Leserbriefe

"Kein Blumentopf zu gewinnen"

| Lesedauer: 4 Minuten

Leser zu den Themen der SPD für den Bundestagswahlkampf mit Peer Steinbrück

Offensichtlich sind der SPD die Wahlkampfthemen ausgegangen. Sie wollen jetzt mit Kindergeld und Mieten punkten. Familien mit einem Haushaltseinkommen unter 3000 Euro brutto sollen einen Zuschlag zum Kindergeld bekommen. Das ist lachhaft. Weiß Steinbrück überhaupt noch, was die Bürger im Lande verdienen? Viele wären zufrieden, wenn sie 1500 Euro im Monat bekämen. Ich möchte diesem geldgierigen Herrn zwar keinen Ratschlag geben, aber mit diesen Themen kann er beim Wahlvolk keinen Blumentopf mehr gewinnen.

Wolfgang Schwaneberg, Charlottenburg

Mit ihren Plänen versucht die SPD schon jetzt, eine bestimmte Klientel für die Bundestagswahlen in diesem Jahr auf ihre Seite zu bringen. Zielgruppe sind die Hartz-IV-Empfänger, Geringverdiener und sozial Schwachen. Den Besserverdienern dagegen die Freibeträge zu entziehen fördert mit Sicherheit nicht den Wunsch, weitere Kinder in die Welt zu setzen. Besserverdiener können zwar bis dato die Freibeträge nutzen, zahlen aber sonst für die Kinder überall die Höchstsätze, von Hort, Klassenreisen, bis hin zu einer eigenen Krankenversicherung für ein Kind.

Lars Wittenberg, per E-Mail

Peer Steinbrück hat als SPD-Kanzlerkandidat kein glückliches Händchen. Längst als "Pannen-Peer" im Internet bezeichnet, löst er das zentrale Wahlkampfthema der Sozialdemokraten, soziale Gerechtigkeit, mit seinen millionenschweren Nebenverdiensten in Luft auf. Er demontiert sich und seine Partei jeden Tag ein kleines Stück mehr. Vielleicht sollte er nach der Bundestagswahl tatsächlich die Position eines Sparkassendirektors anstreben. Als Juniorpartner von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ist Steinbrück denkbar ungeeignet und wäre zudem hoffnungslos unterbezahlt.

Albert Alten, per E-Mail

Jedem politisch Verfolgten ist jegliche Hilfe entgegenzubringen

Zum Artikel: "Zahl der Asylbewerber in Berlin ist um 50 Prozent gestiegen" vom 6. Januar

Unsere Integrationsbeauftragte Monika Lüke sollte sich ihre Äußerungen gut überlegen. Was zieht eine sofortige Arbeitserlaubnis für Asylsuchende alles nach sich? Bei einem versicherungspflichtigen Job entstehen dem Staat auf Dauer Verpflichtungen hinsichtlich der Inanspruchnahme von Renten und Pflegeleistungen. Auch die Aufhebung der Residenzpflicht würde zu einer Belastung bestimmter Bundesländer und zu weiteren bürokratischen Hürden führen. Die Asylgesetze der Bundesrepublik Deutschland sind schon jetzt die liberalsten der Welt. Ich sehe keinen Grund, sie zu ändern.

Wolfgang Schwarze, per E-Mail

Jedem in seinem Heimatland politisch verfolgten Asylbewerber ist jegliche Hilfe in Deutschland entgegenzubringen. Klar ist aber auch, dass Deutschland nicht alleine die Welt retten kann. Dass der Anteil von Wirtschaftsflüchtlingen in Berlin stark zunimmt und jeder siebte Flüchtling nach Berlin will, hat hausgemachte Berliner Gründe. Dazu zählt auch, dass man den Flüchtlingen aus Bayern für ihr nicht gesetzkonformes Verhalten in Berlin sogar noch eine Plattform geboten und somit weitere starke Anreize für Berlin geschaffen hat.

Klaus Okrafka, per E-Mail

NPD-Verbotsantrag des Deutschen Bundestages ist zwingend notwendig

Zum Artikel: "Leben als Sohn eines Nazis" vom 11. Januar

Ich kann Sigmar Gabriel (SPD) gut verstehen, wenn er das Verhältnis zu seinem 2012 verstorbenen Vater, einem NSDAP-Mitglied, näher definiert und als schwierig bezeichnet. Ich war in einer ähnlichen Situation. Mein 1986 verstorbener Großvater hat bis zu seinem Tod mit mir unter einem Dach gewohnt. Er war auch NSDAP-Mitglied und wurde im Polizeidienst des Sicherheitsdienstes (SD), einer Unterabteilung der SS, eingesetzt. In dieser Funktion arbeitete er in Polen, Russland und Frankreich von 1939 bis 1945. Kurz vor Kriegsende ist er geflohen und hat sich zu Hause auf dem Dachboden versteckt. Aus Gesprächen und Diskussionen mit ihm weiß ich, dass er Täter war und seine Taten auch wirklich bereute. Er musste sich aber nie vor einem Gericht dafür verantworten. Ich habe meinen Großvater 1986 weinerlich im Krankenhaus leiden und sterben sehen. Ich habe meinen Frieden mit ihm geschlossen. Ich war und bin mein ganzes Leben überzeugter Antifaschist gewesen. Den NSU-Terror und das Erstarken der Neonazis in Deutschland sehe ich mit großer Sorge. Ein NPD-Verbotsantrag des Deutschen Bundestages ist zwingend notwendig. Wir und diese unverbesserlichen Nazis müssen unbedingt aus unserer problematischen Geschichte lernen. Diesbezüglich sehe ich mich mit Sigmar Gabriel auf einer Wellenlänge.

Roland Klose, per E-Mail