobahn“ vom 9. Februar

Kommt jetzt wirklich eine „Autobahn“ nur für Radfahrer von Stahnsdorf und Teltow bis zu den Bahnhöfen im Südwesten Berlins? Schade um das Geld für dieses Projekt. Die Radfahrer werden aus Prinzip diese Trasse nicht benutzen. Die zahlreichen Radwege, die in Berlin mit viel Geld angelegt wurden, werden so gut wie nie benutzt. Ich habe das in Moabit an der Levetzowstraße lange Zeit beobachten können. Obwohl der Radweg von bester Qualität ist, fahren die Radfahrer direkt daneben auf dem Fußweg und schimpfen die Fußgänger an, wenn sie nicht schnell genug beiseitespringen. Das Gleiche gilt für die Lessingstraße und Bartningallee. Man sollte das Geld statt in ein derartiges Vorhaben besser in Kindereinrichtungen stecken, dort wird es gewürdigt.

Fritz Faustmann, per E-Mail

Drehkreuze könnten unliebsames Publikum fernhalten

Zum Artikel: „Vandalismusschäden in Millionenhöhe bei S-Bahn und BVG“ vom 8. Februar

Es glaubt doch niemand ernsthaft, dass die gesamten Zerstörungen und Überfälle auf normale Fahrgäste zurückgehen. Man kann getrost davon ausgehen, dass diese Täter keinen gültigen Fahrausweis besessen haben. Somit tragen die Verantwortlichen Vorstände von der U- und S-Bahn eine Mitschuld an diesen Verhältnissen. In anderen Großstädten dieser Welt (New York, Moskau, Budapest, London) gibt es Drehkreuze, die kein unbefugtes Betreten beziehungsweise Verlassen ohne gültigen Fahrausweis ermöglichen. Angeblich sei dies in Berlin nicht möglich. Hier handelt es sich um eine einmalige Investition, welche auch die Schwarzfahrerquote definitiv stark senken dürfte. Warum weigern sich die Verantwortlichen bis heute, diese Sicherheitsbarrieren einzuführen? Diese Frage sollte oberste Priorität haben.

Peter Stegemann, per E-Mail

Regelmäßige Kontrollen und höhere Strafen könnten helfen

Zum Artikel: „Zahl der Schwarzfahrer steigt“ vom 10.Februar

Seit Oktober 2012 fahre ich täglich mit der U6 zur Arbeit. In diesen vier Monaten bin ich nicht ein einziges Mal kontrolliert worden. Es ist doch kein Wunder, dass viele Menschen schwarzfahren. Bei einer kaum vorhandenen Kontrolle ist es ja fast schon dämlich, für das Mitfahren zu bezahlen. Die 40 Euro Strafe für das Schwarzfahren sind ein Witz und stehen in keinem Verhältnis zu dem wirtschaftlichen Schaden, der durch Schwarzfahrer erzeugt wird. Warum geht man hier nicht zu höheren Gebühren über oder kontrolliert einfach regelmäßiger? Neulich waren wir für zwei Tage in Hamburg und haben auch dort die U-Bahn genutzt. Bei insgesamt vier Fahrten wurden wir zwei Mal kontrolliert. Es geht also auch anders!

A. Kubos, Tempelhof