Leserbriefe

"Hässliche, unsensible Gestaltung"

Leser zum künftigen Aussehen des Schloßplatzes ohne Einbeziehung des historischen Neptunbrunnens

Der Wettbewerb zur Gestaltung des Schlossumfeldes war genauso überflüssig wie dessen belanglosen Ergebnisse, die Senatsbaudirektorin Regula Lüscher nun schönzureden versucht. Das Ergebnis ist ärgerlich und wird dem Vorkriegszustand in keiner Weise gerecht. Eigentlich müsste doch jedem klar sein, dass die glücklicherweise erhaltenen Großplastiken aus der unmittelbaren Umgebung des Schlosses selbstverständlich wieder an ihre angestammten Plätze gehören, denn sie waren Teil eines historisch gewachsenen, gut durchdachten und sehr harmonischen Ensembles, das sich auf alten Bildern eindrucksvoll bewundern lässt. Dazu gehören die beiden zurzeit im Kleistpark abgestellten Rossebändigergruppen, die an der Schlossterrasse in direkter Korrespondenz zur Amazone und dem Löwentöter an der Treppe zum Alten Museum standen, ebenso wie der eigens für seinen Standort vor der südlichen Schlossfassade von Begas konzipierte Neptunbrunnen. Die Rückkehr des Reiterstandbildes vom Großen Kurfürsten auf seinen jahrhundertelangen Stammplatz auf der Rathausbrücke wurde ohnehin schon entgegen vieler Proteste durch die Art des an dieser Stelle auch sonst völlig deplatzierten Brückenneubaus vorsätzlich vereitelt.

Jörg Görn, Moabit

Hoffentlich ist noch nicht das letzte Wort über die Gestaltung des Schloßplatzes gesprochen. Der Senat wollte einfach keine historische Gestaltung und auch keinen Neptunbrunnen dort. Dieses Vorhaben scheint ihm mit dem Siegerentwurf gelungen zu sein. Jetzt schmückt ein wenig fantasievoller, steinerner Belag den Vorplatz. Wenn man sich auf der Simulation die Figuren beziehungsweise die dargestellten Kinder mit Fahrrädern wegdenkt, bleibt eine Steinwüste zurück. Insgesamt wieder mal ein trauriges Beispiel für hässliche und unsensible Umfeldgestaltung.

Thomas Hansen, per E-Mail

Unvergleichlicher Park wird durch derartige Einrichtung entwertet

Zum Artikel: "Mit der Seilbahn in die Gärten der Welt" vom 17. Januar

Ich gehe mindestens einmal jährlich in diese Gärten, und alles ist wunderbar - wenn nur der Mensch nicht wäre. Wer käme zum Beispiel auf die Idee, während einem die Gründe des Zenbuddhismus und der japanischen Gartenkunst durch eine Führung vermittelt werden, dummes Zeug in ein Handy zu quatschen und die anderen Besucher zu stören. Vermutlich die gleichen Personen, die diesen unvergleichlichen Park jetzt mit einer Seilbahn entwerten wollen. Wenn einer mir sagen kann, wie ich diesen Wahnsinn verhindern kann, ich würde es tun. Leider sind es die Leute, die die politische Macht haben.

Regina Kröning, Spandau

Der Welt fehlt ein begnadeter Autor und liebenswerter Mensch

Zum Artikel: "Zwischen Berlinale und großen Musikern" vom 15. Januar

Mit viel Traurigkeit habe ich gelesen, dass der einstige Kulturchef der Berliner Morgenpost, Dieter Strunz, diese Welt verlassen hat. Schon als er nach gefühlter Ewigkeit wegen seines wohlverdienten Ruhestandes nicht mehr für die Morgenpost tätig war, habe ich seine Beiträge, insbesondere seine Filmkritiken, sehr vermisst, bis auf ein paar Ausnahmen hin und wieder, kürzere Beiträge, mit dem so vertrauten "-nz" unterzeichnet. Ich lese die Berliner Morgenpost seit 25 Jahren - und brauchte nur die ersten Zeilen eines Artikels anfangen zu lesen, dann wusste ich genau: Der kann nur aus der Feder von Herrn Strunz kommen, so unverwechselbar sein Schreibstil, so amüsant und trocken sein Humor, so direkt aus dem Herzen, so locker und vertraut, als säße er direkt neben mir. Was dann auch vor 17 Jahren eintrat, als ich das große Glück hatte, in der Leserjury der Berlinale zu sein, und im Kino mehrmals neben Dieter Strunz saß. Seine ruhige, nette und humorvolle Art werde ich nicht vergessen. Jetzt fehlt der Welt nicht nur ein begnadeter Autor, jetzt fehlt ihr auch ein liebenswerter Mensch.

Daniela Reil, per E-Mail

Der Jubel des Publikums wollte gar nicht enden

Zum Artikel: "Gastspiel: Die Wiener Philharmoniker enttäuschen in Berlin" vom 17. Januar

Wir wissen nicht, was sich der Autor bei der Kritik zum oben genannten Konzert gedacht hat. Man könnte glauben, er war in der Philharmonie nicht anwesend oder in einem anderen Konzert. Die Wiener Philharmoniker haben so unglaublich gut gespielt und wahrlich nicht enttäuscht, der Jubel des Publikums war entsprechend und wollte gar nicht enden! Auch war von den zwei wunderbaren Zugaben im Artikel nichts zu lesen. Wir hoffen sehr, die fantastischen Künstler haben diese Kritik nicht gelesen und kommen im nächsten Jahr wieder.

H. Budweg, per E-Mail