Leserbriefe

„Nicht mit dem Amt vereinbar“

Leser zu der Aberkennung des Doktortitels von Bundesbildungsministerin Annette Schavan

Jetzt, wo die Universität Düsseldorf Annette Schavan den Doktortitel aberkannt hat, sollte sie auch die entsprechenden Konsequenzen ziehen und ihren Hut nehmen. Mit dem Amt einer Bildungsministerin sind diese Plagiatsvorwürfe kaum noch zu vereinbaren. Jetzt, wie von ihr geplant, gegen die Entscheidung der Universität zu klagen, ist müßig und kontraproduktiv und schadet dem Amt über alle Maßen. Der Titel der Doktorarbeit von Frau Schavan „Person und Gewissen“ sollte ihr zu denken geben, vor allem der Passus Gewissen. Das Ausland wird diesen hoffentlich baldigen Ministerwechsel bestimmt mit Befremden zur Kenntnis nehmen. Je länger dieser Wechsel aber hinausgezögert wird, desto mehr werden dieses Amt und die Kanzlerin beschädigt.

Thomas Hansen, per E-Mail

Ein unglaublicher Vorgang, wie eine Universität einer Ministerin den Doktorgrad streitig machen kann, mit so fadenscheinigen Argumenten. Es kommt doch auf die Praxis an, wie das alles vor mehr als 30 Jahren bei der Erstellung der Doktorarbeit gehandhabt wurde. Jetzt werden wohl die Verwaltungsjuristen ranmüssen. Der angerichtete Schaden ist groß, eine Blamage für den Wissenschaftsstandort Deutschland. Nichts anderes als eine politische Show.

Christoph Luban, per E-Mail

Die Bundesbildungsministerin, die Bundeskanzlerin, die CDU-Politiker sowie alle anderen, die sich öffentlich zu der Aberkennung des Doktortitels von Anette Schavan äußern werden und müssen, haben jetzt die Gelegenheit, ihr wahres Gesicht zu zeigen. Hier geht es nicht nur um das Manipulieren einer Doktorarbeit, sondern vielmehr um die Person und das Gewissen. Nach der christlichen Lehre über das Gewissen, die zumindest den führenden CDU-Politikern bekannt sein müsste, ist Gott die äußerste Autorität des Gewissens, der die Person und die Wahrheit kennt. Die Bundesbildungsministerin wird durch den Umgang mit der Begründung der Aberkennung des Doktortitels – ob sie will oder nicht – offenbaren, ob sie die Botschaften aus ihrer Doktorarbeit „Person und Gewissen“ nach wie vor verinnerlicht und danach handelt.

Blazenka Hirche, München

Nun werden die alten Schlachten, wie sie seinerzeit bei Herrn Guttenberg geschlagen worden sind, im Fall Schavan neu geschlagen werden. Wenn das Ergebnis bei Frau Schavan so klar und eindeutig ist, stellt sich doch unwillkürlich die Frage, wer diese Arbeit bewertet und für würdig befunden hat, dass man ihr den Doktortitel verleihen konnte.

Rolf Pilgram, Schöneberg

Mangels überzeugender politischer Argumente kramt man nun, ähnlich wie in den USA, im persönlichen Bereich, um dem politischen Gegner zu schaden. Nur deshalb existiert die Diskussion um zu Guttenberg, Steinbrück, Brüderle und Schavan. Nach erfolgreicher Promotion liest eigentlich kein Mensch mehr eine Doktorarbeit, es sei denn die von Albert Schweitzer. Folglich kann auch das Hervorholen der Doktorarbeit von Frau Schavan nur den Zweck haben, einen Politiker madig zu machen. Statt nachträglich Doktorarbeiten auf Fehler zu durchsuchen, sollte man lieber erörtern, warum die Doktorväter nichts bemerkt haben.

Klaus Koczy, per E-Mail

Öffentlicher Bauherr muss notwendige Kompetenzen besitzen

Zum Artikel: „Bender gibt Berlin einen Korb“ vom 6. Februar

Benders Entscheidung gegen eine derart große Aufgabe ist Ausdruck des Ausmaßes dessen, was hier passiert ist. Der Brandschutz war nur ein Teil des Problems. Als Steuerzahler müssen wir von der Politik verlangen, dass der öffentliche Bauherr nur dann seine eigenen Vorhaben managen darf, wenn er die notwendigen Kompetenzen besitzt. Auf jeden Fall sind die Vorbereitungen wesentlich gründlicher zu gestalten, mit der richtig strukturierten Organisation von Planung, Ausführung und Kontrolle.

H. Kunzelmann, per E-Mail

Verantwortliche müssen daraus Konsequenzen ziehen

Zum Artikel: „Größter Wettskandal aller Zeiten erschüttert Fußballwelt“ vom 5. Februar

Ich habe schon lange mein Interesse an sportlichen Wettkämpfen begraben. Gerade der Fußball war mir stets suspekt und hatte für mich dank seiner Skandale und seiner Geschäftemacherei mit Sport nun wirklich nicht mehr viel zu tun. Nun haben wir den größten Wettskandal aller Zeiten, und ich wundere mich darüber gar nicht mehr. Ich hoffe nur, dass die Verantwortlichen die notwendigen Konsequenzen ziehen. Auch Hörfunk und Fernsehen sollten angesichts dieser Entwicklung einmal überdenken, ob ihre allzu vielen Fußballübertragungen noch gerechtfertigt sind!

Thomas Henschke, per E-Mail