Leserbriefe

"Eigenes Image weiter beschädigt"

Leser zu Äußerungen einer Mitarbeiterin der Piraten zu Innensenator und Polizeipräsident

Die Freiheit des Einzelnen endet bekanntlich dort, wo Rechte der anderen in unzulässiger Weise beeinträchtigt werden, was hier offensichtlich der Fall gewesen ist. Das sind die Schattenseiten moderner Kommunikation, wie wir sie täglich im Internet bei Twitter oder Facebook erleben. Mit ihrer Twitter-Attacke gegen Berlins Polizeipräsidenten wird das angekratzte Image der Piratenpartei noch weiter beschädigt.

Christoph Luban, per E-Mail

Eine ernsthafte Auseinandersetzung mit diesen Leuten sollte man erst gar nicht versuchen. Man gibt ihnen damit nur die beabsichtigte Aufmerksamkeit, und am Ende bleibt eine banale und nicht ernst gemeinte Entschuldigung. Nicht einmal eine Entschuldigung sollte man verlangen, denn es ist grundtiefer Hass, der sich in derart erbärmlicher Weise äußert und mit dem auf unzulässige Weise Stimmung gegen den neuen Polizeipräsidenten Klaus Kandt gemacht wird. Auch wenn der Piraten-Abgeordnete Oliver Höfinghoff sich jetzt bemüht, die Äußerung "rassistisches Arschloch" durch Relativierung zu verharmlosen, sollte ohne weiteres Palaver die einzige Konsequenz aus dieser Entgleisung eine Strafanzeige gegen die Piraten-Mitarbeiterin sein.

Harry Döring, per E-Mail

Versäumnisse der letzten Jahrzehnte kosten den Steuerzahler Millionen

Zum Artikel: "Millionen für Berliner Problemschulen" vom 19. Dezember

Endlich reagieren auch die verantwortlichen Politiker auf die Schulmisere. Bereits vor 35 Jahren zeichnete sich ein Niedergang des schulischen Bildungssystems ab. Doch die Politik hat nicht die von der Lehrerschaft und den Gewerkschaften geforderten Maßnahmen realisiert. Im Gegenteil: Die Forderungen nach verpflichtenden Deutschkursen für Migrantenkinder nicht deutscher Herkunftssprache wurden unter Verweis auf Eigenintegration in bestehende Klassen und Geldmangel zurückgewiesen. Darunter hatten insbesondere alle Schulen außer den Gymnasien in den folgenden Jahrzehnten zu leiden. Heute, eine Generation später, kosten diese Kurzsichtigkeit, das Unverständnis und die Fehleinschätzung dieser Politiker und der für die Integration Verantwortlichen uns Steuerzahler viele Millionen Euro mehr. Viele der heutigen Hartz-IV-Empfänger im mittleren Lebensalter wären durch bessere Schul- und spätere Berufsausbildung vor diesem Werdegang bewahrt worden. Es bleibt nur zu hoffen, dass mit dem in Aussicht gestellten Geld die neuen Schulstrukturen zeitnah und fachgerecht umgesetzt werden.

Monika Rosen, per E-Mail

Zugausfälle sind die einzige Konstante bei der S-Bahn

Zum Artikel: "Das vierte Jahr in der Krise" vom 21. Dezember

Ich weiß nicht, in welcher Traumwelt S-Bahn-Chef Peter Buchner lebt. Obwohl wir bisher noch nicht wirklich einen schlimmen Winter hatten, ist das Angebot extrem instabil. Die einzige Konstante sind Zugausfälle. Wenn die Straßen nicht so verstopft wären, würde ich längst Auto fahren. Mein Zeichen des Protestes wird also sein: S-Bahn-Abo kündigen und zur BVG umsteigen.

Bernhard Dähnrich, per E-Mail

Ein eigentlich logischer Sachverhalt wird als große Neuigkeit verkauft

Zum Artikel: "Armutsbericht: Junge Menschen haben weniger Geld als Alte" vom 19. Dezember

Der wissenschaftliche Beirat beim Bundeswirtschaftsministerium scheint mit Personen besetzt zu sein, die Lobbyismus in einer ganz bestimmten Richtung vertreten. Dass ältere Menschen, die einen lebenslangen Beitrag in unserem Land geleistet haben, über mehr finanzielle Mittel verfügen beziehungsweise sich erarbeitet haben, ist doch ein logischer Sachverhalt. Den Medien und der Werbewirtschaft zufolge gilt für unsere heutige Jugend der Wahlspruch: Freizeit, Party und grenzenloses Vergnügen. Über Arbeitsleistung und Verantwortung wird kein Wort verloren.

Lothar Pahlau, per E-Mail

Verkehrsplanung mit dem Ziel, den Individualverkehr zu behindern

Zum Artikel: "Ramsauer will mehr Bußgeld" vom18. Dezember

Die Häufung der Parkverstöße ist Folge der Senatspolitik, die eine Verengung der Straßen zur Folge hat. Die Verkehrssachbearbeiter lernten einst, sich vor einer Verkehrsmaßnahme zu überlegen, was mit den dadurch verdrängten Fahrzeugen passiert. Heute werden einfach Straßen verengt, gebührenpflichtige Parkbereiche geschaffen, Park- und Halteverbote und Geschwindigkeitsbeschränkungen eingerichtet, offensichtlich nur, um den Fahrzeugverkehr zu behindern.

Kurt Hauer, Steglitz