Leserbriefe

"Äußerst schlecht fürs Image"

Leser zu den Problemen bei Berlins Bauprojekten wie etwa dem BER, die später fertig und teurer werden

Man kann es nicht mehr hören und lesen: Die Kosten für den BER, die Staatsoper und ähnliche öffentliche Bauvorhaben steigen ständig. Wer bezahlt diese Mehrkosten? Der Steuerzahler! Die Bauherren und Bauleiter bekommen horrende Gehälter und werfen das Geld zum Fenster raus. Sollte wirklich einmal ein Verantwortlicher zur Rechenschaft gezogen werden, erhalten diese Herrschaften noch Abfindungen, oft in Millionenhöhe. Nur für Hartz-IV-Empfänger sowie bei der Erhöhung der Mindestlöhne wird um jeden Euro gestritten.

A. Panske, per E-Mail

Als Berliner bin ich fassungslos. Wir sind die peinlichste Hauptstadt der Welt. Marode Straßen, überteuerte und nicht fertiggestellte Bauprojekte, schlechte Schulbildung und ein Nahverkehr, der nicht funktioniert, wenn man ihn braucht.

Bernd Quade, Treptow

Was mich am meisten empört: Fehlendes Geld für den Weiterbau des BER wird von den Rückstellungen für den Schallschutz genommen. Als Anwohner der Einflugschneise von Mahlow halte ich es für eine Unverschämtheit, mit diesem Geld Finanzierungslöcher am Bau zu stopfen. Es widerspricht jedem Rechtsempfinden, dass ein Flughafen eröffnet werden kann, ohne dass die im Genehmigungsverfahren auferlegten Schallschutzmaßnahmen durchgeführt wurden.

Annelie Schwenk, Mahlow

Unabhängig davon, dass der bisherige BER-Finanzrahmen aufgrund der finanziellen Risiken etwa beim Schallschutz eventuell nicht ausreicht, könnte die Finanzierung des Airports noch an der EU scheitern. Regionale Bürgerinitiativen vermuten nämlich, dass die BER-Planer die EU-Kommission bezüglich der Mehrkostengenehmigung eventuell getäuscht haben könnten, indem sie die Auswirkungen der geplanten Flugrouten im Zusammenhang mit der Lärmentwicklung und den Auswirkungen auf die Umwelt falsch dargestellt haben. Ich spreche mich in diesem Zusammenhang für eine Überprüfung der Flugrouten aus, die über unsere regionalen Naturschutzgebiete verlaufen, da hier das Risiko eines Vogelschlags die Flugsicherheit gefährdet. Dies würde dann auch ein eventuelles Verfahren seitens der EU-Kommission wegen des Verdachts auf Verstoß gegen das Beihilferecht verhindern und unserem Luftverkehrsstandort eine weitere negative Schlagzeile ersparen.

Holger Voss, Spandau

Man kann wirklich nur hoffen, dass der kostenintensive BER endlich fertig wird. Die Mehrkosten werden den Berliner Haushalt und Berlins Ruf stark belasten.

Thobias Haller, per E-Mail

Vielleicht wäre es tatsächlich besser, die Flughafengesellschaft pleitegehen zu lassen, um einen Neuanfang zu ermöglichen. Dieses Hin und Her bei der Finanzierung, vor allem der ungewisse Inbetriebnahmetermin, kann so nicht weitergehen. Das gesamte Image von Berlin wird durch dieses Projekt stark in Mitleidenschaft gezogen.

Christoph Laubner, per E-Mail

Tempelhof wäre gut als Standort für historische Flugzeuge geeignet

Zum Artikel: "Ein Flugzeug für Tempelhof" vom 12. Dezember

Nicht nur die im Text erwähnte Iljuschin IL 14 braucht in absehbarer Zeit eine geeignete Heimat. In Tempelhof stehen noch mehrere Großexponate des Technik-Museums, neben dem erwähnten Rosinenbomber auch eine VFW 614. Ein weiteres Großexponat, die Condor Fw 200, wird zurzeit bei Airbus (Bremen), Lufthansa (Hamburg) und Rolls-Royce Deutschland (Oberursel) für das Technik-Museum restauriert und soll nach Fertigstellung in Berlin ausgestellt werden, an einem auch für die Öffentlichkeit zugänglichen Ort. Aber wo? Der ehemalige Flughafen Tempelhof wäre dafür sicherlich gut geeignet.

Günter Hujer, Lichtenrade

Der soziale Frieden im Lande ist mittelfristig gefährdet

Zum Artikel: "Die Furcht der Mitte vor dem Abstieg" vom 14. Dezember

Überraschen dürfte die jüngste Untersuchung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) niemanden, nach der die Mittelschicht in Deutschland weiter schrumpft. Fünf Millionen Menschen gehören ihr seit wenigen Jahren schon nicht mehr an. Die Spaltung Deutschlands ist seit Jahren nicht mehr zu stoppen. Die kleine Elite der Reichen und Millionäre an der Spitze, die wegbrechende Mittelschicht und das größer werdende Millionenheer der Armen, Arbeitslosen und Verlierer in dieser Gesellschaft zeigen längst, dass Deutschland eine Klassengesellschaft und der soziale Frieden mittelfristig gefährdet ist.

Albert Alten, per E-Mail