Leserbriefe

„Gegen Zwangsabgabe klagen“

Leser zu den steigenden Kosten für die Kommunen durch die neue Rundfunkgebühren-Regelung

Der Rundfunkbeitrag der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten bleibt eine in Europa einmalige Zwangssteuer und hat mit einer Gebühr nichts zu tun. Gut zu wissen, dass Firmen wie Rossmann Klage gegen diese Zwangsabgabe eingereicht haben und selbst die Stadt Köln diese neue Abgabe vorerst nicht entrichten will. Als Privatperson ohne Radio und Fernsehapparat habe ich leider (noch) nicht die Möglichkeit, mich von diesem Zwangssystem zu befreien. Bleibt zu hoffen, dass das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe bald ein Urteil zugunsten der Gebührenzahler spricht und den neuen Rundfunkbeitrag als verfassungswidrig einstuft, weil er gegen das Grundgesetz verstößt.

Albert Alten, per E-Mail

Die Klage von Potsdam gegen die neue Rundfunkgebührenpraxis führt in die richtige Richtung. Es klingt wie ein verfrühter Aprilscherz, ein System einzuführen, bei dem noch niemand sagen kann, welche Kosten überhaupt auf die Kommunen zukommen. Außerdem darf die These, dass es sich beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk um besondere demokratische Einrichtungen handelt, stark bezweifelt werden. Zum Beispiel ist am Abend des 30. Januars in den beiden Hauptprogrammen von ARD und ZDF nur die übliche leichte Unterhaltung gesendet worden, anstatt sich mit einer Dokumentation dem 80. Jahrestag der Machtergreifung Hitlers zu widmen, was man schon als Missachtung des Programmauftrags werten kann.

Rasmus Ph. Helt, per E-Mail

Ist die deutsche Showkultur dem Niedergang geweiht?

Zum Artikel: „Denzel Washington findet ‚Wetten, dass..?‘ altmodisch“ vom 24. Januar

Auch die New York Times sieht in „Wetten, dass...?“ mit Markus Lanz und Cindy aus Marzahn den Niedergang der deutschen Showkultur gekommen. Recht haben die Amis! Nur schade, dass sie Lanz & Cindy nicht mit Laurel & Hardy oder Dick & Doof verglichen haben.

Roland Klose, per E-Mail

Auszeichnung für Voyeurismus, Menschenverachtung und Häme

Zum Artikel: „Der Ritterschlag: Dschungel-Camp für Grimme-Preis nominiert“ vom 30. Januar

Wie tief ist das kulturelle Niveau in Deutschland gesunken, wenn eine Kommission das Dschungel-Camp für den Grimme-Preis vorschlägt? Wessen Geistes Kind sind die Mitglieder eines solchen Gremiums, die dieses unwürdige Format, das die unterste Schublade des Voyeurismus, der Menschenverachtung und der Häme bedient und durch Abscheulichkeit kaum zu überbieten ist, noch auszeichnen wollen? War so etwas gemeint, als 1961 der Preis vom Deutschen Volkshochschulverband gestiftet wurde? Sicher nicht. Wie immer und überall geht es hier nur um Quoten und Werbeeinnahmen und nicht um inhaltliche Qualität und Wertigkeit.

Gabriele Arendt, Buckow

Medikamente nur im äußersten Fall einsetzen

Zum Artikel: „Keine Generation ADHS produzieren“ vom 30. Januar

Laut Barmer-Vizechef Schlenker ist ADHS eine Modekrankheit und „Pillen gegen Erziehungsprobleme seien der falsche Weg“. Wir haben vier Enkelsöhne und eine Enkeltochter; einer der jüngsten Enkelsöhne hat von Geburt an ADHS . Dadurch hat die ganze Familie seit etwa 12 Jahren eine schwere Last zu tragen. Die Eltern haben schon lange erkannt, dass Medikamente – wegen der Nebenwirkungen – nur im äußersten Fall angezeigt sind. Die Theorie, dass wegen Erziehungsproblemen Pillen eingesetzt werden, liegt wohl – abgesehen von Einzelfällen – absolut daneben und stellt eine Beleidigung der Eltern dar. Die Ergebnisse diverser Studien und die gezogenen Schlüsse sind zum Teil höchst fragwürdig. Deshalb sollte nur wirkliche Experten der Krankenkassen in derartigen Fällen Auskunft erteilen.

Werner Fessel, Lichtenrade

Wegen des Personalmangels sind Kontrollen kaum möglich

Zum Artikel: „Höhere Strafen für Vergehen von Radfahrern“ vom 31. Januar

Dieser Bußgeldkatalog für Radfahrer ist genau so eine Seifenblase wie andere Verordnungen und Gesetze: Handyverbot am Steuer, Leinen- und Maulkorbzwang für Hunde auf der Straße und in öffentlichen Verkehrsmittel, Alkohol- und Drogenverbot am Steuer, Rauchverbot auf Bahnhöfen und anderes mehr. Alle diese Verordnungen / Gesetze sind Schaumschlägereien, so lange die Bundes- und die Landesregierungen nicht sagen, wie sie diese mit mehr Ordnungskräften/Polizei kontrollieren wollen.

Wolfgang Priese, per E-Mail